Ostereier: vom Symbol des Lebens bis zur Festabgabe

Zurück

In den deutschen Ländern erfuhr man von bemalten Eiern bereits im 13. Jahrhundert. Hundert Jahre später bezeichnete man mit „Osterei“ die Pachtzahlung, die man dem Grundherrn zum Fest entrichtete.

Es gibt die Behauptung, dass die Menschheit begonnen hat, Hühnereier zu bemalen, noch lange vor der Entstehung des Christentums – sie galten als Symbol des Lebens und der Erneuerung der Natur. Später, in der christlichen Tradition, wurde das Ei zum eindrucksvollsten Sinnbild der Auferstehung Jesu: So wie aus der festen Schale Leben entsteht, so trat auch Christus aus dem Grab hervor.

Mit jedem Jahrhundert wurden gekochte Hühnereier immer häufiger, kunstvoller und prächtiger verziert. Im 17. Jahrhundert entstand in Deutschland ein ungewöhnlicher und fröhlicher Brauch – Eier sorgfältig zu verstecken, damit die Kinder sich frühmorgens auf die Suche nach ihnen begaben.

„Unter den Deutschen gab es in alten Zeiten den Glauben, dass Eier, die am Gründonnerstag gelegt wurden, Krankheiten heilen können. Um sie nicht mit den gewöhnlichen zu verwechseln, die die Hühner während der Fastenzeit legten, wurden sie eigens rot gefärbt“, erzählt Jelena Belik, Programmleiterin der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Nordkasachstan. „Das Färben und Bemalen von Eiern ist die beliebteste Tradition zu Ostern. Dafür gibt es zahlreiche Techniken – der kreativen Fantasie sind schließlich keine Grenzen gesetzt! Neulich bemalten und verzierten unsere Frauen in der “Deutschen Stube” Ostereier. In freundschaftlicher Atmosphäre tauschten die Teilnehmerinnen Familiengeheimnisse aus und erinnerten sich daran, wie ihre Großmütter und Mütter die Ostereier zu färben pflegten.“

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

Поделиться ссылкой:

x