Treffen der deutschen Herzen auf der Bühne in Karaganda

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Am 7. Juni 2025 fand im Haus der Freundschaft der Stadt Karaganda das traditionelle Freundschaftstreffen der Zweigstellen des Projektes „Netzwerk der Begegnungszentren“ des deutschen Zentrums „Wiedergeburt“ statt. Ehrengäste der Veranstaltung waren Gäste aus Deutschland und Kanada: Edwin Warkentin, Kulturreferent des Museums der Russlanddeutschen in Detmold, Jochen Wilke, Sprachassistent des Projekts „Spracharbeit“, und Kansin Friesen, Forscherin zur Geschichte deutscher Künstler in Karaganda und Karlag. Ihr reges Interesse an der Geschichte und Kultur der Deutschen in Kasachstan erinnerte daran, wie wichtig es ist, unser Erbe zu bewahren und es an die jüngere Generation weiterzugeben.

Der Vorsitzende des Deutschen Zentrums, Alexander Gibert, betonte in seiner Ansprache, dass „Wiedergeburt nicht nur ein Zentrum ist. Es ist eine Familie. Eine Familie, in der sie ihre Muttersprache sprechen, die Lieder ihrer Vorfahren singen, mit Respekt in die Vergangenheit und mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Wo Jugendliche und Erwachsene, Lehrer und Teilnehmer, Freiwillige und Gäste aus anderen Ländern Seite an Seite stehen. Wir sind zusammen!“.

Die Gäste wurden am Eingang von Aktivisten des deutschen Jugendklubs „Grasshüpfer“ in Trachten begrüßt, im Foyer gab es Live-Musik, und eine Fotozone war in Betrieb. Die Teilnehmer des Treffens besuchten einen kreativen Workshop „Pfingsten“ unter der Leitung von Olga Iwkina, der sich mit den Traditionen des Dreifaltigkeitsfestes befasste, sowie einen bunten Flashmob der jüngsten Teilnehmer des Vorschulbildungszentrums „Wunderkind“ aus Schachtinsk (Koordinatorin Alena Abdrakhmanowa).

Am Konzertprogramm nahmen bekannte kreative Gruppen der Region Karaganda teil: die Gesangsgruppen Seniorenclub „Edel“ (Karaganda, Tatjana Powernikowa), „Musikquelle“ (Saran, Anastasia Baran, Anastasija Baranova). Saran, Anastasija Bazylewskaja), „Volksstimme“ (Temirtau), „Weselye Notki“ und „Treffen“ (Siedlung Nowodolinskoje, betreut von Marina Dementiewa); und die Tanzgruppen „Tanzpalette“ (Schachtinsk, betreut von Anastasija Golowenko), „Tanztaal“ (betreut von Alexandra Penner). Das Publikum war beeindruckt von den Darbietungen der Kinder aus den kreativen Kreisung der Siedlung Schachan (Natalja Mikhailowa), insbesondere von der jungen Schauspielerin des „Spiegel“-Kreises Elizaweta Mikhailenko.

Der Höhepunkt des Abends war der musikalische Auftritt von Jochen Wilke, der Franz Schuberts „Erlkönig“ und das berühmte „New York, New York“ vortrug.

Gemeinsam die kulturellen Wurzeln bewahren

Solche Treffen sind weit mehr als festliche Veranstaltungen mit einem Konzertprogramm. Sie geben den Menschen die Möglichkeit, ihre gemeinsame Geschichte zu erleben und gleichzeitig neue Verbindungen zu schaffen. Gerade für die Deutschen Kasachstans, die in verschiedenen Regionen des Landes leben, sind persönliche Begegnungen eine wichtige Grundlage für den Zusammenhalt der Gemeinschaft.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Weitergabe von Traditionen an die jüngere Generation. Kinder und Jugendliche erleben bei solchen Veranstaltungen, dass deutsche Kultur nicht nur mit Geschichte verbunden ist, sondern auch heute lebendig bleibt. Trachten, Lieder, Tänze, Sprache und Bräuche werden für sie nicht zu etwas Fernem aus vergangenen Zeiten, sondern zu einem Teil ihrer eigenen Gegenwart.

Das zeigte sich auch in Karaganda. Neben den erfahrenen Mitgliedern der regionalen Gesellschaften standen junge Teilnehmer auf der Bühne und präsentierten ihre kreativen Fähigkeiten. Für viele von ihnen ist ein solcher Auftritt nicht nur eine Möglichkeit, ihr Können zu zeigen. Er bedeutet auch, vor Familie, Freunden und Gästen mit Stolz einen Teil der eigenen kulturellen Identität sichtbar zu machen.

Von großer Bedeutung ist außerdem der Austausch mit Gästen aus anderen Ländern. Begegnungen mit Menschen aus Deutschland und Kanada schaffen die Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen kennenzulernen und über gemeinsame historische Wurzeln zu sprechen. Dabei wird deutlich, dass die Geschichte der Deutschen in Kasachstan nicht an den Grenzen des Landes endet. Sie ist Teil einer größeren Geschichte, die Familien und Gemeinschaften über viele Jahre und Entfernungen hinweg miteinander verbindet.

Das Freundschaftstreffen wurde dadurch zu einem Ort des Dialogs zwischen Generationen und Ländern. Hier trafen Menschen zusammen, die unterschiedliche Lebenswege haben, aber durch Sprache, Kultur, Erinnerungen und gemeinsame Werte verbunden sind.

Besonders wertvoll ist, dass die Teilnehmer nicht nur als Zuschauer nach Hause gingen. Sie konnten selbst Teil des Programms sein, miteinander sprechen, Erinnerungen austauschen und neue Ideen entwickeln. Genau aus solchen Begegnungen entstehen neue Projekte und Initiativen.

Vielleicht liegt darin die größte Stärke der „Wiedergeburt“: Die Gemeinschaft bewahrt ihre Wurzeln nicht, indem sie in der Vergangenheit stehen bleibt, sondern indem sie diese Wurzeln mit neuen Ideen, jungen Menschen und lebendigen Begegnungen verbindet. So wird aus Erinnerung Zukunft – und aus einer gemeinsamen Geschichte eine gemeinsame Perspektive.

Das Treffen erlangte im Jahr des 30-jährigen Bestehens der Volksversammlung Kasachstans besondere Bedeutung. Schließlich werden solche Veranstaltungen zu einer lebendigen Bestätigung der Tatsache, dass in der Vielfalt unsere Stärke liegt. Als Zeichen der Anerkennung für den Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes, zur Entwicklung von Traditionen und zur aktiven Arbeit in den Zweigstellen wurden den Teilnehmern aus der Region Dankesbriefe überreicht.

Abschließend konnten die Gäste ihr Feedback und ihre Wünsche auf der improvisierten „Feedback-Tafel“ in der Atriumhalle hinterlassen. Edwin Warkentin schrieb zum Beispiel: „Wir waren, sind und bleiben zusammen“.

Unter anderem hieß es: „Vielen Dank an die Organisatoren dieser wunderbaren Veranstaltung! Die Veranstaltung wurde auf höchstem Niveau durchgeführt. Große kreative Erfolge, Frieden, Freundschaft, Gesundheit, Wohlstand!“

„Ich bin für Frieden und Freundschaft der Völker!“, “Vielen Dank! Alles war sehr angenehm. Wie immer – die Organisation, die Teilnehmer und die Zahlen waren erstklassig! Die Atmosphäre war großartig!“

Diese Worte spiegelten das Geschehen auf der Bühne und im Saal auf sehr emotionale Weise wider.

Die Feier war vorbei, doch hinterließ eine warme Spur – solche Treffen enden nicht – sie leben weiter in Erinnerungen, in neuen Initiativen, in kreativer Inspiration. Denn wo es Wurzeln gibt, da gibt es zwangsläufig auch Flügel. Und so wird es neue Begegnungen geben.

Gulmzhan Bertaewa

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