Letowotschnoje: Die Tücken der Übersetzung Zurück Veröffentlicht in 22. Mai 202622. Mai 2026 Aufgrund der historischen Brüche, die die repressierten Alteingesessenen von Letowotschnoje durchlitten haben, ist die deutsche Muttersprache für viele heutige Dorfbewohner zu einem verblassenden Symbol vergangener Generationen geworden: Sie muss von Grund auf neu gelernt werden. Das Dorf Letowotschnoje im Rayon Taiynscha des Gebiets Nordkasachstan ist ein einzigartiger Ort deutscher Kultur. Es wurde in der Sowjetzeit von repressierten Deutschen und Polen gegründet. Heute ist dort das regionale Zentrum der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Nordkasachstan aktiv. Die Gesellschaft organisiert Deutschunterricht für die Dorfbewohner, in der Schule wird Deutsch nicht unterrichtet, und lebendige deutsche Alltagssprache ist auf den Straßen ebenfalls kaum noch zu hören. In den Häusern der Alteingesessenen von Letowotschnoje werden jedoch bis heute alte deutsche Bücher, Spitzen, Tischdecken und Fotografien sorgfältig aufbewahrt. Die Lehrkräfte des örtlichen deutschen Zentrums gestalten kreative Unterrichtsstunden und Veranstaltungen, außerdem gibt es Interessenkreise für Kinder und Erwachsene. Durch angewandte Kunst, Handarbeit und die beharrliche Beschäftigung mit den Traditionen sammeln und rekonstruieren die Aktiven des Zentrums Stück für Stück den kulturellen Code ihrer Vorfahren. Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: