Brüder Grimm: seit 250 Jahren im Trend Zurück Veröffentlicht in 1. September 202623. September 2026 Klassiker werden nicht alt, sie warten nur auf die richtige Party: Zum stolzen Jubiläum der großen Märchenerzähler ließen Studierende aus Uralsk die Geschichte einer mittellosen Wandertruppe wieder aufleben, die „Bremer Stadtmusikanten“. 2026 feiert die Welt den 250. Geburtstag von Wilhelm Grimm, einem der wichtigsten Urheber jener Märchen, die bis heute Kinderfantasien beflügeln. Gemeinsam mit seinem Bruder Jacob bewies Wilhelm einst: Die beste Karriere in der Juristerei besteht manchmal darin, sie zugunsten des Schreibens und einer märchenhaften Sammlung namens „Kinder- und Hausmärchen“ aufzugeben. Übrigens erinnerten die Originalfassungen der Grimmschen Märchen stellenweise eher an einen guten Thriller, doch Zensur und Jahrhunderte haben die Ecken und Kanten geglättet. Wenn du Pfoten, einen Schwanz oder Hufe hast, ist das noch lange kein Grund, auf eine Karriere im Showbusiness zu verzichten: Dieses lebensbejahende Manifest bildete die Grundlage der neuen Inszenierung von Studierenden der Makhambet-Utemissow-University in Westkasachstan. Der Handlung nach erkennen Esel, Hund, Katze und Hahn plötzlich, dass sie bei ihren alten Besitzern einer harten Personalreduzierung zum Opfer gefallen sind. Doch statt in Depression zu verfallen, beschließt das pelzig-gefiederte Quartett einen mutigen Karriere-Relocation-Schritt. „Das Studententheater ‚Echo‘ besteht an der Universität seit mehr als einem halben Jahrhundert. Gegründet wurde es von Margarita Tschetschetko, deren Inszenierungen von Shakespeare, Schiller und Goethe stets mit Ovationen aufgenommen wurden. Heute führt Kljzhijan Schunajbekowa, Deutschlehrerin, diese Tradition fort. Sie hat dem Theater neues Leben eingehaucht und eine neue Generation begeisterter Studierender zusammengebracht“, betonte Maira Baradosowa, Kuratorin und Methodikerin für Spracharbeit der Regionalvertretung der Gesellschaftlichen Stiftung „Republikanische ethnokulturelle Vereinigung der Kasachstandeutschen“ in Uralsk. „Die ‚Bremer Stadtmusikanten‘ wurden an der eigenen Alma Mater mit stürmischem Applaus aufgenommen und anschließend in der Chamsa-Jesenschanow-Gebietsbibliothek für Kinder und Jugendliche gezeigt.“ Wie Maira Baradosowa sagte, wurde die Inszenierung der Uralsker Jugend zu einer mitreißenden Zeitreise, die deutsche Volkstraditionen mit purer, ungefilterter studentischer Energie verband. „Ein solches Stück ist nicht nur eine Hommage an die großen Märchenerzähler, sondern auch ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass studentische Kreativität Klassiker beleben und ihnen neuen Atem schenken kann. Das Erbe der Brüder Grimm inspiriert weiter, und die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler haben gezeigt: Alte Geschichten können frisch und aktuell klingen, wenn sie mit Liebe und Überzeugung erzählt werden. Wir wünschen dem Studententheater ‚Echo‘ weitere kreative Erfolge“, schloss die Kuratorin und Methodikerin. Marina Angaldt Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: