Musik, die Herzen verbindet

Zurück

Am 12. Mai fand im Kasachisch-Deutschen Zentrum ein besonderer Konzertabend unter dem Titel „Kinder für den Frieden“ statt, der junge Musikerinnen und Musiker aus Kasachstan und Deutschland zusammenbrachte. Dieser Abend war nicht einfach nur ein Konzertprogramm, sondern ein echter musikalischer Dialog zwischen Kulturen, Generationen und künstlerischen Schulen, bei dem die Musik zur gemeinsamen Sprache wurde.

Eröffnet wurde das Konzert mit einem Werk von Ludwig van Beethoven — dem Duett für zwei Violinen WoO 34, gespielt von Kira Isabel Schmidt und Emma Freeman. Der helle, inspirierende Klang verlieh dem Abend sofort eine besondere Atmosphäre: warm, erwartungsvoll und voller Vorfreude auf etwas wirklich Schönes und Aufrichtiges. Gerade Beethovens Musik wurde zum symbolischen Auftakt, denn der gesamte Abend war der Idee von Frieden, Freundschaft und Verständigung durch Kunst gewidmet.

Besonders symbolisch war, dass dieses Konzert gerade im Mai stattfand, einer Zeit, die traditionell mit Frieden, Hoffnung, Erneuerung und guten Begegnungen verbunden ist. An diesem Abend wurde die Musik tatsächlich zu einer lebendigen Brücke zwischen Ländern und Kulturen und vereinte junge Künstlerinnen und Künstler, Lehrkräfte, Eltern und Zuhörer auf einer Bühne.

Traditionell eröffneten die jüngsten Teilnehmenden das Konzert. Inschu Danijarqysy von der Kindermusikschule Nr. 3 spielte das „Scherzo“ von Gurlitt. Trotz ihres jungen Alters, sie ist erst acht Jahre alt, gelang ihr Auftritt sicher, ehrlich und sehr warm. Den Kinderblock setzte Eva Sadykowa von der internationalen Privatschule „Miras“ mit dem deutschen Lied „Sonne, liebe Sonne“ fort. Das leichte, sonnige Stück verlieh dem Abend eine besondere Gemütlichkeit und kindliche Unmittelbarkeit.

Zum ersten Mal standen im Kasachisch-Deutschen Zentrum Studierende des Kulyasch-Baisseitowa-Kollegs der Künste auf der Bühne: die Preisträger internationaler Wettbewerbe Pawel Zwetzych und Ilja Sadowski. Pawel Zwetzych spielte den ersten Satz der Sonate in B-Dur von François Devienne für Klarinette, begleitet von Jelena Zwetzych am Klavier. Ilja Sadowski präsentierte das „Präludium“ von Johann Sebastian Bach und zeigte dabei ein hohes Niveau an interpretatorischem Können sowie ein tiefes musikalisches Verständnis des Werks.

Das Programm wurde mit Auftritten von Arina Günter und Xenija Tatarkowa fortgesetzt. Arina, Absolventin einer spezialisierten Musikschule und Preisträgerin republikanischer Wettbewerbe, spielte den zweiten Satz des Konzerts für Oboe von Benedetto Marcello. Xenija Tatarkowa präsentierte Arkadi Sagais Werk „Talschyn“ für Klavier. Diese Beiträge verliehen dem Abend besondere Tiefe und zeigten die Vielfalt der musikalischen Richtungen im Programm.

Ein eigener und sehr wichtiger Teil des Abends war der Auftritt der Gäste aus Deutschland — der Mitglieder des Streichorchesters einer Hamburger Musikschule unter der Leitung von Inna Schmidt. Das Orchester besteht seit mehr als 30 Jahren und ist für seine aktive Teilnahme an internationalen Festivals und an musikalischen Austauschprojekten bekannt. Im Laufe seiner Geschichte trat das Ensemble in Italien, Dänemark und Shanghai auf und arbeitete mit Orchestern aus Polen, Norwegen und der Schweiz zusammen. Mehrere Mitglieder des Orchesters sind Preisträger des renommierten Wettbewerbs „Jugend musiziert“.

Die Auftritte der Gäste aus Deutschland wurden zu einem echten Höhepunkt des Konzerts. Auf der Bühne erklangen Werke von Dmitri Schostakowitsch, G. Perlman, Carl Bohm und Peter Warlock. Kira Isabel Schmidt und Inna Schmidt spielten Schostakowitschs „Präludium“ und „Polka“, Emma Freeman präsentierte G. Perlmans „Israelisches Concertino“, und Kira Isabel Schmidt spielte die „Nordische Sage“ von Carl Bohm. Den Abschluss dieses Blocks bildete der Auftritt des Streichorchesters der Hamburger Musikschule mit Peter Warlocks „Capriol Suite“.

Die musikalische Reise des Abends hatte eine besondere Symbolik: Sie begann mit Werken von Bach und Beethoven und endete mit einem Werk des zeitgenössischen Hamburger Komponisten Ingo Hericht, „Ommage“. Dieses Finale verband gleichsam Vergangenheit und Gegenwart, klassische Tradition und modernen Klang und erinnerte noch einmal daran, dass Musik keine Grenzen und keine Zeit kennt.

Das Konzert „Kinder für den Frieden“ wurde nicht nur zu einer kreativen Begegnung, sondern auch zu einem echten Beispiel dafür, wie Kunst Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen verbinden kann. An diesem Abend erklangen auf der Bühne nicht nur Instrumente und Stimmen — sondern auch Vertrauen, Offenheit, Freundschaft und der Wunsch, einander zu hören.

Die Organisatoren dankten allen Teilnehmenden, Lehrkräften, Konzertbegleitern und Gästen für diesen besonderen Abend. Und tatsächlich wird er als Fest der Jugend, des Talents und der Kraft der Kunst in Erinnerung bleiben — einer Kunst, die in der schönsten und verständlichsten Sprache spricht: in der Sprache der Musik.

Анастасия Киреева

Übersetzung: Anton Genza

Поделиться ссылкой:

x