Stickerei ist nicht nur Kreuzstich

Zurück

In Balqasch fand ein Kurs über alte Traditionen der Stoffverzierung statt.

Der Unterricht im „Bastel“-Kreis des Regionalbüros des Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ in Balqasch ist oft eine faszinierende Reise in die Vergangenheit. Der Lehrer erzählt von der Geschichte der Volksdeutschen, ihrem Leben und ihrer Kultur. Er zeigt Fotos und lehrt die Geheimnisse des alten Handwerks. Und wenn sich der Großteil daran gewöhnt hat, dass zumeist im Kreuzstich gestickt wird, eröffnet der „Bastel“-Kreis neue Facetten dieser Kunst.

„Die jungen Handwerkerinnen und Handwerker lernten verschiedene, für die deutsche Kultur charakteristische Sticktechniken kennen. Sie lernten deren Eigenheiten kennen. Besonderes Augenmerk wurde auf traditionelle deutsche Motive gelegt“, erklärte Tatjana Samokhwalowa, Programmmanagerin des Regionalbüros der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“. „Der Unterricht in angewandter Kunst bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich selbst auszudrücken, etwas über die Geschichte zu lernen und das kulturelle Erbe der eigenen Vorfahren zu pflegen.

Handarbeit als Teil des kulturellen Gedächtnisses

Die Beschäftigung mit traditionellen Handarbeitstechniken ermöglicht es den Teilnehmern, Geschichte auf eine besondere Weise zu erleben. Viele Muster und Formen, die früher im Alltag verwendet wurden, erzählen von den Lebensbedingungen, den Vorstellungen und dem Geschmack vergangener Generationen. Wenn solche Techniken heute wieder aufgegriffen werden, erhalten die alten Traditionen eine neue Bedeutung.

Für die jungen Teilnehmer des „Bastel“-Kreises ist besonders interessant, dass Stickerei nicht auf eine einzige Technik beschränkt ist. Unterschiedliche Stiche, Muster und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen Raum für Kreativität und persönliche Ideen. Jeder kann dabei seinen eigenen Stil entwickeln und gleichzeitig Elemente traditioneller deutscher Handwerkskunst kennenlernen.

Solche Kurse schaffen auch eine Verbindung zwischen den Generationen. Ältere Menschen bewahren Erfahrungen und Kenntnisse, die sie an die Jüngeren weitergeben können. Die Jugendlichen wiederum bringen ihre eigene Sichtweise und Kreativität ein. Auf diese Weise bleibt das traditionelle Handwerk nicht nur in der Erinnerung erhalten, sondern entwickelt sich weiter.

Gerade für die Deutschen Kasachstans ist die Pflege solcher Traditionen ein wichtiger Teil der kulturellen Identität. Sie erinnert an die Geschichte der Vorfahren und hilft dabei, die Verbindung zur eigenen Herkunft zu bewahren.

So wird der „Bastel“-Kreis zu einem Ort, an dem Lernen, Kreativität und Kultur miteinander verbunden werden. Aus Faden, Stoff und traditionellen Motiven entsteht dabei nicht nur ein schönes Handwerk, sondern auch ein kleines Stück lebendiger Geschichte.

Marina Angaldt

Поделиться ссылкой:

x