Ein Klößchen zum Mittagessen ist Gold wert

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An der Kunst, Klößchen zu kochen, beurteilte man früher eine Braut. Fiel ein Klößchen in der Brühe auseinander, galt das Mädchen als ungelernt. Ein gutes Klößchen sollte innen fluffig sein, außen aber fest – wie ein Flusskiesel.

„Suppe mit Klößchen“ ist eine europäische Klassikerin unter den Wohlfühlgerichten: einfach, sättigend und wie zu Hause. Übrigens stammt das Wort „Klößchen“ – „Kloß“ – vom althochdeutschen „klōz“ und bedeutet „Klumpen“ oder „Kloß“.

Die Geschichte der Klößchen begann keineswegs aus einem guten Leben heraus: Fleisch galt immer als teurer Genuss, und im Mittelalter konnten es sich meist nur wohlhabende Schichten leisten – oder man aß es zu Festtagen. Deshalb kamen Arme und Bauern auf die Idee, in eine dünne Brühe Teigkugeln zu geben: Sie quollen im Wasser auf und machten daraus ein dichtes, sättigendes Gericht.

Mehlklößchen bereitete man ganz schlicht zu: Man mischte Mehl, Wasser (oder Milch) und ein Hühnerei (wenn es denn eins gab). Der Teig war zähflüssig – man nahm ihn mit dem Löffel ab und ließ ihn in sprudelnd kochendes Wasser gleiten. In alten Rezepten waren Klößchen übrigens manchmal faustgroß: Ein einziges davon konnte ein ganzes Mittagessen ersetzen.

Am vergangenen Wochenende haben unsere Seniorinnen und Senioren mit einem leckeren und herzlichen Gericht erfreut – „Suppe mit Klößchen“. Die duftende Suppe wurde selbstgemacht und wärmte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Solche guten Momente drehen sich nicht nur ums Essen, sondern auch um Fürsorge, Wärme und Begegnung, betonte Elena Belik, Programmleiterin der Gesellschaft der Deutschen Nordkasachstans „Wiedergeburt“.

Marina Angaldt

Übersetzung: Anton Genza

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