Presnowka begrüßt Ostern

Zurück

Die Geschichte des Dorfes Presnowka im Gebiet Nordkasachstan ist ein schwieriger Weg von nahezu drei Jahrhunderten – von einer Grenzfestung des 18. Jahrhunderts bis hin zu einem multinationalen Dorf, das Mitte der 1900er-Jahre zur neuen Heimat für Tausende deportierter Deutscher wurde.

Ein wenig Geschichte: Die Festung Presnowskaja wurde im Sommer 1752 im Rahmen der Errichtung der Nowoischimer Linie gegründet. Der Bau des Verteidigungssystems, das Festungen, Redouten und Leuchtfeuer umfasste, wurde unter der Leitung von Brigadier Iwan Kraft durchgeführt, der den verstorbenen Generalmajor Christian Kinderman ablöste, der die Grundlagen der Ingenieurarbeiten gelegt hatte. Deutsche im russischen Dienst spielten eine Schlüsselrolle bei der Planung und Errichtung der Festungen und brachten strenge Standards der Festungsbauschule ein. Später, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, trugen deutsche Umsiedler zur Entwicklung der Region bei, indem sie fortschrittliche Methoden der Landwirtschaft, des Steinbaus und der Butterherstellung einführten.

Das massenhafte Erscheinen der deutschen Bevölkerung im Bezirk Presnowka war mit den tragischen Ereignissen zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges verbunden. Nach dem Erlass vom 28. August 1941 begann die Zwangsdeportation der Wolgadeutschen, der Deutschen aus der Ukraine, der Krim und dem Kaukasus nach Kasachstan und Sibirien. Das Gebiet Nordkasachstan nahm über 50.000 deportierte Deutsche auf.

„Die Geschichte der Deutschen in Presnowka setzt sich auch heute fort – durch die Bewahrung der Traditionen der Vorfahren. Für die deportierten Menschen, die in den Steppen Nordkasachstans gelandet waren, wurde der Glaube an Gott zum wichtigsten Halt, der selbst in den schwersten Jahren half, zu überleben“, betont Elena Belik, Programmleiterin der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Nordkasachstan. „Ostern steht vor der Tür. Deshalb beschäftigten sich die Kinder im Bastelkurs mit dem Verzieren von Ostereiern mit Perlen, Strasssteinen und buntem Papier. Besonderer Wert wird im Unterricht auf die ethnokulturelle Komponente gelegt: Die Kinder erlernen nicht nur Handarbeitstechniken, sondern erfahren auch die Geschichte und Symbolik des Osterfestes.“

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

Поделиться ссылкой:

x