Fünf Jahre gemeinsam: Jubiläumsfeier des Kasachisch-Deutschen Zentrums in Astana Zurück Veröffentlicht in 18. September 202618. September 2026 Fünf Jahre, das ist für die Geschichte einer Organisation vielleicht kein langer Zeitraum. Für das Kasachisch-Deutsche Zentrum in Astana aber sind es bereits fünf Jahre voller Begegnungen, Projekte, Konzerte, Sprachkurse, Konferenzen und unterschiedlichster Initiativen. Der Jubiläumstag begann mit einem Festprogramm, in dem sowohl feierliche Momente als auch Kreativität ihren Platz fanden. Einer davon war das symbolische Öffnen der Türen des KDZ mit einem großen Schlüssel. In diesem Moment sahen die Gäste Kinder und Teilnehmende der Kreativgruppen, die sie mit den Worten „Sprache, Kultur, Begegnung, Freundschaft, Zukunft“ begrüßten. So begann ein Fest, das all das vereinte, was das Leben des Zentrums ausmacht. Für Yevgeniy Bolgert, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaftlichen Stiftung „Republikanische ethnokulturelle Vereinigung der Kasachstandeutschen“ (GS ReVK), war das Jubiläum ein Anlass, nicht nur über die vergangenen fünf Jahre zu sprechen, sondern auch darüber, welche Bedeutung das KDZ für die Gemeinschaft gewonnen hat. Seinen Worten zufolge war der Bedarf an einem solchen Zentrum in der Hauptstadt schon lange spürbar. Heute ist das KDZ längst nicht mehr nur ein Gebäude, sondern ein Ort, der jeden Tag durch Begegnungen, Projekte und Veranstaltungen lebt. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Gemeinschaft zusammen, hier finden Kultur- und Bildungsprogramme, Geschäftstreffen und internationale Kontakte statt. „Ohne Sie alle, ohne unsere gemeinsame Arbeit hätte dies einfach ein schönes Gebäude mit guter Renovierung bleiben können, aber ohne Leben und ohne Sinn“, betonte Yevgeniy Bolgert. Gerade die gemeinsame Arbeit, so seine Überzeugung, habe das KDZ zu einem echten Treffpunkt für alle gemacht. Auch Elias Oppenrieder, Erster Sekretär der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kasachstan, hob diese Rolle hervor. Er überbrachte die Glückwünsche der deutschen Botschafterin Dr. Heike Renate Peitsch und betonte, dass das KDZ mehrere wichtige Funktionen zugleich erfüllt: Hier arbeitet das Exekutivbüro der Stiftung, hier finden Sprachkurse, Treffen und offene Veranstaltungen statt. „Dieses Haus ist offen für alle und verkörpert auf sehr gelungene Weise jene Brückenfunktion, die Sie zwischen unseren beiden Ländern erfüllen“, sagte der Diplomat. Seinen Worten zufolge wird genau dies in der Botschaft und von der Bundesregierung sehr geschätzt. Deutschland unterstützt das Zentrum sowohl finanziell als auch im Rahmen gemeinsamer Projekte. Auch bei Besuchen deutscher Abgeordneter und Vertreterinnen und Vertreter von Bundesministerien in Kasachstan ist das KDZ ein wichtiger Programmpunkt. Albert Rau, Initiator der Eröffnung des KDZ und Mitbegründer der Gesellschaftlichen Stiftung „Republikanische ethnokulturelle Vereinigung der Kasachstandeutschen“ (GS ReVK), erinnert sich, dass die Idee bereits 2018 entstand. Damals begannen die ersten Schritte zu ihrer Umsetzung, einige Jahre später wurde das Vorhaben Wirklichkeit. Heute, fünf Jahre nach der Eröffnung, stellt Albert Rau fest, dass es gelungen ist, die ursprüngliche Idee des KDZ zu bewahren. Es wurde nicht nur als Arbeitsort der zentralen Organisation geschaffen, sondern auch als offene Plattform, auf der das Leben der deutschen Gemeinschaft pulsiert. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts war von Anfang an auch die Entwicklung wirtschaftlicher Kontakte. Deshalb ergänzen sich im Zentrum die gesellschaftliche und die wirtschaftliche Dimension, und das KDZ ist zu einer Plattform geworden, die die Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland stärkt. In fünf Jahren waren hier 45 Delegationen zu Gast. Unter ihnen waren Vertreterinnen und Vertreter auf hoher staatlicher Ebene, darunter die Präsidentin des Bundesrates, Anke Rehlinger. Für Albert Rau sind solche Besuche ein Zeichen für die Bedeutung des Zentrums und zugleich eine große Verantwortung für seine weitere Arbeit zur Stärkung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Das Festprogramm am Jubiläumstag zeigte anschaulich, wovon das Zentrum heute lebt. Auf der Bühne standen Kinder, Jugendliche und Vertreterinnen und Vertreter der älteren Generation. Sie alle sind Aktive der Gesellschaft der Deutschen in der Hauptstadt. Musik- und Tanzbeiträge wechselten einander ab. Besonders symbolisch war, dass in einem Konzert verschiedene Generationen zusammenkamen. Nach dem offiziellen Teil wurde das Festprogramm in den verschiedenen Räumen des KDZ fortgesetzt. Die Gäste konnten thematische Angebote und Workshops wählen. Es wurden Gerichte der nationalen Küche zubereitet, im Kreativraum lernten die Besucherinnen und Besucher deutsche kunsthandwerkliche Traditionen kennen. Eine eigene Begegnung war der Musik und den deutschen musikalischen Traditionen gewidmet. Auch das 60-jährige Jubiläum der Deutschen Allgemeinen Zeitung und die Geschichte der deutschen Presse in Kasachstan standen im Mittelpunkt einer eigenen Veranstaltung. Im historischen Raum wiederum wurden persönliche Geschichten und Erinnerungen erzählt, die mit den Schicksalen deutscher Familien verbunden sind. So vereinte das Jubiläum des KDZ gleich mehrere Themen, die für die Gemeinschaft wichtig sind: Sprache, Kultur, Geschichte, Presse, Kreativität und Begegnung. Einer der wärmsten Momente des Festes war die Gestaltung eines gemeinsamen textilen Wandbildes unter dem Titel „Das KDZ, unser gemeinsames Haus“. Alle Interessierten konnten darauf ein eigenes Wort, einen Wunsch oder eine Erinnerung hinterlassen. Außerdem lag ein Gästebuch aus, in dem man eine Geschichte oder einen Eindruck über das Zentrum festhalten konnte. Das Fest endete mit einem traditionellen Glückwunsch und einer Geburtstagstorte mit der Zahl „5“. Das fünfjährige Jubiläum war nicht nur ein Anlass, zurückzublicken. In den Redebeiträgen der Gäste klang immer wieder der Gedanke an die Zukunft an. Yevgeniy Bolgert betonte, dass die Arbeit am Ausbau der deutschen Infrastruktur in Kasachstan weitergeht. Zentren in anderen Regionen sind bereits aktiv, außerdem entwickelt sich das Projekt zur Eröffnung eines Deutschen Hauses in Ust-Kamenogorsk. Auch Albert Rau unterstrich, dass das KDZ als Teil eines gemeinsamen Systems ethnokultureller Arbeit verstanden werden sollte, als Fundament, auf dem neue Projekte entwickelt und das Netzwerk der Deutschen Häuser in den Regionen gestärkt werden können. Fünf Jahre KDZ haben gezeigt, dass dieses Zentrum gebraucht wird und gefragt ist. Hier begegnen sich Kasachstan und Deutschland, Vergangenheit und Gegenwart, ältere Generation und Jugend. Und das Jubiläum wurde nicht zum Schlusspunkt dieser Geschichte, sondern zu einer Gelegenheit, noch einmal das Wichtigste zu sagen: Die Arbeit geht weiter. Олеся Клименко Übersetzung: Anton Genza Поделиться ссылкой: