Sprache und Kulinarik: „Lifehacks“ von Eleonora Dornes Zurück Veröffentlicht in 7. September 202621. September 2026 Wie man das Angenehme mit dem Nützlichen und sehr Sättigenden verbindet, oder warum der Weg zur nationalen Identität nicht selten durch den Magen führt. Eleonora Dornes, Leiterin des Kochkreis für deutsche Küche in Aqsu bei der Gebietsgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar, betreut gleich zwei Gruppen: eine Erwachsenengruppe, in der Frauen zusammenkommen, um Lifehacks auszutauschen, alte Rezepte wiederzubeleben und darüber zu streiten, wessen Großmutter die Nudeln nun eigentlich richtig geschnitten hat, und eine Jugendgruppe, in der die „Fast-Food-Generation“ lernt, vernünftige Hausmannskost zuzubereiten. Ihre Rezepte nimmt Eleonora nicht aus den sozialen Netzwerken, sondern aus dem Familienkochbuch, von ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Für die deutschen Umsiedler, die 1941 in die kasachische Steppe kamen, war vertrautes Essen eine der wichtigsten Möglichkeiten, sich selbst nicht zu verlieren. Unter den Bedingungen der Deportation, als sich um sie herum wirklich alles verändert hatte, hielten die Frauen mit letzter Kraft ein Stück Beständigkeit in der Küche aufrecht. Wenn es gelang, Mehl, Kohl und Kartoffeln zu bekommen, wurde zu Hause genauso gekocht wie schon bei den Generationen der Vorfahren zuvor. Das Besondere an den Stunden: In der Küche ist es verboten, einfach nur schweigend das Nudelholz zu schwingen oder zu kauen. Sprache und Kulinarik gibt es hier im Doppelpack. Die Teilnehmenden lernen Deutsch nicht mit Karteikarten, sondern während sie ein Gericht zubereiten. Wer das Verb nicht gelernt hat, bleibt ohne Kuchen. Natürlich nur ein Scherz. „Der Kochkreis für deutsche Küche hilft, das kulturelle Erbe zu bewahren, das Interesse an der Kultur des deutschen Volkes zu fördern und Traditionen in deutschen Familien in Kasachstan lebendig zu halten. Dadurch wird die Verbindung zwischen den Generationen gestärkt“, sagt Aljona Starodubzewa, Deutschlehrerin und Leiterin des Begegnungszentrums der Gebietsgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Aqsu. „Für Erwachsene ist es eine Möglichkeit, Familienrezepte wiederzuentdecken, eigenes Wissen zu teilen und Traditionen weiterzugeben. Für die Jugend ist das Zubereiten mehrerer Gerichte eine Chance, kochen zu lernen und die Geschichte und Kultur der Deutschen Kasachstans besser zu verstehen. Für Kinder und Jugendliche ist es sehr spannend, gemeinsam zu arbeiten, gleichzeitig deutsche Wörter kennenzulernen und über das Kochen die deutsche Kultur besser zu entdecken.“ Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: