Mütterrat: Dialog der Generationen und Unterstützung ohne Grenzen Zurück Veröffentlicht in 19. Mai 202619. Mai 2026 In einer modernen Metropole gewinnen Fragen der Erziehung, der Bewahrung von Traditionen und der Unterstützung von Familien besondere Aktualität. Über die Rolle des Mütterrats der Volksversammlung Kasachstans, die Arbeit mit Jugendlichen und die Bewahrung des kulturellen Erbes der deutschen Gemeinschaft spricht Elena Popowa, stellvertretende Vorsitzende des Mütterrats und Programmleiterin der ethnokulturellen Gesellschaft der Deutschen in Almaty. – Welche Rolle spielt der Mütterrat in der deutschen ethnokulturellen Gesellschaft in Almaty heute? Mit welchen Fragen und Lebenssituationen wenden sich die Menschen am häufigsten an Sie? – Wir trennen die Arbeit des Mütterrats nicht nach dieser oder jener ethnokulturellen Vereinigung, denn alle problematischen Fragen werden gemeinsam gelöst, unabhängig von der Nationalität derjenigen, die sich an uns wenden oder Hilfe benötigen. Zunächst muss man erklären, dass der Mütterrat der Stadt Almaty eine Struktur ist, die Frauen aus verschiedenen städtischen ethnokulturellen Gesellschaften vereint. Zu ihm gehören Pädagoginnen, Ärztinnen, Psychologinnen, Juristinnen, Unternehmerinnen und andere. Zu seinen Aufgaben und Funktionen zählen Beratung, Bildung und Aufklärung sowie wohltätige Arbeit. Die ethnokulturelle Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Almaty hat mich als Kandidatin für den Mütterrat der Volksversammlung Kasachstans in der Stadt Almaty vorgeschlagen, und ich freue mich sehr, Teil dieses herzlichen Teams von Gleichgesinnten zu sein. Die Anliegen sind sehr unterschiedlich: von individuellen Bitten um Hilfe bis hin zu Anfragen sozialer Organisationen der Stadt. Wir beachten jedes von ihnen. Über all unsere Aktivitäten berichten wir ausführlich in den sozialen Netzwerken unter „analar_kenesi.almaty“. – Wie gelingt es Ihnen, in einer Großstadt Familientraditionen und das kulturelle Erbe des deutschen Volkes zu bewahren und weiterzugeben? – Seit vielen Jahren setzt die ethnokulturelle Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Almaty Projekte für die Deutschen der Stadt und der Region um, die zur Bewahrung von Traditionen, Kultur und Sprache beitragen. Es finden viele Veranstaltungen statt, bei denen die ältere Generation ihre Erfahrungen und historische Fakten an die Jugend weitergibt. Besonders hervorheben möchte ich die Arbeit unseres Klubs der Deutschen Jugend. Seine Mitglieder beteiligen sich mit großem Interesse an gemeinsamen Veranstaltungen, bereiten Präsentationen zur Geschichte der Deutschen Kasachstans, zu Traditionen und Kultur vor, veranstalten Quizrunden zu deutschen Traditionen und drehen Reels. Und das nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Bezirken. – Vor welchen Herausforderungen stehen Familien und Jugendliche in der deutschen Gemeinschaft Almatys heute, und welche Unterstützung leistet der Mütterrat? – Probleme gibt es tatsächlich. Für den Mütterrat teilen wir die Jugend nicht auf: es sind unsere gemeinsamen Kinder, und ihre Probleme sind unsere gemeinsamen Probleme, die gelöst werden müssen, bei denen man den Kindern helfen muss. In einer seiner Botschaften nannte Präsident Qassym-Schomart Toqajew fünf grundlegende soziale Übel, die die Zukunft der Nation bedrohen und bekämpft werden müssen: Drogenhandel, Spielsucht, häusliche Gewalt, Mobbing und Vandalismus. Die Mitglieder des Mütterrats besuchen abwechselnd Schulen und Colleges gemeinsam mit der Psychiaterin Anna Trubnikowa und führen Präventionsgespräche über Drogenkriminalität sowie die Folgen des Drogenkonsums für die Zukunft der Jugendlichen. Auch die Themen Spielsucht und Mobbing werden angesprochen. Bei den Treffen mit Schülerinnen und Schülern erzählen wir von den ethnischen Gesellschaften in der Stadt und von der Tätigkeit des Mütterrats. – Gibt es Projekte oder Initiativen, auf die Sie besonders stolz sind und die wirklich dazu beitragen, die Verbindung zwischen den Generationen zu stärken? – Im November 2025 wurde im Deutschen Haus gemeinsam mit dem Mütterrat und den Mitgliedern des Klubs der Deutschen Jugend eine Veranstaltung zum Thema „Cybermobbing unter Jugendlichen“ organisiert. Das Thema ist ernst und aktuell. Die Diskussion fand im Format eines Brainstormings statt, das die ethnokulturelle Gesellschaft der Deutschen häufig in ihrer Arbeit nutzt. Im März dieses Jahres haben wir ein Projekt zu einem aktuellen Thema initiiert: „Die Rolle der Frau bei der Erziehung zum Patriotismus und zur Toleranz unter Jugendlichen“. Der Mütterrat und die Mitglieder des Klubs der Deutschen Jugend diskutierten im Rahmen einer Dialogplattform über viele Fragen. Besonders interessant war es, die Meinung der Jugendlichen zu hören: was sie bewegt und welche Richtungen berücksichtigt und entwickelt werden sollten. Junge Menschen denken sehr gesund und verstehen das Leben gut, doch leider wird das von Erwachsenen oft nicht berücksichtigt, sie werden nicht gehört. Eltern sind vielbeschäftigt, und Schulen haben andere Aufgaben. Im Vorfeld des Muttertags in Kasachstan am 10. Mai, der mit dem Muttertag in Deutschland zusammenfällt, möchten wir als Gesellschaft der Deutschen den Mütterrat und alle Mütter beglückwünschen und ihnen viel Geduld in unserer wichtigen Rolle im Leben der Kinder wünschen. – Elena Stepanowna, vielen Dank für das Interview. Olesja Klimenko Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: