Steppe, Eisenbahntransporte und… eine Postkarte an Mama Zurück Veröffentlicht in 22. Mai 2026 Im Dorf Smirnowo im Rajon Akqajyn des nordkasachstanischen Gebiets haben die geschickten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bastelkreises exklusive Postkarten zum Muttertag angefertigt. Das Dorf ist mehr als 200 Jahre alt. Gegründet wurde es Anfang des 19. Jahrhunderts, ursprünglich war es eine winzige Siedlung von Umsiedlern. Schriftliche Zeugnisse aus jener Zeit sind nur sehr wenige erhalten, die dynamische Entwicklung des Dorfes begann erst im 20. Jahrhundert. Deutsche kamen vor mehr als hundert Jahren in diese Gegend. Im Zuge der Stolypinschen Agrarreform sowie auf der Suche nach freiem und fruchtbarem Land zogen deutsche Bauern aus dem Wolgagebiet und der Ukraine in großer Zahl und freiwillig in den Ujesd Petropawlowsk. Mitte des 20. Jahrhunderts führte eine neue Welle deutscher Umsiedler dorthin. Smirnowo wurde zu einem der Ankunftsorte der Eisenbahntransporte aus dem Wolgagebiet – diesmal jedoch mit gewaltsam deportierten Familien. Jahrzehnte später leben die reiche Geschichte und das Ineinander verschiedener Kulturen in den Traditionen des heutigen Smirnowo weiter. Bei einem weiteren festlichen Treffen unter der Leitung der erfahrenen Mentorin R. Koschanowa erlernten die jungen Bastlerinnen und Bastler neue Techniken des Kunsthandwerks und gestalteten ungewöhnliche, originelle Karten zum Muttertag. Durch schwere Wege, Deportationen und die jahrhundertelange Erschließung der Steppe hindurch hat Smirnowo das Wichtigste bewahrt: die Fähigkeit, Kultur zu hüten und Neues zu schaffen. Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: