Wovon die Wolgadeutschen im Sommer sangen

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Die Sommerlieder der Wolgadeutschen erzählen davon, wie Menschen versuchten, in der Steppe zu überleben, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Nicht selten sang man in alten deutschen Dialekten, an die sich in Deutschland selbst im 20. Jahrhundert kaum noch jemand erinnerte.

In den Liedern klangen oft die Sehnsucht nach der fernen Heimat, die Trauer über schwere Arbeit, Klagen über die sengende Sonne und die raue Steppe mit. „Schön ist die Jugend“ zum Beispiel, ein absoluter Hit der Wolgadeutschen, erklang bei allen Sommerfesten und Hochzeiten. Der Sinn des Liedes ist einfach: Die Jugend vergeht, genau wie der Sommer, sehr schnell, also schätzt sie. Oder „Im Sommer erfreut uns die Sonne“, ein Lied darüber, wie schön es ist, dass der Sommer gekommen ist, die Sonne scheint und das Korn reift. In der Regel wurde es während der Feldarbeit a cappella gesungen.

Die Wolgadeutschen lernten, so laut und hell zu singen, dass die Jugend eines Dorfes ein Lied anstimmte und im Nachbardorf, das mehrere Kilometer entfernt lag, die nächste Strophe aufgegriffen wurde.

„Beim Gesangsunterricht unter der Leitung von Olga Patanina wird es nie langweilig. Die Jugendlichen entwickeln ihre stimmlichen Fähigkeiten, lernen richtig zu singen, machen sich mit der Kultur der Wolgadeutschen vertraut und üben die Sprache. Im Unterricht lernen und singen sie sowohl Volkslieder als auch moderne Lieder, außerdem finden intellektuelle Wettbewerbe und Quizrunden statt“, sagt Tatjana Samokhwalowa, Programmleiterin der Regionalvertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans Wiedergeburt“ in Balqasch. „Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit im Unterricht gerade der sommerlichen Volksliedtradition, das hilft, den Geist der Vorfahren tiefer zu spüren und zu verstehen, wie diese Musikkultur in der rauen Steppe entstanden ist.“

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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