Von Heinrich Vogeler bis zu modernen Jugendprojekten: Das deutsche Erbe Karagandas wurde einer Delegation aus Deutschland vorgestellt

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Im Rahmen ihrer Arbeitsreise durch Kasachstan besuchte eine Delegation aus Deutschland unter der Leitung des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Karaganda.

Das Besuchsprogramm verband mehrere Arbeitsbereiche der Gesellschaft: die Bewahrung historischer Erinnerung, die Pflege des kulturellen Erbes, die Entwicklung von Jugendinitiativen und die Vermittlung des deutschen Beitrags zur Geschichte Karagandas.

Einer der zentralen Programmpunkte war eine Ausstellung über Heinrich Vogeler: eben jener deutsche Künstler, Architekt, Humanist und gesellschaftlich engagierter Denker, dessen Schicksal eng mit Kasachstan verbunden ist. Den Gästen wurden sein Leben, sein künstlerischer Weg, seine Verbannung sowie sein Aufenthalt in Karaganda vorgestellt. Die Ausstellung umfasste Reproduktionen von Vogelers Werken, Archivmaterialien und Dokumente, die zeigen, wie sich das Schaffen des Künstlers mit der Geschichte der Region verband.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Denkmal für Heinrich Vogeler, das vom Bildhauer Anatoli Bilyk und vom Künstler Marat Dschunussow geschaffen wurde. Das Monument wurde im Juni 1999 vor dem Gebäude des deutschen Kulturzentrums eröffnet und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der bekannten Erinnerungszeichen an die Schicksale der Deutschen Kasachstans. Heute befindet sich das Denkmal im Park „40 Jahre Kasachstan“, wo es weiterhin Teil des kulturellen Stadtraums ist.

Rund um dieses Thema historischer Erinnerung wurde auch das Jugendprojekt „Meine deutsche Stadt“ aufgebaut, das der Delegation ebenfalls vorgestellt wurde. Das Projekt wurde als virtuelle Führung konzipiert und lädt zu einer besonderen Reise durch das deutsche Erbe Karagandas ein. Die Jugendlichen der Gesellschaft zeigten, wie sich über Architektur, Denkmäler, Museen und Kunstwerke die Geschichte der Stadt und der Menschen erzählen lässt, die zu ihrer Entwicklung beigetragen haben.

Während der virtuellen Führung wurden den Teilnehmenden bedeutende Orte Karagandas vorgestellt, die mit bekannten Persönlichkeiten deutscher Herkunft verbunden sind. Dazu gehört der Kulturpalast der Bergleute, an dessen Entstehung die Architekten I. Brenner und J. Janosch beteiligt waren. Ebenfalls vorgestellt wurden die Denkmäler für Appak Baishanow und Nurken Abdirow, geschaffen vom Bildhauer Günther Hummel.

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Der historische und informative Teil des Besuchs wurde durch ein Kulturprogramm ergänzt. Für die Gäste wurden Auftritte der kreativen Kollektive der Gesellschaft, Volkstänze sowie musikalische Beiträge vorbereitet. Über Sprache, Lieder und Traditionen zeigten die Teilnehmenden, wie die deutsche Kultur in Kasachstan bis heute lebt und sich weiterentwickelt. Nicht als museales Element der Vergangenheit, sondern als Teil einer modernen Kulturlandschaft.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der katholischen Kathedrale von Karaganda: eines der bedeutenden geistlichen Zentren der Region, dessen Geschichte eng mit der deutschen Gemeinschaft des Gebiets verbunden ist.

Der Besuch der Delegation bei der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Karaganda war nicht nur eine Gelegenheit, die Kulturprojekte der Gesellschaft kennenzulernen. Er machte auch sichtbar, wie die junge Generation Geschichte und kulturelle Sprache in zeitgemäßen Formaten neu erschließt, etwa durch Forschungsprojekte, virtuelle Führungen und die Arbeit mit der historischen Erinnerung der Stadt.

Олеся Клименко

Übersetzung: Anton Genza

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