Wolgadeutscher „Apostelkuchen“: das i-Tüpfelchen auf dem Apostelhut

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Die Jugendlichen der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Nordkasachstan haben traditionelle süße Hefebrötchen namens „Apostelkuchen“ gebacken. Und nein: Das ist kein Kuchen! Es sind Aufbackbrötchen, die äußerlich an die Hüte der Apostel erinnern.

Die Geschichte dieses ungewöhnlichen Gebäcks beginnt eigentlich am Gründonnerstag. An diesem Tag teilte Jesus Christus der religiösen Überlieferung zufolge Brot und Wein mit seinen zwölf Jüngern. Die deutschen Bauern des Mittelalters hatten die Jünger Christi natürlich nie mit eigenen Augen gesehen, doch in Puppentheatern und auf Stichen wurden die Apostel häufig mit markanten Reisehüten dargestellt.

Von diesen Hüten ließen sich die Bäcker inspirieren und gaben dem Brötchen ein kleines Detail mit: einen kleinen „Knubbel“ obenauf. Früher glaubte man, dass diese Kugel alle Sünden und Sorgen der zu Ende gehenden Fastenzeit aufnimmt. Die besondere Spitze bekam oft das Familienoberhaupt oder das jüngste Kind als Glücksbringer.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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