Ausgezeichnet für Schöpfertum und Treue

Die Vorsitzende der öffentlichen Organisation „Wiedergeburt“ Ostkasachstan in der Region Ridder Ljubow Ignatjewa wurde mit der Jubiläumsmedaille „25 Jahre Versammlung der Völker Kasachstans“ ausgezeichnet. Und dies ist eine wohlverdiente Auszeichnung. Als eine lebhafte, ideenreiche und hilfsbereite Person hat Ljubow Wasiljewna seit dem ersten Tag der Eröffnung des Kulturzentrums „Wiedergeburt“ ihre gesamte Energie darauf verwendet, die Freundschaft und die Harmonie in unserer Gesellschaft zu bewahren.

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Tag der Erinnerung und der Trauer

In Ridder sind die Vertreter der Gesellschaft „Wiedergeburt“ im örtlichen Heimatkundemuseum zusammengekommen, um der sowjetischen Deutschen zu gedenken, die Opfer der Zwangsdeportation aus dem Wolga-Gebiet wurden.

Am 28. August 1941 wurde das Dekret des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR „Über die Umsiedlung von in der Wolga-Region lebenden Deutschen“ erlassen, wonach die gesamte deutsche Bevölkerung dieser Region völlig haltlos der Beihilfe am deutschen Faschismus beschuldigt wurde.

Bei dem Treffen im Museum wurden zahlreiche Fakten der tragischen Deportation aufgezählt. Das Dekret wirkte sich auf praktisch alle Bürger deutscher Nationalität aus. Die Autonome Republik der Wolgadeutschen wurde liquidiert, und die Personen deutscher Nationalität wurden in Militärkonvois gewaltsam nach Sibirien, Kasachstan und Zentralasien gebracht. Der Akt der Deportation begann im Herbst, die Siedler kamen an den neuen Wohnorten an, als es dort bereits kalt war und es keine Lebensmittelvorräte oder warme Kleidung gab. Die schreckliche Lage wurde oftmals verschärft durch die schlechten Russischkenntnisse und die allgemeine negative Haltung gegenüber den Deutschen aufgrund des Krieges mit dem faschistischen Deutschland.

Auf die Wiederherstellung der Gerechtigkeit musste lange gewartet werden. Die völlige rechtliche Gleichstellung der Wolgadeutschen fand erst im Jahr 1991 statt, als am 26. April das Gesetz „Über die Rehabilitation unterdrückter Völker“ verabschiedet wurde, welches sämtliche repressiven Handlungen für illegal und kriminell erklärte. Die alten Missstände und durchlebten Wiedrigkeiten gingen jedoch nicht spurlos vorüber. Anfang der neunziger Jahre verließen rund zwei Millionen Deutsche Kasachstan nach Deutschland.

Der Großteil der sowjetischen Deutschen wurde während des Großen Vaterländischen Krieges in die sogenannte Arbeitsarmee eingezogen. Die deutschen Arbeitssoldaten arbeiteten in Minen, fällten Bäume und bauten Verteidigungsunternehmen auf. Sie wurden praktisch wie als Gefangene in Lagern gehalten. Die Bedingungen waren zermürbend, das Essen war spärlich, infolgedessen starben Menschen massenhaft an Krankheit und Hunger oder wurden zu Invaliden.

Im Museum von Ridder ist die Geschichte von Johann Froese bewahrt, der sich daran erinnerte, dass im Jahr 1942 15.000 deutsche Arbeitssoldaten zum fällen von Bäumen kamen und ein Jahr später von ihnen nur noch 3.000 übrig waren, das heißt, 80 Prozent starben an Hunger, Infektionskrankheiten und Arbeitsüberlastung. Selbst bei maximaler Anstrengung gelang es ihnen lediglich, 70-80 Prozent der Norm zu erfüllen, was sicherlich mit der Reduzierung der ohnehin mageren Verpflegung einherging. Die Anwesenheit der Wachmänner lähmte die Menschen moralisch und psychologisch. Das Baubataillon in Leninogorsk bestand bis zum Sommer 1943, danach wurden die meisten Deutschen nach Ust-Kamenogorsk (Verwaltung „Altajswinetsstroj“) geschickt, wo sie weiter am Bau des zukünftigen Blei-Zink-Kombinats arbeiteten. Zusammen mit anderen Sondersiedlern (Tschetschenen) haben die Deutschen einen großen Beitrag zur Entwicklung der Industrie in der Region geleistet.

In Zyrjanowsk arbeiteten die Arbeitssoldaten in Erzbergwerken, als Holzfäller und in Steinbrüchen, wo sie ebenfalls an Hunger und Krankheit starben.

Insgesamt wurden 72.000 sowjetische Deutsche in das Gebiet Ostkasachstan deportiert.

Unter den politischen Repressionen litt ebenfalls die Bewohnerin von Ridder Marija Dik, die sich seit dem Moment ihrer Geburt im Jahr 1954 zusammen mit ihren Eltern in einer Sondersiedlung in Kasachstan befand. Bei dem Treffen im Museum erzählte Marija Wasiljewna davon, wie der Vater und die Mutter im Jahr 1947 aus Russland ausgesiedelt wurden, und dass Marija Dik selbst erst am 14. April 1993 auf Grundlage des Gesetzes der Republik Kasachstan „Über die Rehabilitation der Opfer der politischen Massenrepressionen“ rehabilitiert wurde.

Die Bewohnerin von Ridder Lidija Jakowlewna Litwinowa konnte ihre Tränen nicht zurückhalten, als sie die Antwort aus der Verwaltung des KGB des Gebietes Wolgograd auf das Ersuchen der Bewohnerin des Gebietes Schymkent Amalija Wilhelm vom 18. Dezember 1990 über das Schicksal ihres Vaters Franz Benzel zeigte. Aus dem Dokument geht hervor, dass Franz Franzjewitsch am 23. Oktober 1890 in der Siedlung Kolb im Kanton Frank, ASSR der Wolgadeutschen geboren wurde und als Zimmermann in einer Schule arbeitete. Er wurde am 29. November 1937 wegen faschistischer Agitation verhaftet und am 9. Dezember zum Tode durch erschießen verurteilt. Der Ort seiner Grabstätte ist unbekannt…

Nach dem Dekret von 1941 wurden aus der Armee alle Soldaten und Offiziere deutscher Nationalität abberufen. Bei dem Treffen im Museum waren die Deutschen der Gesellschaft „Wiedergeburt“ erstaunt zu erfahren, dass viele sowjetische Deutsche unter fiktiven Familiennamen in der Roten Armee blieben und selbstlos an den Fronten des Großen Vaterländischen Krieges kämpften. So kämpfte zum Beispiel der Held der Sowjetunion, Leutnant Woldemar Wenzel aus Saratow unter dem Namen Wenzow; der Oberleutnant Artur Bojgel war als Bojtschenko eingeschrieben; aus Peter Lewin wurde Lewinyj und unter diesem Familiennamen erreichte er Berlin; der Arzt Georgij Emiljewitsch Richter machte den ganzen Krieg unter den Namen Michail Wasiljewitsch Smirnow durch, Paul Schmidt nahm den Namen seines Kinderfreundes, des Aserbaidschaners Ali Achmedow an, usw…

– Den sowjetischen Deutschen, – erzählte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Heimatkundemuseums Elena Putinzewa, – wurde nicht anvertraut, mit Waffen in den Händen ihre sowjetische Heimat zu verteidigen, trotzdem kämpften viele von ihnen in Partisanengruppen und wurden zu Untergrundkämpfern. Die Heldentaten vieler wurden mit den höchsten staatlichen Orden ausgezeichnet. So wurde der Titel des Helden der Sowjetunion an die Panzersoldaten Peter Miller und Michael Gekkel, an den Generalmajor Sergej Wolkenstejn, an den Kommandanten einer Partisanenbrigade Aleksandr German, an den legendären Späher Robert Klein und an viele andere verliehen. Auch unter den Verteidigern der Festung von Brest befanden sich Deutsche. Dies sind die Namen einiger: Major Aleksandr Dulkajt, die Oberleutnants Georg Schmidt, Aleksandr Gerzog, der Oberleutnant des Sanitätsdienstes Kroll, der Regimentsarzt Weber, der Stabschef der Luftverteidigung Aleksandr Wagenlejter und andere.

Beinahe jeder Teilnehmer des Treffens im Museum hatte etwas zu diesen tragischen Ereignissen zu erzählen. Sie nannten mit großem Respekt die Namen ihrer Eltern, ihrer Großväter und Großmütter, ihrer nahen und fernen Verwandten, ihrer Freunde und Bekannten.

Abschließend sagte die Vorsitzende der Gesellschaft „Wiedergeburt“ der Stadt Ridder Ljubow Ignatjewa zu ihren Landsleuten, dass sämtlichen Mühen und unmenschlichen Bewährungsproben der Zwangsumsiedlung, welche die sowjetischen Deutschen ertragen mussten, sie mit Tapferkeit und Stolz ertrugen, und dass nur in der Seele starke Menschen unter diesen Umständen menschlich bleiben konnten. Dies bedeutet, dass wir auf unsere Landsleute stolz sein können und müssen, dass wir uns an ihre Namen erinnern und sie ehren.

Vorbereitet von Andrej Kratenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Landesweiter Tag der Mediation

Am 5. August wird der gemeinsame landesweite Tag der Mediation gefeiert. Für diese Veranstaltung haben die Mitglieder des Klubs der deutschen Jugend „Glück“ der Gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Semej einen Videoclip vorbereitet und ein Online-Treffen durchgeführt, bei dem sie die Grundlagen der Mediation kennengelernt haben.

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Die Deutschlehrer sind wieder gefragt!

Bereits seit vier Jahren verwirklicht die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Akmolinsk erfolgreich das Projekt zur Unterstützung von Studenten, die die Berufswahl „Deutschlehrer“ getroffen haben und an der Kasachischen Staatlichen Ualichanow-Universität in der Stadt Kokschetau studieren. Im Rahmen dieses Projektes werden Studienfinanzierung und Stipendien zur Unterstützung der zukünftigen Pädagogen, die die ethnischen Deutschen vertreten und Aktivisten der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ sind, aus Mitteln der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ bereitgestellt.

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Aleksandr Werwekin: „Die Arbeit mit der Jugend hat Priorität“

Aleksandr Werkwekin ist eine ziemlich bekannte Medienpersönlichkeit: er ist Schriftsteller, Journalist, Gründer und Direktor der OO „Haus der Geografie Pawlodar (PawGeo), er leistete einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar, unter anderem als Lehrer und Vorsitzender des Jugendklubs „Lenz“.

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Die Erinnerung des Volkes ist in den Archiven bewahrt

Das Archiv des Präsidenten der Republik Kasachstan (APRK) hat eine elektronische Version der Sammlung der II. internationalen wissenschaftspraktischen Konferenz „Das Archivwesen im gegenwärtigen Stadium: Probleme, Praktiken, Innovationen“ veröffentlicht, welche im Herbst 2019 stattfand und dem 25. Jubiläum des APRK gewidmet war. Die Sammlung enthält zahlreiche Vorträge zur Entwicklungsgeschichte und den modernen Tendenzen des Archivwesens in Kasachstan und im Ausland, zu den Problemen der Digitalisierung und der Informatisierung staatlicher Archivinstitutionen usw.

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Zur Erinnerung…

48 Minuten… Das ist die Laufzeit des Filmes „Die deutsche Familie. Russlanddeutsche über Sibirien, die Familie und die Freiheit“. Jede Minute ist Erinnerung – Schwermut, Tränen, Hunger, durchlebte Verhöhnungen, Gedanken über das Überleben. Jede Minute ein Glockenschlag, den jeder von uns in diesem bestimmten Moment hört. Der Film handelt nicht nur vom Schicksal der Helden, den Deutschen von Tomsk, sondern auch von den zehntausenden derer, die vor fast 80 Jahren alles verloren hatten. Mit jeder Geschichte, mit jedem Wort versteht man, wie schwer es für die Russlanddeutschen damals war, zu überleben.

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Verbannung in… die Heimat

Krieg und Deportation zerstörten das Schicksal vieler sowjetischer Deutscher, drunter litt auch der 85-jährige Werner Bekker, der in Ridder lebt. Wenn man seine Erzählungen über sein Leben liest, kann man sich nur schwer vorstellen, dass man dies alles ertragen kann, ohne zu verrohen, ohne aufzuhören das Leben und die Menschen um einen herum zu lieben. Alles ertrug Werner Gawrilowitsch, alles stand er durch: Ungerechtigkeiten, Verfolgung, den Verlust seines Vaters, Hunger, Entbehrungen, harte Arbeit, – und er blieb ein ehrenwerter Bürger, ein guter Mensch, zuverlässiger Unterstützer und eine hohe Autorität für seine Familie und Freunde, seine Kinder und Enkelkinder. Und das Land der Verbannung – das Gebiet Ostkasachstan – wurde zu seiner Heimat.

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Wjatscheslaw Ruf

„Wjatscheslaw Ruf ist wahrlich ein eindrucksvoller Vertreter der neuen Menschengattung unserer Zeit, der für Kasachstan – eigentlich aus dem Nichts – ein neues Business geschaffen hat.“ (Juri Pominow)

Er ist Gründer der TOO „Rubikom“, Vorsitzender der Pawlodarer Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“, Vorsitzender des Stifterrates des Gesellschaftlichen Fonds „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“. (geb. 17.04.1971)

Die von Wjatscheslaw Ruf gegründete und aufgebaute TOO „Rubikom“ ist ein integrierter Komplex von Agrarunternehmen und verarbeitenden Industriebetrieben mit einem eigenen Vertriebsnetz für Endprodukte. Im weit zurückliegenden Jahr 1995 begann alles mit einem kleinen fleischverarbeitenden Produktionbetrieb, gegruendet von dem jungen enthusiastischen Unternehmer Wjatscheslaw Ruf. Eingedenk dessen, dass die Agrarindustrie eine Schlüsselrolle im Entwicklungsprozess des Landes spielt und große Perspektiven hat, begann Ruf das Produktionsvolumen schrittweise zu steigern. Neue Möglichkeiten taten sich auf, die mit der Zeit ein vertikal integriertes Unternehmenssystem geschaffen haben, das auf ein kombiniertes Resultat hin arbeitete: Ackerbau, Viehzucht, eigene Futtermittelfabrik. Diese rechtzeitig ergriffenen Maßnahmen ermöglichen es heute, von Lieferanten unabhängig zu sein und ausschließlich an der Qualität der Produkte zu arbeiten, um die Rentabilität des Unternehmens sicherzustellen. Wie Wjatscheslaw Ruf selbst betont, „ist die eigene Rohstoffbasis mit die Hauptkomponente, welche heute eine wesentlich höhere Produktionseffizienz ergeben kann.“

Als Mensch mit aktiver Lebenshaltung, für den nationale Identität nicht Wortgeklaub, sondern Herzenssache ist, wird Wjatscheslaw Ruf zu Beginn der 2000er Jahre Mitglied der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar. Und bereits 2005 wurde er auf der Berichts- und Wahlkonferenz zu deren Vorsitzenden gewählt. Seinem Beispiel und einer Reihe seiner Initiativen folgend, werden auch andere Unternehmer aus Pawlodar Mitglieder der Gesellschaft. Heute ist die „Wiedergeburt“ Pawlodar eine der aktivsten Gesellschaften des Gebietes; gemeinsam mit der Versammlung der Völker Kasachstans beteiligt sie sich am gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes und leistet inach Kräften ihren Beitrag zur Wahrung des Friedens und der interethnischen Harmonie in der Republik.

Durch Unterstützung und direkte Beteiligung Wjatscheslaw Rufs und anderer kasachstandeutscher Unternehmer finden alljährlich viele Wohltätigkeitsveranstaltungen statt und werden manche wichtigen Sozialprojekte umgesetzt. Ohne die kompetente Leitung durch Wjatscheslaw Ruf und das von ihm aufgebaute Team von Gleichgesinnten wäre dies kaum möglich gewesen.

Für seinen Beitrag am wirtschaftlichen Ausbau des Staates wurde Wjatscheslaw Ruf mit der Medaille „Eren Enbegi Uschin“ geehrt.

Jakob Gering

„Heute glaube ich, dass ich damals den richtigen Weg gewählt habe. Ich habe mich nicht mit Klenigkeiten abgegeben, sondern an einem großen und wichtigen Werk geschafft, und muss mich, so glaube ich, für die gelebten Jahre nicht schämen. Diesen von mir gewählten Weg bin ich unbeirrt gegangen und will jetzt auch meine Kinder so erziehen, wie mich meine Eltern, meine Lehrmeister, ja das Leben selbst erzogen haben…“

„Unter einer solchen Führungspersönlichkeit wie Jakob Hermanowitsch Gering, ein Held der Arbeit, sind auch die Menschen Helden. Genau so muss man wirtschaften. Und genau so muss man leben.“ D. A. Kunajew, Erster Sekretär des ZK der KPdSU Kasachstans (1972).

Als Jakob Gering mit 23 Jahren zum Veterinärtechniker bestimmt und nach drei Jahren zum Vorsitzenden der Kolchose gewählt wurde, hatte er kaum mehr als nur die bittere Erfahrung der unvorstellbar schweren, fast zwanzig durchgestandenen Jahre seines jungen Lebens hinter sich. Und in rund zwanzig Jahren erschuf dieser rastlose Enthusiast zusammen mit seinen treuen Dorfgenossen sein „Atlantis“ – gleichsam aus purem Nichts. Als Verbannter, der während des Krieges aus dem Kaukasus nach Kasachstan deportiert worden war, fand er hier seine zweite Heimat.

Jakob Gering wurde am 29. Februar 1932 geboren. Seine aus Süddeutschland eingewanderten Vorfahren ließen sich Ende des 19. Jahrhunderts in Transkaukasien nieder, als Jakob Gering senior (sein Großvater), ein bedeutender Bauingenieur, die Einladung, in einer der russischen Ölfirmen zu arbeiten, annahm, und mit seiner Familie nach Tiflis zog.

Ab 1946 ging Jakob zur Schule. 1949 wurde er auf Anordnung des Kriegskommissariats auf eine FSU (Fabrikfachschule) nach Karaganda geschickt, wo er später in einem Kohlebergwerk arbeitete. Bei einem Unfall wurde Jakob von einer eingestürzten oberen Gesteinsschicht verschüttet. Zwei Jahre lang blieb er ans Krankenbett gefesselt, und es bestand die ernste Gefahr, dass er zum Invaliden werden würde. Doch dank seiner Willenskraft und dem großen Wunsch zu leben und zu arbeiten bewältigte der junge Mann die Krankheit.

Nachdem er die veterinärmedizinische Fachschule mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, nahm er als junger Spezialist noch im selben Jahr ein Fernstudium an der Landwirtschaftlichen Hochschule Barnaul auf und fand eine Arbeitsstelle in einem der rückständigsten Agrarbetriebe im Dorf Konstantinowka, Kreis Uspenka, Bezirk Pawlodar. Grasteppen und Salzfelder umgaben das Dorf. Der akute Wassermangel stimmte einen nicht gerade optimistisch.

Selbst nachdem sich der Landwirtschaftsbetrieb in eine blühende Oase mit bewässerten Gemüsegärten, Ackerflächen und kultivierten Weiden verwandelt hatte, auf denen in aller Freiheit die berühmten kasachischen Weißkopfrinder, rassige Pferde und Schafe grasten, darunter sogar eine Herde Kamele, fand Gering für sich und seine Helfer immer neue, nicht weniger wichtige Aufgaben. Er schickte Leute zur Ausbildung nach Pawlodar, bezahlte dafür, und half jungen Fachkräften, auf der Kolchose Fuß zu fassen, indem er ihnen Wohnraum zuteilte und sich um den persönlichen Hof eines jeden Bauern kümmerte.

Die Dörfer Konstantinowka und Rawnopol (ehemals Ebenfeld) verschmolzen nach und nach zu einem, es wurden mehrere Zweigstellen der Kolchose geschaffen. In dem Landwirtschaftsbetrieb „30 Jahre Kasachische SSR“ wurde kein Unterfangen ohne wissenschaftlich fundierte Grundlagenarbeit angepackt. Gering legte darauf großen Wert, betrieb er ja selbst Wissenschaft und verteidigte auch seine Dissertation zur Viehzucht. Seine Diplomarbeit zur Steigerung der Fettmilchproduktion bei Kolchosekühen wurde in wissenschaftlichen Kreisen gewürdigt. Selektion, Samenproduktion, Wasserentnahme aus Bohrbrunnen – all diese Arbeiten wurden in den wissenschaftlichen Labors getestet. Hinter jedem, selbst dem geringsten Ausgangspunkt stand eine streng ökonomische Berechnung.

Für die Entwicklung und Einführung einer progressiven Bewässerungtechnologie mit breitgefächerten Sprinkler-Anlagen wurde die Kolchose mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Und der lokale Wasserspeicher, eine Art igenieur-technischer Tiefwasserbau, eine Idee von Jakob Gering, machte seine Kolchose weit über die Grenzen der Republik berühmt. Gering war auch ein Wegbereiter der Errichtung von Entwässerungssystemen zur Verhinderung des Grundwasseranstiegs. Nach einiger Zeit wurde im Agrarbetrieb ein Labor des Forschungszentrums für Bewässerungsmechanisierung eröffnet, was eine Anerkennung der Neuerungen in Konstantinowka durch Spezialisten auf Unionsniveau bedeutete.

Zahlreiche Reisen im In- und Ausland halfen J. Gering bei der Umsetzung vieler Pläne. Mit jedem Jahr erweiterte sich das Netz gegenseitig vorteilhafter Partnerschaften Konstantinowkas mit verschiedenen Unternehmen, Agrarbetrieben und wissenschaftlichen Institutionen. Und das nicht nur in der UdSSR, sondern auch im Ausland.

Gering vergrößerte energisch die Besitztümer seines Landwirtschaftsbetriebes, baute riesige Gewächshäuser am Rand des Bezirkszentrums, ein Netz von Geschäften daselbst, eine Ziegelfabrik und eine Schlammbadeanstalt. Darüber hinaus asphaltierten die Einwohner von Konstantinowka 30.000 Quadratmeter Straßen und Gehwege, verlegten Heizungs- und Wasserleitungen, errichteten ein Stahlbetonwerk, eine Saatgut-Reinigungsanlage, Depots, Lagerhäuser, Werkstätten, Molkereikomplexe, Sägewerke und Duschräume in den Werken. All das neben dem Bau einer Rennbahn, eines Lichtspielbrunnens, eines Kulturparks, der Anlage eines riesigen Gartens mit Blumenbeeten und Grünflächen. Dreihundert Autos passen mit Leichtigkeit in ein großes Parkhaus, und drei Rettungswagen erleichtern das Leben der Dorfbewohner. Der Vorsitzende geizte auch nicht beim Kauf von Felder- und Weidenbewässerungsanlagen, obwohl solche Maschinen verrückt teuer sind.

Enorme Gewinne brachte der Kolchose eine Pelztierfarm. Die Kaninchen, Sumpfbiber, Nerze und Polarfüchse pflanzten sich in den großen Freigehegen prächtig fort. Die wunderschönenen Pelze waren nicht nur im Bezirk gefragt, und das Fleisch einiger Tiere wurde in Kantinen und Restaurants als Diätkost angeboten. Die Spiegelkarpfen, die in großer Menge in künstlichen Gewässern gezüchtet wurden, brachten dem Landwirtschaftsbetrieb ebenfalls hohe Einkünfte. Die Gehege der Entenfarm bezauberten durch einen schneeweißen „Schleier“ aus Vogelfedern. Gutes Einkommen erbrachte auch die Imkerei. Und besonders gut gefiel den Landwirten der örtliche Tierpark!

Man muss hervorheben, dass auf allen Höfen der Kolchose eine außergewöhnliche Ordnung herrschte. Die Ästhetik stand an erster Stelle. Die Besten Designer, Künstler und Architekten wurden hierher eingeladen, und jedwedes Projekt wurde vom Besitzer der berühmten Kolchose eingehend untersucht.

Er hat nicht mit Auszeichnungen für die Gewissenhaftesten und Fleißigsten gegeizt. Im Kulturhaus wurden sogar Täfelchen mit den Namen der besten Arbeiter der Kolchose auf die Rückenlehnen der Stühle genagelt.

Der Zustrom an neuen Bewohnern nahm von Jahr zu Jahr zu. Es kam bereits die Frage auf, ob man Interessierten den Zuzug in die Kolchose „30 Jahre Kasachische SSR“ verweigern sollte. Alle waren neugierig: der Ruhm der kasachstanischen Oase wuchs. Journalisten, hochrangige Beamte, Wissenschaftler mit Weltruf, Schauspieler, Sänger, Kosmonauten – wer war nicht alles in diesem blühenden Landwirtschaftsbetrieb! Der berühmte Vorsitzende wurde mit zahlreichen Ehrenpreisen ausgezeichnet, darunter waren auch die allerhöchsten. Über ihn wurde nicht nur in der Presse geschrieben – er wurde selbst in Büchern zum Helden. Im März 1975 wurde J. G. Gering zum Deputierten des Obersten Sowjets der UdSSR gewählt. Es regnete Angebote, auf eine höhere Position zu wechseln. Aber er wollte sein Heimatdorf nicht verlassen.

Und er war auch stolz auf seine Familie, auf den geliebten Großvater und die Großmutter, auf seinen Vater und seine Mutter, auf die Kinder. Der jüngste, Hermann, schloss die Landwirtschaftliche Hochschule Zelinograd ab und trat in die Fußstapfen seines Vaters. Der Älteste, Viktor, wählte einen anderen Weg: Er kämpft gegen das Verbrechen, seinerzeit war er Abgeordneter des Obersten Rates der Republik. Ewald wurde Arzt. Die Tochter Lora wurde Musikerin. Und die größte Auszeichnung in seinem Leben ist seine Frau Olga. Sie war immer eine Unterstützung für ihren Ehemann. Trotzdem der größte Teil der Arbeit im Haus auf ihren Schultern lag, gelang es ihr, ihre eigenen Kinder großzuziehen und sogar fremde Kinder zu unterrichten: Olga Adamowna arbeitete als Lehrerin.

Mit 52 Jahren starb Jakob Gering. Sein Tod war ein Schock für sehr viele Menschen, für die Republik, für das Land… Solche Menschen wie er haben kein Recht, so früh aus dem Leben zu scheiden! Er war ja noch verhältnismäßig jung. Wie sehr hätte er anderen von Nutzen sein können! Er war voll Feuer. Er brannte für seine Arbeit, kannte praktisch keine Rast. In Kislowodsk, wo von der Kolchose ein Sanatorium gebaut wurde, hat er sich wahrscheinlich nicht mehr als zwei Mal erholt.

Der Verlust war groß – das ganze Land kannte Jakob Gering! Die Büste auf seinem Grab – mit einem Buch in der Hand – spiegelt besonders deutlich das Wichtigste dieses wunderbaren Menschen wider. Er war nicht nur ein Bauer, Leiter, Schöpfer, er war Wissenschaftler, ein tiefer Denker, ein Träumer und Romantiker, der so viele Pläne und Ideen mit sich herumschleppte, und die er leider nicht mehr verwirklichen konnte…

Irina Winter

Sergej Block

Vorsitzender der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Kostanai, Mitglied des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt’“, Leiter der TOO MILCH – des größten Herstellers von Milchprodukten in Kasachstan.

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In Erinnerung an Aleksandr Merk: In seinem Herzen war Platz für alle…

Ein unersetzlicher Verlust für die deutsche Ethnie Kasachstans, für das Gebiet Nordkasachstan und für das ganze Land. Am 7. Mai verstarb Aleksandr Andreewitsch Merk. Viele kannten ihn als erfahrenen Leiter, Pädagogen, Professor, Innovator, Aktivisten, talentierten Schriftsteller und Patrioten seines heimatlichen Kreises. Für seine Familie und diejenigen, die mit Aleksandr Andreewitsch eng vertraut waren, für seine Kollegen und Partner, Schüler und Studenten, für Freunde und Mitstreiter war er ein unerschütterliches Beispiel für harte Arbeit, Professionalität, Weisheit und Herzensgüte. Mit nicht enden wollender Traurigkeit in der Seele, großem Respekt und einem unermesslichen Gefühl der Dankbarkeit werden sich alle an Aleksandr Merk zurückerinnern, die das Glück hatten, diese herausragende Person kennenzulernen und Schulter an Schulter mit ihr, ein Mensch des Wortes und der Tat, zusammenzuarbeiten.

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Der Fluss der Erinnerungen reißt noch immer nicht ab…

Unvergessliche Videos haben die Vertreter der Gesellschaftlichen Vereinigung „Wiedergeburt“ Ostkasachstan in der Stadt Ridder am Vorabend der Mai-Feiertage erstellt. Sie haben ihre Materialien in den sozialen Netzwerken gepostet und ihren Landsleuten zum Tag der Einheit des Volkes Kasachstans, zum Tag des Batyrs und zum Tag des Sieges gratuliert.

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Erweiterung der Kompetenzen der Sozialarbeiter

Wir setzen die Serie fort, in der wir berichten, wie unter den Bedingungen der Quarantäne und der Einführung des Notstandes die Aktivitäten der Selbstorganisation der Deutschen fortgeführt werden. Heute kommentiert Irina Wakengut, Mitglied des Kuratoriums der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ die neue Form der Online-Sozialarbeit.

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Den Älteren wurde Aufmerksamkeit geschenkt

Unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes blieben die Rentner in Westkasachstan nicht ohne Unterstützung. Die Situation in der Welt verändert die Menschen. Einige bilden sich selbst weiter, andere widmen de Familie mehr Zeit. Wieder andere helfen Bedürftigen, die Belastungen der Quarantänemaßnahmen zu bewältigen.

Wir haben herausgefunden, wie unter den gegenwärtigen Bedingungen die Sozialarbeit der deutschen Gesellschaften in der westlichen Region Kasachstans vorangeht.

Die Feen aus dem Ural

Einfach nur die Feen aus dem Ural, so nennen die deutschen Rentner Svetlana Titlowa und Irina Kajl. Selbst mit Einführung der Quarantäne in der Stadt hörte die Sozialarbeit der Gesellschaft „Heimat“ nicht auf. Wo es im ersten Quartal im Projekt „Pflege Daheim“ sieben Schützlinge waren, stehen jetzt neun einsame Rentner unter der Fürsorge der Gesellschaft.

– Die Arbeit hörte nicht auf. Es ist zwar schwieriger geworden, sich durch die Stadt zu bewegen, für alles benötigt man einen Passierschein, aber im Moment kommen wir damit zurecht. Wir haben uns aufgeteilt und arbeiten in Sektoren, – sagt die Koordinatorin der Sozialprojekte der Gesellschaft der Deutschen Svetlana Titlowa. Ab dem Moment der Einführung des Ausnahezustandes haben wir die Menschen in fortgeschrittenem Alter gewarnt, dass sie besser nicht auf die Straße gehen, aber niemand wollte die alten Menschen sich selbst überlassen.

– Wir sind mit allen Rentnern in ständigem Kontakt. Wer einfach nur reden will, ruft an. Aber eine Frage kam sofort auf: Was passiert mit denen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht zum Einkaufen oder zur Apotheke können? Es gibt auch solche, die alleine zurückgeblieben sind. Zu solchen Menschen versuchen wir zu gehen, – erzählt Svetlana. Die 91-jährige Lydia Bechler leidet altersbedingt an einer ganzen Reihe von Erkrankungen, deshalb erweist sich die Unterstützung der deutschen Gesellschaft als überaus hilfreich. Die Rentnerin heißt die Sozialarbeiter wie Verwandte willkommen.

– Was machen wir? Alles, was nötig ist: wir räumen auf, waschen, kochen. Denen, die selbst dazu in der Lage sind (und das sind die meisten), bringen wir Medizin und Lebensmittel, – teilen die Mitarbeiter der Gesellschaft der Deutschen mit.
Pawel Gelt ist 71 Jahre alt. Der Großvater kann sich nur schwer bewegen, er hat zwei Schlaganfälle mit Begleiterkrankungen hinter sich. Die Kinder und Enkelkinder von Pawel Jakowlewitsch sind heute in Russland, seine einzige Hoffnung sind die Mitarbeiter der Gesellschaft „Heimat“.

– Alle unsere Rentner sind gutgelaunt, niemand verfällt in Depressionen. Den Großvätern gelingt es immer noch, zu Scherzen und Komplimente zu machen, – gesteht Irina Kajl mit einem Lächeln.
Irina war früher Schulköchin und ist heute Hilfskraft in den Sozialprojekten der Gesellschaft. Die Frau, die in einem Dorf aufgewachsen ist, findet mit Leichtigkeit eine gemeinsame Sprache mit den älteren Menschen. Und so fühlen sich die Alten zu einer Seelenverwandten hingezogen. So nennt auch der 79-jährige ab und an Andrej Becher Irina seine Tochter. Und das ist schön. Am Ostertag brachte Irina ihrem sogenannten Vater einen Osterkuchen und bunte Eier.

– Wir haben uns beglückwünscht, Tee getrunken, in Erinnerungen geschwelgt und geredet. Alles war so, wie es sein sollte. Wissen Sie, Quarantäne und Pandemie sind nicht mehr so schlimm, wenn man positive Gedanken hat! – betont Andrej Becher.

Initiativen in Aktau

Sozialhilfe – das ist nicht nur Lebensmitte und Medikamente, das sind auch freundliche Worte. Es ist gerade diese Unterstützung, die die sozial verwundbaren Menschengruppen jetzt benötigen. An positiven Gedanken und Humor mangelt es der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Aktau auf jeden Fall nicht. Noch vor der Quarantäne wurde für ihre Mitglieder ein spezieller Chat in einem populären sozialen Netzwerk erstellt. Jetzt langweilen sich die Rentner nicht mehr, sie diskutieren Rezepte, verschiedene Sportübungen für Zuhause, viele teilen sogar ihre deutschen Sprachkenntnisse.

– Es ist schön, dass sich alle gegenseitig aufmuntern und unterstützen. Wie eine große und freundschaftliche Familie. Sie sind bereits viele Jahre alt, haben viel im Leben mitgemacht, deshalb erleben sie die Quarantäne ohne Panik, – erzählte Luisa Eskerhanowa, die Projektmanagerin der Gesellschaft „Wiedergeburt“ Aktau.
So kam es, dass der ehemalige Militärangehörige Bogdan Schulz alleine zurückblieb. In der Wohnung des 82-jährigen ist es immer sauber und gemütlich. Die Abhärtung durch die Armee hilft auch, mit der Einsamkeit umzugehen. Und dann besucht ihn auch die Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen Margarita Klee mit ihren Mitarbeitern. Neulich brachten sie dem alten Mann Lebensmittel und Medizin.

– Ostern ist ein strahlender Feiertag, den wir zusammen mit Bogdan Dawidowitsch gefeiert haben. Wir haben allen unseren Mitgliedern der Gesellschaft am Telefon gratuliert und uns gegenseitig Gesundheit und ein baldiges Ende der Quarantäne gewünscht, sagt Luisa.

Die „unsichtbare Front“ von Aktöbe

Von außen scheint es so, als wären die Aktivitäten der Gesellschaft der Deutschen Aktöbe zurückgegangen – das Büro ist wegen der Quarantäne geschlossen. Bereits seit einigen Wochen arbeiten die Mitarbeiter aber von Zuhause aus.
– Wir sind die Kämpfer an der „unsichtbaren Front“, – scherzt Elena Schinkarenko, die Koordinatorin der Sozialarbeit.

Das produktive erste Quartal sollte reibungslos übergehen in ein ebenso produktives zweites, aber der Ausnahmezustand hat diese Kette auseinandergebrochen.
Unter der Fürsorge blieben im zweiten Quartal drei einsame Rentner, die Hilfe bei der Beschaffung von Medikamenten und Lebensmitteln benötigen. Irina Kosiwzewa, Hilfskraft in der Sozialarbeit, hält die Hand immer am Puls der Zeit und erkundigt sich praktisch jeden Tag nach deren Wohlergehen.

Aufgrund ihrer schlechten Gesundheit kann die 86-jährige Anna Gorina das Haus nicht verlassen. Ira liefert nicht nur Lebensmittel und Medikamente, sondern erzählt der Großmutter auch die neuesten Nachrichten und liest aus der Zeitung vor.

Im vergangenen Jahr stürzte die 74-jährige Tamara Penner unglücklich, eine Hüftfraktur erlubt ihr seitdem nicht mal mehr, sich im Haus frei herumzubewegen. Die Kinder und Enkelkinder der Rentnerin leben in Deutschland, eine Krankenpflegerin kümmert dich um Tamara Petrowna. Die Hilfe der Deutschen Gesellschaft kam zur rechten Zeit.

– Die Arbeit ist in vollem Gange: wir haben jetzt in einem Messenger einen Chat eingerichtet, in den sowohl Mitglieder der Gesellschaft sowohl aus der Stadt, als auch vom Land aufgenommen wurden. Das sind solche Personen, die uns wegen der gesperrten Straßen aufgrund der Quarantäne keine Dokumente zukommen lassen können. Glücklicherweise haben viele Internet. Jetzt kann man uns die Dokumente zur Kompensierung der Medikamentenbeschaffung sowie Anträge auf Nahrungsmittelhilfe, welche es bis zum Ende des Sommers geben wird, schicken, – erläutert Elena Schinkarenko.

Die „Wiedergeburt“ hofft, dass die Quarantäne einen zusätzlichen Impuls zur Einführung moderner Kommunikationsmittel schafft und durch die sozialen Netzwerke die Aktivitäten der Deutschen in der Region zunehmen wird.

Vorbereitet von Konstantin Sergeew

Übersetzung: Philipp Dippl

Härte dich ab, wenn du gesund sein willst!

ieser Slogan ist heute aktueller denn je. Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ließ viele ernsthaft über einen gesunden Lebensstil nachdenken. Laut Rufat Dujsekenow, Trainer und Lehrkraft des Vereins „Gesundheit“ der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar, erhöhen die richtige Ernährung und ein aktiver Lebensstil die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegenüber Infektionen. Daran sollten sich besonders Menschen im mittleren und höheren Alter erinnern.

Wenn du energisch bleiben willst, „versuche, die Ärzte zu vergessen“, – heißt es in einem beliebten Lied. Bewegung, regelmäßige Sportübungen, eine Kombination aus Arbeit und Erholung, die richtige Ernährungsweise und Optimismus sind die wichtigsten Bestandteile eines gesunden Lebensstils, – bezeugt Rufat Dujsekenow.

– Natürlich hat die Quarantäne zu bestimmten Anpassungen der täglichen Aktivitäten jeder Person beigetragen, daher ist es notwendig, die eigenen Gewohnheiten und Ansichten zu ändern und seine Lebensansätze zu ändern. Andernfalls kann die unfreiwillige Selbstisolation zum Grund für Gewichtszunahme und allgemein schlechter Gesundheit werden. Denn Gesundheit ist in der Tat ein Zustand des vollständigen physischen, psychischen und geistigen Wohlbefindens. Das Erreichen dieser Charakteristiken ist das Hauptziel unseres Vereins.

Damit die Abnahme der Aktivität und Stress keine traurigen Folgen mit sich bringen, empfiehlt der Trainer, die allen bekannte olympische Devise zu befolgen: „Höher, schneller, weiter!“. Natürlich in den eigenen vier Wänden. Und Wie? Zum Beispiel durch Gesundheitsgymnastik und Yogaübungen.

Wir möchten Sie auf die Online-Kurse des Vereins „Gesundheit“ aufmerksam machen. Übrigens finden dort übrigens neben den Gesundheitsübungen regelmäßig Beratungen mit Juristen und Psychologen statt. Ärzte und Mitarbeiter der Sozialbehörden halten systematisch Vorträge.

Übersetzung: Philipp Dippl

 

Die Schule der fakultativen Ausbildung – Vorbereitung auf die Einheitliche Nationale Prüfung, Garantie für ein gutes Ergebnis

Die Schule der fakultativen Ausbildung ist eine hervorragende Chance für junge Menschen, sich auf die emotional anstrengende Einheitliche Nationale Prüfung vorzubereiten. Wenn Jugendliche von dieser schrecklichen Abkürzung hören und sie aussprechen, wird ihnen bewusst, dass sie sich unbedingt vorbereiten müssen. Aber wie? Mit wem? Wo?

Die Schule der fakultativen Ausbildung ist vor allem eine einmalige Gelegenheit, sich Wissen im Bereich Deutsche Sprache anzueignen. Die qualifizierte, sehr erfahrene Lehrerin Olga Walentina Zagrebina stellt jedem leicht zugängliches und interessantes Material zur Verfügung und teilt ihr Wissen. Momentan gibt es zwei Deutschgruppen – eine für Anfänger, in denen die Jungs und Mädels mit dem Alphabet angefangen haben, und eine für Fortgeschrittene, in welcher jeder Teilnehmer das Niveau A1 oder sogar A2 hat. Die Besonderheit des Programms besteht darin, dass es neben Deutsch auch andere Fächer beinhaltet – Mathematik, Russisch und Physik. Das dritte Fach wählen die Jungs und Mädels selbst, abhängig von ihren zukünftigen Plänen. Alle Lehrkräfte sind Profis in ihren Fächern. Das Unterricht findet ein Mal in der Woche am Nachmittag statt.

„Die Schule der fakultativen Ausbildung eröffnet den Schülern der 9.-11. Klassen viele Möglichkeiten. Ich nehme an diesem Projekt seit dem Herbst 2019 teil und bereue es nicht. Das Spektrum der Emotionen, das neue Umfeld, die verständnisvollen und offenen Lehrkräfte – all das ist für mich wichtig: Ich verstehe die Themen besser, welche ich nach dem Lehrplan lerne, ich interessiere mich stärker für meine Ausbildung“, – sagt Kristina German, eine Teilnehmerin des Projektes.

„Kommunikation ist einer der Bestandteile unseres Lebens. Gerade sie hilft uns, nicht unsere Umwelt zu verlieren. Die Schule der fakultativen Ausbildung ist ein Ort, an dem wir, die älteren Schüler, zu uns finden und ausgezeichnete und treue Freunde gewinnen und uns vor allem daran erinnern, dass man in der modernen Welt gebildet sein muss.

Was ist die Schule der fakultativen Bildung für mich? Das sind nicht nur einfach Unterrichtsstunden zur Vorbereitung auf die Einheitliche Nationale Prüfung, sondern viel mehr. Ich besuche die Schule bereits seit zwei Jahren und dank ihr habe ich viel Interesse und Motivation gewonnen, die deutsche Sprache und die Kultur meiner ethnischen Gruppe zu studieren. Besonders möchte ich die fabelhafte Lehrerin Olga Walentinowa hervorheben. Sie ist eine echte Spezialistin auf ihrem Gebiet und mit ihr ist jeder Tag voll von neuen Eindrücken, interessanten Menschen und natürlich neuem Wissen“, – merkt Alina Schumilina an.

Unsere geliebten Lehrer, unsere liebe deutsche Gesellschaft, wir vermissen euch! Wir lösen Tests, wiederholen Wörter, analysieren Fehler bei der Verbesserung… Aber wir alle warten auf die neuen Treffen mit Ihnen, unseren verlässlichen Mentoren!

Aleksandra Gubarjewa, Sonderberichterstatterin der Gruppe der Schule der fakultativen Ausbildung, 2020

 

 

 

 

«Wir sind zusammen»

Während der Pandemie sind besonders ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen gefährdet. Die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Akmola nutzt alle Möglichkeiten, um ihre Schützlinge zu unterstützen, besonders jene, die Hilfe benötigen. Seit Mitte März werden Arbeitssoldaten, Alleinstehende, Behinderte und Schwerkranke mit Hygieneartikeln versorgt.

Mit allen anderen Begünstigten stehen die Hilfskräfte des Koordinators der Sozialarbeit in ständigem Kontakt und sind immer bereit, zu helfen. Telefonisch informieren sie über die Maßnahmen zur Vorbeugung vor Erkrankung, über die Einhaltung der Quarantäneanforderungen und teilen verschiedene Nachrichten und Ereignisse aus dem Alltag unserer Republik. Auch am Osterfest wurde keiner vergessen. Einige Familien nahmen sogar an einer Oster-Challenge teil, welche durch das Begegnungszentrum organisiert wurde und bei der die Repräsentanten unserer ethnischen Gruppe ihre Familientraditionen in der Osterzeit vorstellten.

Seit dem 14. April gibt es ein operatives Sonderkommando, in welchem täglich Mitarbeiter mit Sondergenehmigungen Dienst leisten und sich um die Anliegen der Bürger kümmern. Je nach Verfügbarkeit werden Lebensmittel und Medikamente sowie Bedarfsmittel kostenlos unter Einhaltung der hygienischen Anforderungen (Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel, Handschuhe) geliefert.

So halten wir an unserem republikanischen Motto „Wir sind zusammen“ fest und sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam diese für die gesamte Menschheit unerwartete Pandemie durchstehen werden. Wir möchten dem gesamten medizinischen Personal unseren tiefen Dank für ihre selbstlose Arbeit, ihre Hingabe für die Sache und die Liebe zu den Menschen aussprechen.

Igor Denisok, Koordinator der Sozialarbeit des Projektes SGN

Die Einheit ist unsere größte Kostbarkeit und unser größtes Gemeingut

Liebe Landsleute!

Im Namen der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ gratuliere ich Ihnen zum 1. Mai – dem Tag der Einheit des Volkes Kasachstans! Diesen Feiertag begehen wir in einer schwierigen Situation – einer auf der ganzen Welt um sich greifenden Pandemie, der Einführung des Ausnahmezustandes sowie der Quarantäne in einer Reihe von Städten unserer Republik. Aber gerade jetzt, in diesen schwierigen Zeiten, ist es mehr denn je zu spüren, wie wichtig die Einheit unseres Volkes ist!

Die Belastungsproben, mit denen wir, die gesamte Weltgemeinschaft und jeder Einzelne heute konfrontiert sind, verblassen im Vergleich zu denen, die wir in den Jahren unserer Unabhängigkeit durchlebt haben – die schwere Wirtschaftskrise der 90er Jahre, als der Staat nicht die Mittel hatte, seine Bürger zu unterstützen. Und natürlich ist die heutige Situation unvergleichbar mit dem, was in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges und in der Nachkriegszeit beim Wiederaufbau unserer Republik auf den Schultern unserer Vorfahren lastete. Aber gerade in diesen Zeiten wurde die Einheit unseres Volkes geschaffen, die dazu beitrug, alle Wendungen des Schicksals standzuhalten und gebührend zu überwinden. Zweifellos wird sie uns auch diesmal helfen…

Im Vorfeld des Feiertags mochte ich noch einmal alle zur Einheit aufrufen – sie ist unsere größte Kostbarkeit und unser größtes Gemeingut. Es ist gerade diese weise Politik – die Politik der Freundschaft und des gegenseitigen Vertrauens – die der Elbasy, Erster Präsident Nursultan Abischewitsch Nasarbajew, in all den Jahren des Bestehens des unabhängigen Kasachstans verfolgte. Und jetzt, in diesem für das Land schwierigen und kritischen Moment, appelliert er an uns, uns nicht den Schwierigkeiten zu beugen und unsere Einheit und unsere Eintracht zu bewahren…

Liebe Landsleute!
Im Namen der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans wünsche ich Ihnen das Beste, Gesundheit und Wohlergehen! Heute ist es wichtiger denn je, unsere Anstrengungen zu bündeln und unsere Selbstbeherrschung zu offenbaren!

Wir stehen zusammen! Biz birgemiz!
Albert Rau, Abgeordneter der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan,
Vorsitzender des Kuratoriums der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“

Übersetzung: Philipp Dippl

In Nur-Sultan entsteht das Kasachisch-Deutsche Zentrum

In Berlin fand die Unterzeichnung eines Abkommens zur Schaffung eines Kasachisch-Deutschen Zentrums in der Stadt Nur-Sultan statt. Das Dokument zwischen dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ wurde am 6. Dezember von Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie Dr. Albert Rau, Abgeordneter der Mazhilis des Parlaments der Republik Kasachstan und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ unterzeichnet. Es ist symbolisch, dass dieses für die Deutschen Kasachstans bedeutende Ereignis während des ersten offiziellen Deutschlandbesuchs von Präsident Kasym-Shomart Tokajew stattfand.

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Weihnachtskarussell – Weihnachtspyramide

Bereits seit einigen hundert Jahren ist die Weihnachtspyramide eines der Symbole des Festes in Deutschland. Vielstöckige Kompositionen schmücken die Weihnachtsmärkte und sie werden daheim aufgestellt.

Eine der Miniaturweihnachtspyramiden, die in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt wurde, ist heute ein Exponat des Museums der Geschichte der Deutschen im Gebiet Karaganda (Deutsches Zentrum, Regionalgesellschaft „Wiedergeburt“ Karaganda). Ihre Höhe beträgt 45cm. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben die Eigentümer sie zur Dekoration ihrer Wohnung in den Weihnachtstagen verwendet, und sie vor ihrer Abreise nach Deutschland dem Museum geschenkt.

„Weihnachtskarussell“, so nannten die Mitarbeiter des Museums diesen Gegenstand. Es ist eine dreistöckige Holzkonstruktion, die sich nach oben hin verjüngt. Im Inneren sind hölzerne Weihnachtsfiguren aufgestellt. Die Stufen sind an Stäben befestigt, die oben mit Flügeln abschließen. Einst drehte sich das Karussell von der Wärme brennender Kerzen…

Die Komposition erzeugte eine unvergleichliche Weihnachtsstimmung, da die gesamte Magie des Festes einen einfachen Kerzenständer in einen von Menschenhand geschaffenen „Baum“ aus Licht verwandeln konnte. Die größte Weihnachtspyramide wird in Dresden aufgestellt, in dieser Stadt gibt es auch ein Museum der Weihnachtspyramiden.

Julia Budanowa
KGU „Museum für Geschichte und Kultur des oberen Wolgagebietes Lisakowsk“
Kulturabteilung des Akimats des Gebietes Kostanaj
Stellvertretender Direktor für wissenschaftliche Arbeit
Stadt Lisakowsk, Gebiet Kostanaj

Familientraditionen. Weihnachten

Eine der wichtigsten Familientraditionen der Deutschen Kasachstans ist das Weihnachtsfest. In den 1950er-1970er Jahren war der Feiertag so strahlend, dass er lange in den Kindheitserinnerungen der heute Erwachsenen blieb. Die wichtigsten Figuren des Festes warn das Christkind und der Pelznickel.

„… In meiner Kindheit in Walerjanowka (ein Dorf im Taranowsker Kreis im Gebiet Kostanaj), – erinnert sich A. A. Schefer, – bin ich auf diese Weihnachtstradition gestoßen: Familienmitglieder oder Nachbarn zogen sich ein Kostüm mit einem umgekrempelten Pelzmantel an, an dem viele verschiedene Gegenstände aufgehängt waren, mit einer seltsamen Kopfbedeckung und einem Bart. Mit einem Stab in der Hand, mit dem er so viel Lärm wie möglich machte, erschien der „Pelznickel“, so nannten die Erwachsenen diese Figur, in Begleitung des Christkindes in der Holztür des Hauses.

Die Kinder wurden natürlich im Voraus über die Erscheinung dieser Personen benachrichtigt. Und als sie in das Haus kamen, begannen sie mit der Befragung der Kinder über ihr Verhalten im Laufe des Jahres: haben sie denn den Eltern bei der Hausarbeit geholfen, wie haben sie in der Schule gelernt und noch vieles weitere. Die verängstigten Kinderchen entschuldigten sich und berichteten von ihren Erfolgen im ausgehenden Jahr, während sie sich wunderten, woher der „Pelznickel“ von ihren vergangenen Verfehlungen wusste. Es kam die Zeit, als das „Christkind“, als es die Furcht in den Augen der Kinderchen sah, sie in Schutz nahm und sie anschließend bat, ein Gedicht oder irgendeinen „Spruch“ (eine Redensart oder ein Sprichwort auf Deutsch) aufzusagen. Alle waren froh und die Furcht war schnell vergessen.“

Die Vorfahren von Aleksandr Aleksandrowitsch Schefer – Deutsche aus dem Wolgagebiet, wurden in den Kriegsjahren nach Sibirien deportiert, sie zogen im Jahr 1957 nach Walerjanowka, nach der Abschaffung des Regimes der Sonderkommandantur. Weihnachten wurden in ihrer Familie – „Chistaoowt“ – genannt, Christabend. A. A. Schefer, der bereits in Deutschland lebte, stellte fest, dass in den kleinen Dörfern in Mittel- und Süddeutschland, in den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz die Großmütter diese Gestalten und diese Traditionen kennen.

Es ist erstaunlich, dass der Feiertag selbst in den schweren Jahren, obwohl es manchmal am Nötigsten fehlte,  durch die Hände der Erwachsenen entstand. Die Kostüme und den Feiertagsschmuck bastelten sie mit ihren eigenen Händen. Zum Beispiel ist in der Sammlung unseres Museums von Hand geschnitzte Holzspielzeuge aufbewahrt – Weihnachtslämmer und Figuren, die Teil eines Spiels waren, bei dem in den Familien für die Kinder die Geschichte der Geburt Jesu Christi gezeigt wurde.

Aber der besondere Zauber des Festes lag in dem Gefühl der Stärke der verwandtschaftlichen und familiären Bindungen. Als sich für den Feiertag alle Angehörigen, nahe und ferne Verwandte, um einen Tisch versammelten, geschah ein Wunder, bei dem die geistige Kraft für neue Bewährungsproben entstand, das Wunder, das den tiefen Glauben heiligt.

Julia Budanowa
KGU „Museum für Geschichte und Kultur des oberen Wolgagebietes Lisakowsk“
Kulturabteilung des Akimats des Gebietes Kostanaj
Stellvertretender Direktor für wissenschaftliche Arbeit
Stadt Lisakowsk, Gebiet Kostanaj

Tanjana Woronzowa (Uralsk): „Ich will nicht, dass die Jugend verlorengeht“

Die Vorsitzende des deutschen Jugendklubs in Uralsk hat zahlreiche Pläne und Aufgaben. Vor allem möchte Tatjana Woronzowa den jungen Menschen das Gefühl bieten, nicht vergessen zu werden.

In Uralsk gibt es eine neue Jugendleiterin der deutschen Gesellschaft „Heimat“. Ja, es stimmt! Vor etwas mehr als einem Monat haben wir bereits Uljana Gubskaja vorgestellt. Es kam dazu, dass das Mädchen einen Studienplatz an einer Hochschule im Ausland erhalten hat und nicht länger die Leitung des Jugendflügels übernehmen konnte.

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Die alltägliche Hilfe der Volksversammlung Kasachstans

So betrug die Summe im ersten Halbjahr 2019 16,05 Millionen Tenge, während es im Vorjahreszeitraum lediglich 6,07 Millionen waren. Das geht aus Zahlen der Abteilung für analytisch-methodische Arbeit und wissenschaftliche Begleitung der kommunalen staatlichen Einrichtung „Khohgamdyhk kelisim“ hervor, die beim Akim des Gebietes Pawlodar angesiedelt ist. Die Zahl der vom Verein organisierten Veranstaltungen stieg deutlich von 98 (erstes Halbjahr 2018) auf 277 in den ersten sechs Monaten 2019. Im Gesamtjahr 2018 gab der Verein im Gebiet Pawlodar 25,15 Millionen Tenge für Wohltätigkeit aus. „Diese Arbeit verrichten alle ethnokulturellen Zentren. Sie finden die Hilfsbedürftigen und die Wohltäter selbst“, sagt die Abteilungsleiterin Gulnar Tipanowa.

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Konstruktiver Dialog

Im Rahmen der Umsetzung des Informationsprojektes „Treffen mit der Bevölkerung“ haben die Mitarbeiter des deutschen Kulturzentrums „Wiedergeburt“ Leninogorsk (Stadt Ridder) drei Regionen im Gebiet Ostkasacshtan besucht: Glubokowsk, Schemonaich und Ulansk.

Während der Treffen mit den ethnischen Deutschen fiel das Gespräch auf die Arbeit der „Wiedergeburt“ und ihr 30-jähriges Jubiläum. Es wurden Erfolge und Siege hervorgehoben, welche manchmal nur sehr schwer erreicht wurden. Es wurde auch über Probleme geredet, mit denen die Mitglieder auf der Suche nach Hilfe zu kämpfen hatten.

Ljubow Ignatjewa, die Vorsitzende der Gesellschaft „Wiedergeburt“ Ostkasachstan LNKZ informierte die deutsche Bevölkerung im Detail über alle Neuerungen in ihrer Arbeit und der Tätigkeit der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, über die Förderung der deutschen Sprache und die Möglichkeit, sie in den Schulen zu lernen.

Die Koordinatorin der Sozialarbeit Olga Kloster erzählte von den geänderten Kriterien zum Erhalt sozialer Hilfeleistungen und die Anforderungen an Förderer, sie berichtete auch von den neuen Projekten auf dem sozialen Feld.

Anastasija Kloster, Leiterin des deutschen Jugendklubs „Rittel“, stellt ihre Arbeit vor. Als Reaktion äußerten die jungen Menschen den Wunsch, eine Zweigstelle des Begegnungszentrums im Kreis Ulansk zu eröffnen. Die Mitarbeiter von „Wiedergeburt“ versicherten den Versammelten, dass sie eine offene Gesellschaft anstreben, und erwähnten, dass man weitere Informationen über ihre Arbeit in dem sozialen Netzwerk Instagram und in den Medien erhalten kann.

Die Organisatoren des Treffens beantworteten alle Fragen ausführlich, unter anderem Fragen nach den Kriterien zum Erhalt sozialer Hilfeleistungen, den Möglichkeiten für Sprachkurse in den Regionen, den Zweigstellen des Begegnungszentrums oder den Jugendklubs. Alle Wünsche und Anregungen wurden zur Überprüfung angenommen. Die Menschen dankten der Gesellschaft „Wiedergeburt“, der gesellschaftlichen Stiftung un der Bundesregierung Deutschlands aufrichtig für die unschätzbare Unterstützung der deutschen Bevölkerung der Republik Kasachstan.

Diese Treffen haben überzeugend bewiesen, dass solche Veranstaltungen einen offenen, konstruktiven Dialog mit den Deutschen, die in den abgelegenen Kreisen leben, ermöglichen.

Auf die Frage, was die Hauptziele des Informationsprojektes sind, antwortete die Vorsitzende der Gesellschaft „Wiedergeburt“ Ljubow Ignatjewa:

– Es gibt gemeinsame konzeptionelle Ziele, und wir wollen sie durch die Bewahrung und die Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur, durch die Kontinuität der Generationen erreichen. Wir wollen weiterhin von den Aktivitäten der gesellschaftlichen Stiftung der Deutschen Kasachstans und der Regionalgesellschaften erzählen und wein modernes Deutschlandbild vermitteln.

Ist es Ihnen gelungen, diesen Zielen näherzukommen?

  Ja, – antwortet Ljubow Ignatjewa zuversichtlich. – Der Informationsstand der Projektteilnehmer hat sich erhöht. Die Menschen haben Beratung zur sozialen, linguistischen, kulturellen und Jugendarbeit erhalten.

Darüber hinaus spürten unsere Teilnehmer eine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge, als Ergebnis sank die Empfindung der Isolation und der Abgeschiedenheit von der Gesellschaft, besonders bei denen, die in den entfernten Dörfern leben, erheblich. Wir haben beobachtet, dass im Laufe dieser Treffen die Repräsentanten der deutschen Volksgruppe stärker zusammenrücken. Die Zusammenarbeit mit den Verwaltungen der Kreise wird geordnet und fortgesetzt. Auch dies ist ein Plus! In den Kreisen Ulansk und Glubokowsk zeigte sich die Jugend aktiver, und die älteren Menschen äußerten den Wunsch, mit Freiwilligen zusammenzuarbeiten.

– Und was konnte konkret erreicht werden?

– Wir haben wieder einmal die Listen der in den Kreisen lebenden Leistungsempfänger und der Mitglieder ihrer Familien aktualisiert. Wir haben einen Zeitplan für neue Reisen und Treffen in den Kreisen aufgestellt, wir haben Vorträge für sämtliche Arbeitsfelder vorbereitet. Durch die Treffen und die Diskussionen mit der deutschen Bevölkerung haben wir Rückmeldungen erhalten. Es gab viele Fragen zu kulturellen Bildungs- und Jugendprojekten. Wir spürten das Interesse der Bürger, sahen den Wunsch, mit uns zusammenzuarbeiten und aktiv am Leben der Gesellschaft teilzunehmen. Es kamen Vorschläge, weitere solcher Veranstaltungen außerhalb durchzuführen und gemeinsame regionale Projekte zu verwirklichen, wie zum Beispiel einen Wettbewerb um das beste deutsche Gutshaus.

Der brennende Wunsch zur Zusammenarbeit zeigte sich im Anschluss an diese Treffen auch bei den Leitern der Häuser der Freundschaft, den Vertretern der Bezirksräte der öffentlichen Zustimmung. Sie äußerten ihren Wunsch, gemeinsame Veranstaltungen und Treffen mit unserer Organisation durchzuführen.

Andrej Kratenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Deutschkurse für Erwachsene und Kinder

Wir lernen Deutsch im „Eva Becher Zentrum“

Den 11. Februar 2018 könnte man als offiziellen Geburtstag des neuen Projektes von Eva Becher, dem „Eva Becher Zentrum“ ansehen. Dies ist eine großartige Plattform, auf der Kinder singen, verschiedene Musikinstrumente erlernen, und nun auch Deutsch lernen können!

In dem Kreis, in dem sich das Zentrum befindet, gibt es nicht viele Bildungseinrichtungen, in denen man seine Freizeit verbringen kann, deshalb ist es sehr beliebt.

„Ganz zu Beginn war geplant, eine Kunstschule zu eröffnen, aber im Laufe der Zeit, im Denkprozess entstanden neue Ideen und Möglichkeiten, die das Zentrum zum Erfolg führten“, – teilt Eva mit.

Zum Beispiel Deutsch. Sprachkenntnisse sind heute einfach eine Notwendigkeit. Deshalb hat Eva Becher die Sprachkurse initiiert und die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Almaty um Unterstützung gebeten, und nun werden für ethnische Deutsche solche Kurse im Zentrum angeboten. Neben jenen Gruppen für Kinder, die von mehr als 30 Personen besucht werden, gibt es auch Gruppen für Erwachsene. Jeden Tag gibt es mehr Interessierte, die Deutsch lernen wollen.

Der Klub der deutschen Jugend „Vorwärts“ der AKEON „Wiedergeburt“ hat entschieden, sich dieser guten Sache anzuschließen und hat ein Fest für die Besucher des „Eva Becher Zentrums“ veranstaltet. Für die aktiven Mitglieder des Klubs ist dies zweifellos eine neue Erfahrung, welche sicher fortgeführt wird.

Eva plant die Eröffnung eines Kunststudios und eines Musiktheaters zusammen mit Oksana Focht und Natalja Dubs, die, nach der Idee der Autorin, bereits im nächsten Jahr Stücke auf der Bühne des deutschen Theaters aufführen.

Wir wünschen Eva und ihrem Team an dieser Stelle schöpferische Erfolge!

Jekaterina Lojtschenko, Kristina Libricht

Übersetzung: Philipp Dippl

 

Konsolidierung der Deutschen in der Region Zhezkazgan

In diesem Jahr startete in der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Zhezkazgan das neue Projekt „Netzwerk der Begegnungszentren“. Dessen Hauptziele sind die Herausbildung nationaler Identität in der multikulturellen Gesellschaft Kasachstans und die Schaffung der Voraussetzungen für eine Kommunikation auf Deutsch.

Die Teilnahme an dem Projekt passierte nicht zufällig. In der letzten Zeit kamen neue, kreative und aktive Mitglieder in die Gesellschaft, die dafür brennen, nicht nur Deutsch zu lernen, sondern auch sich in verschiedenen Kulturprojekten zu verwirklichen.

Dem Projektstart ging eine große Vorarbeit voraus, es wurde die Entscheidung getroffen, vier Kreise zu bilden: das ist ein Musikkreis für Erwachsene „Singen wir gern“, in dem deutsche Lieder erlernt werden, der Kreis „Küken“ zur umfassenden ästhetischen Entwicklung von Kindern mit Elementen der deutschen Sprache, ein kulinarischer „Kochkurs“, in dem deutsche Nationalgerichte gekocht werden, sowie „Landeskunde“ für die Mitglieder der Gesellschaft, die das Sprachniveau A2 des Programms „Hallo, Nachbarn“ besitzen und ihre Sprachkenntnisse und Fähigkeiten verbessern möchten.

Die Leiter der Kreise sind aktive Mitglieder der Gesellschaft und Teilnehmer der Sprachprojekte, das die Arbeit der Begegnungszentren eng mit der Arbeit der Deutschkurse verwoben ist. Der Großteil der Teilnehmer lernt aktiv Deutsch und sie verstehen, dass man nur durch die Muttersprache die Kultur des Volkes erhalten kann. Diese Verflechtung von zwei Projekten führt zu sehr guten Resultaten.

Galina Erschowa ist die Leiterin der Musikkreise, Sie ist auch die Koordinatorin des Projektes. Galina arbeitet seit langem mit Kindern in der Kunstschule und hat von dort all ihre gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse mitgenommen.

Aljona Lukasch leitet den kulinarischen Kreis. Die Kulinarik ist ihr Hobby. Deshalb sieht Aljona ihre Arbeit als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und zur Weitergabe ihrer Erfahrung in der Zubereitung deutscher Speisen, an, dessen Rezepte sie von ihren Eltern erhalten hat. Auf ihrem familiären Tisch trifft man häufig deutsche Gerichte, ihre Angehörigen lieben sie. „Landeskunde“ ist die Schöpfung von Andrej Lebedew, der die deutsche Sprache liebt und sie zuerst in den Kursen der Gesellschaft, später selbstständig gelernt und erfolgreich die Prüfung am Goethe-Institut für das Sprachzertifikat des Niveaus B2 absolviert hat.

Vor dem Beginn des Projektes wurden von den Leitern der Kreise Programme, Teilnehmerlisten und Stundenpläne erarbeitet. Bei der Eröffnung des Netzwerkes der Begegnungszentren sagte die Vorsitzende der Gesellschaft Wera Karlowna Ron, dass das Projekt große Möglichkeiten zur Vereinigung und Festigung der Deutschen bietet: das sind Ausflüge zum Erfahungsaustausch, Konzertprogramme, systematische Arbeit zur Entwicklung kreativer Fähigkeiten der Kinder und Erwachsenen, sowie die Vereinigung verschiedener Altersgruppen, familiärer Austausch, die Annäherung von Menschen mit verschiedenen Berufen und Ansichten.

Seit Beginn der Umsetzung des Projektes ist die deutsche Gesellschaft wiederbelebt – der Unterricht in einem Kreis löst den der anderen ab, nach den Kindern kommen die Erwachsenen, und die gesamte Aktivität hat zugenommen. Ständig sind lyrische Melodien, deutsche Lieder oder die Geräusche des Krachorchesters zu hören, bei welchem die Jungs und Mädels mit Begeisterung dabei sind, oder die verführerischen Aromen deutscher Backwaren ziehen durch die Gänge. Wir möchten allen Teilnehmern und Leitern der Kreise große künstlerische Erfolge in der Entwicklung der Handarbeiten sowie in den Initiativen und Aktivitäten zur Vereinigung und Festigung der Deutschen in der Region Zhezkazgan wünschen.

Zu Fragen der Teilnahme an dem Projekt wenden Sie sich an die städtische Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Zhezkazgan.

Leiterin: Ron Wera Karlowna

vron56@mail.ru

Zhezkazgan, 100600, Alasch-Platz 3, Haus der Freundschaft der Völker

Telefon: +7 7102 73 41 04, +7 7102072018093

Übersetzung: Philipp Dippl

Wettbewerb zur Vorbereitung des Spezialkurses „Geschichte der Deutschen Kasachstans“

Die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ (Kunde), kündigt in Zusammenarbeit mit der Ualichanow-Universität Kokschetau einen Wettbewerb zur Erarbeitung und Lesung des Spezialkurses „Geschichte der Deutschen Kasachstans“ an, bestimmt für Studenten des dritten Kurses in der Fachrichtung 5B011900 – „Fremdsprache: zwei Fremdsprachen (Deutsch als Hauptsprache, Englisch)“ auf Basis der Ualichanow-Universität Kokschetau.

Der Spezialkurs (ein Wahlkurs des Studienplans mit Schwerpunkt auf der Entwicklung soziokultureller und soziolinguistischer Kompetenzen der Studierenden) umfasst 30 akademische Stunden (10 Vorlesungen und 20 Seminare), sowie Prüfungen.

Sprache des Kurses ist Deutsch.

Qualifikationsanforderungen an die Teilnehmer:

  • Höhere Berufsausbildung.
  • Akademischer Grad des Doktors/ Doktoranden.
  • Verhandlungssicheres Deutsch.
  • Arbeitserfahrung im wissenschaftlich-pädagogischen Bereich nicht weniger als 5 Jahre.
  • Eigene Publikationen zur Geschichte der Deutschen Kasachstans, Erfahrung in der Erarbeitung und Durchführung von Vorlesungen und Seminaren zur Literatur der Deutschen Kasachstans.

Verpflichtungen des Kandidaten:

  • Erarbeitung und Bereitstellung des entwickelten Spezialkurses in deutscher Sprache für den Kunden zum Thema „Geschichte der Deutschen Kasachstans“, im Gesamtumfang von 30 akademischen Stunden (10 Vorlesungsstunden und 20 Seminarstunden), Zusatzmaterialien zum Selbstlernen, Prüfungsmaterialien, bis zum 30. September 2019. Die erarbeiteten und bereitgestellten Materialien können vom Kunden nach eigenem Ermessen für nichtkommerzielle Zwecke verwendet und veröffentlicht werden, das Urheberrecht bleibt beim Autor gewahrt.
  • Die Vorbereitung und Lesung des Spezialkurses „Geschichte der Deutschen Kasachstans“ für Studierende des dritten Kurses in der Fachrichtung 5B011900 – „Fremdsprache: zwei Fremdsprachen (Deutsch als Hauptsprache, Englisch)“ an der Ualichanow-Universität Kokschetau, Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen. Umsetzungszeitraum: 10.11-23.11.2019.
  • Im Zeitraum vom 10.11-23.11.2019 Teilnahme an den Treffen mit der deutschen Bevölkerung der Stadt Kokschetau, die von der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Akmolinsk mit Präsentationen zur Geschichte der Deutschen organisiert wurden.

Der Kandidat muss folgende Unterlagen vorlegen:

  1. Lebenslauf des Kandidaten
  2. Vorläufiger thematischer Plan des Spezialkurses mit Angabe der Ziele und Aufgaben, sowie der Anzahl der Stunden je Thema.
  3. Kostenvorstellungen für die Leistungen der Erarbeitung des Spezialkurses und der Vorbereitung, Lesung des Spezialkurses sowie die Durchführungen der Prüfungen. Die Ausgaben für Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung des Kandidaten in der Zeit der Durchführung des Spezialkurses werden von den Projektorganisatoren übernommen. Die Unterlagen müssen bis zum 13. August 2019 an die E-Mail-Adresse der GS „Wiedergeburt“ stiftung.wiedergeburt@gmail.com geschickt werden. Die Dokumentation muss in deutscher Sprache eingereicht werden.

Übersetzung: Philipp Dippl

Die deutsche Ethnie: Wachstumsschritte

In den letzten zwei Jahren durchlebte die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ nicht wenige Ereignisse, die einer offiziellen Einschätzung bedürfen. Unser Korrespondent Walerij Schewalje bat den Exekutivdirektor der Stiftung Dmitrij Redler, diese zu kommentieren und Fragen zu beantworten.

Auf der gesamtnationalen Konferenz der Deutschen Kasachstans im Jahr 2017 ergaben sich gravierende Veränderungen in unserer gesellschaftlichen Organisation – im Namen, in der Leitung und im strukturellen Aufbau. Reflektiert der Austausch des Äußeren und des Status einen realen Wandel im Leben der Selbstorganisation?

– Zweifellos. Diese Veränderungen reiften mehr als ein Jahr heran und nahmen zum dreißigjährigen Jubiläum der Gründung von „Wiedergeburt“ konkrete Formen an. Sie spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider, vor der die Selbstorganisation der Deutschen Kasachstan steht. In der vergangenen Zeit hat das Exekutivbüro den Schwerpunkt auf die Steigerung der Effektivität der Verwendung von Fremdmitteln gelegt. Es erfolgte ein kontinuierlicher Optimierungsprozess der Aktivitäten, welcher es ermöglichte, die Verfahren und Regeln der Hauptprojekte des Programms zur Unterstützung der Deutschen zu regeln. Es wurde ein neuer Ansatz bei der Verteilung der Mittel unter den Regionalgesellschaften eingeführt, der es ermöglichte, die Aktivität in den Projektaktivitäten zu stimulieren und sie auf bestimmte Ziele auszurichten. Es gelang, den Papierdokumentenverkehr zu halbieren. Die Arbeitsabläufe der Kontrolle der Projektumsetzungen wurde verbessert, was es insgesamt ermöglicht, die Effektivität der Aktivitäten zu erhöhen.

Und, was besonders wichtig ist, es gelang uns, mit der Arbeit des Front-Office in der Hauptstadt zu starten. Dessen Eröffnung konnte nur dank der angezogenen Mittel stattfinden.

Trotzdem vergessen wir das Wichtigste nicht. Heute zählt die deutsche Ethnie Kasachstans rund 180.000 Menschen. Manche gehen immer noch, aber der Großteil bleibt und wird sich wohl kaum jemals mehr auf den „Rückweg“ begeben: die Gründe dafür sind in jeder Familie unterschiedlich und und das Recht, sich zu entscheiden, bleibt jedem selbst überlassen. Davon ausgehend sollten wir unsere Bemühungen darauf ausrichten, die Lebensqualität für diejenigen zu verbessern, die bleiben. Dabei liegt die Priorität unserer Arbeit auf der effektiven Verwendung der Mittel, der Transparenz und der Demokratie unserer Aktivitäten, sowie der Gerechtigkeit unserer Entscheidungen: ob im Kuratorium, im Exekutivbüro, bei den Lehrkräften oder den Aktivisten in den Regionalgesellschaften. Alle Entscheidungen des Kuratoriums kann man in der entsprechenden Rubrik der Internetseite nachlesen.

Welche Werkzeuge stehen der Stiftung hierfür zu Verfügung?

 – Zuerst haben wir das Exekutivbüro mit profilierten Spezialisten verstärkt. Der größte Teil von ihnen beherrscht Deutsch und vertiefen ihre Sprachkenntnisse in dieser grundlegenden Frage. Es wurde dank der hohen Standards unserer Mitarbeiter ein wichtiger Schritt getan – der Beginn des Digitalisierungsprozesses. Dies hat nicht nur die Kommunikation mit den Regionen beschleunigt, sondern ermöglichte auch die Kontrolle der Umsetzung von Entscheidungen und Empfehlungen auf einem qualitativ hochwertigeren Niveau. Wie unsere Kuratoren aus Deutschland festgestellt haben, befindet sich insbesondere unsere Stiftung auf einer führenden Position im Bereich des Einsatzes moderner Informationstechnologien.

Der Stiftung steht eine vollständig ausgestaltete Media-Holding zur Verfügung. Inwiefern bewältigt sie die ihnen gestellten Aufgaben?

 – Ja, heute nutzen wir zur Verbreitung unserer Aktivitäten die Deutsche Allgemeine Zeitung (in gedruckter und elektronischer Form), eine recht gut entwickelte Plattform, ein Radiosender und ein YouTube-Kanal befindet sich im Aufbau. Die Arbeit an einem virtuellen Museum hat begonnen. Wie Sie sehen, deckt sich dies alles mit den Plänen und der täglichen Arbeit der Digitalisierung unserer Aktivitäten. Natürlich erwarten wir von unseren eigenen Medien eine noch lebendigere und effektivere Arbeit. Der Perfektion sind besonders in den kreativen Tätigkeiten keine Grenzen gesetzt. Es könnte noch einige Prozente mehr Wachstum geben. Aber wir bewerten jegliche Bewegung nach vorne optimistisch, weil hinter jeder noch so bescheidenen Kennziffer einer positiven Dynamik unsere Leute stehen.

Wir können unmöglich das Thema der Rückkehr der deutschen Sprache in die allgemeinbildenden Schulen des Landes umgehen!

– Dies ist ein historischer Erfolg unserer Selbstorganisation! Und zuallererst ein riesiger Verdienst unseres Vorsitzenden des Kuratoriums Albert Rau. Wir erwarten mit Aufregung den Beginn des neuen Schuljahres – es ist sehr schwierig, im Moment die Anzahl der jungen Schüler zu zählen, welche Deutsch lernen werden. Und obwohl mir diesbezüglich positive Beispiele bekannt sind, kann man sich vorstellen, wie viele Streitigkeiten und Diskussionen es in den Familien gab und bis zum letzten Moment geben wird. Und nicht nur in den deutschen Familien: wir laden die Repräsentanten aller Ethnien des Landes in die deutschen Klassen ein.

Die Rückkehr der deutschen Sprache in die Schule ist die Lösung für ein riesiges Problem gesamtnationaler Bedeutung, wie ich sagen würde. Die Früchte dieses Ereignisses werden wir im Gesamtergebnis in rund 10-15 Jahren sehen. Das macht uns keine Angst, denn wir bleiben hier und hoffen sehr, gute Resultate dieser Arbeit zu sehen. Ich würde mir sehr wünschen, dass in diesem Prozess die Menschen nicht nur die Erfüllung der Launen irgendeiner Familie über die Zukunft ihres Kindes sehen. Dies ist eine gesamtnationale Aufgabe.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan sind auf einem soliden Fundament aufgebaut. Dutzende deutsche Unternehmen bringen ihre Produktion und ihr Geschäft in unser Land. Eines der größten Probleme sind die örtlichen Arbeitnehmer, für die es erforderlich ist, Deutsch zu sprechen, wenn auch auf Grundstufe. Und besser wäre es, auf einer soliden. Zum Beispiel herrscht eine spürbare Nachfrage nach Buchhaltern mit guten Deutschkenntnissen. Und dies bringt eine verdiente Bezahlung und einen entsprechende Grad an Lebensqualität.

Und die Bewegung dort hin beginnt jetzt, am 1. September, in den Gruppen und Klassen der jungen Schüler, welche beginnen, Deutsch zu lernen. Des weiteren das Studium an deutschen und österreichischen Hochschulen in der gewählten Fachrichtung und die Arbeit mit ausgezeichneten, gesamteuropäischen Diplomen und einer hohen Bezahlung in der Heimat, in Kasachstan. Dies ist keine Utopie: Die Zeit vergeht im Flug, und genauso schnell werden unsere Kinder erwachsen. Wir müssen alles dafür tun, um uns auf diesem Wege nicht selbst auszubremsen, um nicht in der Routine zu ertrinken. Natürlich hoffen wir hier sehr auf die Aufklärungsarbeit der Regionalgesellschaften. Wir müssen in die Schulen, in die Kindergärten und zu den Familien gehen und ihnen die Perspektiven dieser großen Aufgabe erklären.

– In diesem Jahr wurde der GS „Wiedergeburt“ der Status des Fördermittelgebers verliehen. Was bedeutet dies?

– Dies bedeutet, dass wir ein Problem lösen konnten, welches viele Jahre lang nicht gelöst wurde. Die Stiftung wurde zum Fördermittelgeber, und da die Aktivitäten der Organisation einen gemeinnützigen Charakter besitzen, sollte auch die steuerliche Behandlung eine besondere sein. Wir haben die Freigabe zusätzlicher Mittel erreicht, mit denen wir neue und bestehende Projekte finanzieren und unsere Reichweite erhöhen können. Zusammen mit diesem Ereignis erfolgte auch der Übergang zur Zusammenarbeit mit der neuenVermittlungsstruktur BW-i, was von der Selbstorganisation eine Intensivierung der Arbeit in der Planung und Berichterstattung erfordert. Und, was auch noch sehr wichtig ist, bringt uns dieser Wechsel in eine Übergangsphase der Eigen- und Drittmittelfinanzierung unserer Projekte in Höhe von nicht weniger als zehn Prozent.

– Wie realistisch ist es momentan, von Eigen- und Drittmittelfinanzierung zu sprechen, welche unabhängige Einnahmen ermöglicht?

 – Es ist realistisch. Heute gibt es eine Eigen- und Drittmittelfinanzierung, aber diese lässt sich nicht leicht ausdrücken, man kann sie nur schwer auf dem Papier vorzeigen, da wir oft über unentgeltliche Dienstleistungen sprechen. Die Regionen unterscheiden sich stark im Grad der Förderung durch deutsche Unternehmer. Die verbindlichen Voraussetzungen der Eigen- und Drittmittelfinanzierung motivieren uns, intensiver mit den Unternehmern zusammenzuarbeiten. Wie bekannt ist, liebt die Wirtschaft es nicht, Mittel zu geben, ohne das Ziel und die Resultate zu kennen. Zum Beispiel haben unsere Unternehmer die Deutsche Allgemeine Zeitung bei der Bildung einer gesetzlichen Stiftung unterstützt. Jetzt findet eine Sammlung von Mitteln zur Erarbeitung eines Projektvoranschlags zur Renovierung des Deutschen Theaters statt, und die beläuft sich bereits auf 9 Millionen Tenge! Gleichzeitig müssen wir zugeben, dass wir nicht ausreichend mit internationalen Stiftungen oder Zentren zur Unterstützung von Bürgerinitiativen zusammenarbeiten. Wir müssen lernen, in die Richtung des Fundraising und der staatlichen sozialen Förderprogramme zu arbeiten.

– Es wurde die Entscheidung zum Aufbau eines deutschen Zentrums in Nur-Sultan getroffen. Und was passiert mit dem Deutschen Haus in Almaty?

 – Das Deutsche Haus in Almaty ist das Symbol der deutschen Bewegung in Kasachstan, und das wird es auch bleiben. Das Kulturzentrum, die Redaktion der DAZ, die Bibliothek, alles das wird zur Erfüllung aller Aufgaben zur Erhaltung der deutschen Ethnie in unserem Land beitragen. Gleichzeitig wird das Deutsch-Kasachische Zentrum in der Hauptstadt ein Anziehungspunkt für die Deutschen des Landes, ein Schnittpunkt zwischen der deutschen und der kasachischen Kultur werden. Und nicht nur das. Wir bereiten momentan ein Programm vor, um beginnenden und gegenwärtigen Geschäftsleuten zu helfen. Was bedeutet dies? Wir sind bereit, uns eine Idee anzuhören, ihre Realisierbarkeit zu berechnen, bei der Aufstellung eines Businessplans zu helfen und gegebenenfalls bei der Suche nach Investoren zu helfen. Im neuen Gebäude unseres Deutsch-Kasachischen Zentrums werden diverse neue Projekte in Angriff genommen, von denen wir auf jeden Fall bei den nächsten Treffen berichten werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in weniger als zwei Jahren die Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung aller Selbstorganisationen der Stiftung sowie der Regionalgesellschaften geschaffen wurden. Wir haben alle Möglichkeiten zur Verbesserung unserer Projektaktivitäten, zur Gewinnung zusätzlicher Mittel, zur Miteinbeziehung von Unternehmern in die ethnokulturelle Arbeit, zur Wiederbelebung der deutschen Sprache, zur Miteinbeziehung eines großen Teiles der Jugend in die Selbstorganisation und, was das allerwichtigste ist, zur Vergrößerung der Reichweite. Ja, wir können gewiss sagen, dass viele „Wiedergeburt“ kennen. Aber wie viele Menschen haben noch nie von uns gehört? Es sind so viele mehr. Ich glaube, dass wir, wenn nicht jeden, zumindest jeden dritten erreichen sollten! Wir sollten das Symbol unserer Ethnie sein! Eine Säule für die Deutschen Kasachstans und eine Stärkung unserer Funktion als Brücke zwischen unserer Heimat und Deutschland!

Interview: Walerij Schewalje

Übersetzung: Philipp Dippl

Pflege und Betreuung müssen professionell sein

Vom 22. bis zum 27. Juli fand in der Stadt Almaty im Deutschen Haus das Seminar „Fortbildungskurs Organisation der Alten- und Behindertenpflege“ im Rahmen des Projektes „Partnerschaft mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“ statt.

Das Seminar war die Fortsetzung des Trainingskurses zur Altenpflege unter Verwendung von in Deutschland entwickelten Methoden und Standards. Die erste Gruppe aus 5 Kursteilnehmern hat im letzten Jahr die Stadt Kaiserslautern (BRD) besucht, wo die Teilnehmer ein Praktikum absolvierten und die Arbeit von Spezialinstituten kennenlernten. In diesem Jahr umfasste das Seminar 14 Mitarbeiter regionaler Gesellschaften Kasachstans, welche an dem Projekt „Pflege daheim“ als Assistenten der Sozialkoordinatoren und Pflegeassistenten teilnehmen. Sie arbeiten mit alleine lebenden schwerkranken alten Menschen und Behinderten, die Hilfe benötigen. Diese Arbeit erfordert große moralische und physische Stärke.

Von der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ wurde die qualifizierte Spezialistin und Leiterin der Organisation „Medivita GmbH Ambulanter Pflegedienst (BRD), unsere Landsfrau Elena Berner eingeladen.

Elena beantwortete die Fragen der Zuhörer danach, wie man richtig mit dem Patienten kommuniziert, wie man sanitäre und hygienische Maßnahmen kompetent durchführt und vieles weitere. Elena führte praktische Übungen zur Pflege von Patienten im Bett durch und demonstrierte Komplikationen im Übungsraum des Deutschen Hauses. Die erworbenen Fähigkeiten konnten die Teilnehmer dank einer speziellen Puppe und visueller Hilfsmittel festigen.

Darüber hinaus wurden für die Sozialarbeiter Vorlesungen zu den Grundlagen der kommunikativen Arbeit mit älteren Menschen gehalten. Das Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Irina Wakengut erzählte über den Einsatz spezieller psychologischer Techniken in der Kommunikation mit Patienten sowie über Besonderheiten der Ernährung und Gesundheitsindikatoren älterer Menschen.

Gesondert hervorgehoben wurden die Besonderheiten der Teilnahme der Deutschen der Republik an staatlichen Programmen, der Erhalt staatlicher Sozialhilfe und Leistungen für Behinderte und Rentner.

Die Teilnehmer waren dankbar für die aktuellen und zeitgemäßen Informationen und für die Möglichkeit der praktischen Erarbeitung der Fertigkeiten für die Pflege, welche lebenslang wichtig für die Arbeit mit den einsamen Menschen deutscher Nationalität, die in Kasachstan leben, sein werden.

 

Elena Popowa, Koordinatorin der Sozial- und Gesundheitsprojekte der GS „Wiedergeburt“

Übersetzung: Philipp Dippl

Die Pioniere aus Ridder

Im Jahr 1989 begann der Wiederbelebungsprozess des Nationalbewusstseins der Deutschen Kasachstans.

Gerade zu dieser Zeit entstanden die Gesellschaften „Wiedergeburt“ und die nationalen Kulturzentren. Auf zwei Kongressen der Deutschen Kasachstans (1992 und 1995) wurde der Rat der Deutschen gewählt, der die Interessen einer halben Million (zu dieser Zeit) Deutscher in der Republik vertrat.

Eine bedeutende Rolle in den Aktivitäten der deutschen gesellschaftlichen Vereinigungen spielt die linguistische, soziale und die kulturelle Freizeitarbeit, die auf die Wiederbelebung der Sprache und die Verbreitung der Kultur ausgerichtet ist. In den in den nationalen städtischen, regionalen und Gebietskulturzentren gibt es Chor- und Gesangsgruppen, Volkstanz-, Musik- und Familienensembles, sowie Theater- und Tanzkollektive. Bibliotheken und deutsche Sonntagsschulen für Kinder öffnen ihre Türen.

Besonders beliebt ist die staatliche Zeitung „Freundschaft“ (heute: die „Deutsche Allgemeine Zeitung“). Das am weitesten verbreitete Informationsmedium ist das Fernsehprogramm „Guten Abend!“ im landesweiten Fernsehsender „Kasachstan“.

Seit 1958 gab es eine deutsche Redaktion im kasachischen Radio. Auch der literarisch-künstlerische und gesellschaftspolitische Almanach „Phoenix“ erhielt Unterstützung vom Staat.

In den Beständen des Völkerkundemuseums des Gebietes Ostkasachstan wurde eine bedeutende Sammlung zusammengetragen, die die materielle und spirituelle Kultur des deutschen Volkes widerspiegelt, dessen Geschichte auf dem Gebiet der Region mehr als 100 Jahre zurückreicht. Hier sind Ikonen, Bücher, Fotografien, Wandtafeln, Frauenbekleidung und Schmuck, Bettwäsche, Handarbeiten von Frauen (Servietten, Vorhänge, Stickereien), Hochzeitszubehör, Möbel, Geschirr oder Haushaltsgegenstände ausgestellt.

All dieses prachtvolle Material wurde auf Expeditionen und Forschungsreisen an die Siedlungsorte der Deutschen in der Region, sowie im Rahmen der Arbeit mit Einheimischen gesammelt. Die Exponate sind original,  sie alle wurden irgendwann einmal im deutschen Umfeld benutzt. Ein Teil von ihnen schmückt die Inneneinrichtung eines deutschen Hauses im ethnografischen Dorf am linken Ufer des Irtysch.

In Ridder wurde Jurij Wladislawowitsch Klassen zum Initiator der deutschen Bewegung und erster Leider der gesellschaftlichen Vereinigung „Wiedergeburt“. Gebürtig aus dem Dorf Ordynskij in der Russischen Föderation, beendete er im Jahr 1967 das Topografische Technikum Nowosibirsk, sowie im Jahr 1983 die Staatliche Universität Altaj im Fachbereich „Lehrer für Geschichte und Sozialkunde“.

In Leninogorsk (heute ist dies die Stadt Ridder) arbeitete Jurij Wladislawowitsch als Geschichtslehrer an der Schule Nr. 8, leitete archäologische Kreise im Museum für Geschichte und Regionalkunde und an der Station für junge Touristen. Er erhielt nicht nur einmal die Erlaubnis für archäologische Forschungen. Zusammen mit seinen Schülern besuchte er verschiedene Ausgrabungen.

Die Leitung des deutschen Kulturzentrums Leninogorsk übergab Jurij Klassen an Ljubow Ignatjewa. Ljubow Wasiljewna erhielt die Hochschulbildung in Moskau, beendete die Zeitgenössische Staatliche Akademie und erhielt den Bakkalaureus im Fachgebiet Psychologie. Hinter ihr liegen 45 Jahre exzellenter Arbeit im Gebiet der Bildung. Lehrer der höchsten Kategorie, methodologische Lehrkraft, Schulleiterin in pädagogischer Arbeit an der UWK „Lyzeum“, Mentor von Preisträgern in städtischen und regionalen Gesangswettbewerben.

Und bereits seit 30 Jahren ist Ljubow Ignatjewa Teil der deutschen Bewegung „Wiedergeburt“ LNKZ. Gemeinsam mit Klassen initiiert sie seit 1989 die Konsolidierung der deutschen Ethnie der Stadt Ridder in der Gesellschaft „Wiedergeburt“.

Als hervorragender Organisator, energiegeladener und tatkräftiger Mensch mit großem Potential an spiritueller Energie hat Ljubow Wasiljewna einen großen Beitrag zur Wiederbelebung und Bewahrung der Muttersprache, der Kultur und der Mentalität der Deutschen von Ridder geleistet. Im Jahr 2001 wurde sie zur Vorsitzenden des deutschen Kulturzentrums „Wiedergeburt“ Leninogorsk gewählt und ist ebenfalls Mitglied der Volksversammlung Kasachstans des Gebietes Ostkasachstan.

In all diesen Jahren hat Ljubow Wasiljewna die Arbeit der Gesellschaft in vier Hauptbereiche aufgebaut: Bildung, Kultur, Soziales und Jugend. Im deutschen Zentrum werden Sprachkurse für Kasachisch, Deutsch und Englisch organisiert, welche in interaktiver Form unter Verwendung europäischer Technologien unterrichtet werden.

Unter aktiver Teilnahme von Ljubow Wasiljewna werden kasachische und deutsche Feiertage und Feste durchgeführt. Für ihren großen Beitrag in der Entwicklung der deutschen Bewegung in der Republik Kasachstan wurde sie mit vielen Medaillen, Ehrenurkunden und Dankesbriegen ausgezeichnet.

Andrej Kratenko

Übersetzung: Philipp Dippl

In Reimen ist uns die Welt klar und verständlich…

Die Bewohner und Gäste von Aktobe lauschten Gedichten klassischer und zeitgenössischer Poeten.

Lange Zeit galten die Deutschen als kriegerisches Volk, dem der Geist der Romantik fremd war und  bei dem von Poesie überhaupt keine Rede sein konnte. Die erste Erwähnung von Heldenepen und Liedern germanischer Stämme stammen aus dem 10. – 11. Jahrhundert. Und von was handelten diese? Von alten Göttern, von der Natur und von Naturphänomenen, sowie von Helden und Rettern der Welt.

– Es ist auch interessant, dass später dichtende Musikanten und professionelle Sänger auftauchten, das heißt, Menschen wählten ein bestimmtes Thema aus und sangen darüber. Über die Medizin, über Beziehungen, über Gerichtsurteile zum Beispiel, – erläuterte die Germanistin Swetlana Ufimzewa.

Was die Aufzeichnungen der poetischen Werke betrifft, diese wurden in lateinischer Sprache niedergeschrieben.

Die poetischen Themenverändern sich leicht im 12. – 13. Jahrhundert. Helden wurden durch Ritter ersetzt. Hier blühte der Reim, und die Dichter dieser Zeit galten als reiche Männer. Der Grund hierfür ist einfach: Jene, die nicht schön sprechen konnten, stellten einfach diejenigen ein, die dies konnten. Oft schenkten die Poeten, oder besser gesagt, die Abkömmlinge der Oberschicht, ihr „Wort“ ihrer Geliebten.

Der Besitz von Beredsamkeit und die Fähigkeit, Verse zu verfassen, galt unter Rittern als unverzichtbar. Die erfolgreichsten auf diesem Gebiet nannte man Minnesänger.

– In praktisch allen Epochen: vom frühen Mittelalter bis zur Renaissance und der Aufklärung besangen die Deutschen ihre Gefühle. Vielleicht kam der Einfluss aus Italien, aber vielleicht liegt es auch im Blut, aber die Liebe und das Leben waren für sie sehr wichtig, – erzählte Swetlana.

In den Städten Deutschlands gibt es eine stillschweigende Tradition: Im Sommer, ein Mal in der Woche, normalerweise am Samstag, treffen sich junge und weniger junge Menschen auf dem Marktplatz und lesen Gedichte klassische rund moderner Poeten. Viele stellen sich mit eigenen Werken dem Urteil des Publikums.

In Aktobe hat man sich entschieden, diesem Beispiel zu folgen und verbrachte unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft „Wiedergeburt“ den Tag der deutschen Dichtung. Unter den Teilnehmern befanden sich Jungs und Mädels der deutschen Theatergruppe, Senioren und Dichter aus der Stadt. Mehr als eine Stunde lang erklangen auf der Bühne des Retro-Parks die Werke von Goethe, Heine, oder von zeitgenössischen Autoren, die in Deutschland, Russland oder Kasachstan leben.

Die Vorsitzende des Klubs der deutschen Jugend Aktobe Anna Geer entschied sich für das Werk „Die Liebe“ von Rainer Maria Wilke, Nastja Berman zog die Übersetzung des Gedichtes „Zögere nicht“ von Shakespeare vor.

– Ich liebe die Poesie. Wenn ich Zeit habe, dann lese ich immer Gedichte auf Deutsch. Ich bevorzuge zeitgenössische Autoren, ich fühle mich ihrem Stil und ihrer Sprache näher verbunden, – sagt Anna. Der junge, aber in Aktobe bereits ziemlich bekannte Dichter Andrej Zyrfa war einer unter denen, die sich entschieden, an der Veranstaltung teilzunehmen.

– Um ehrlich zu sein, ich war angenehm überrascht, dass in dieser Stadt so viele Menschen gibt, die die deutsche Poesie schätzen. Ich habe mich dazu entschieden, Goethe zu lesen. Natürlich beherrsche kein Deutsch, deshalb lese ich momentan die Übersetzung. Ich hoffe, dass ich schon beim nächsten Mal das Original lesen kann, – teilte der Dichter seine Eindrücke mit.

Wie alle Teilnehmer des Tages der deutschen Dichtung eingestanden haben, sind solche Veranstaltungen notwendig, um die Schönheit der Sprache, ihres Reimes und der Rede zu präsentieren.

– Ich habe mich auch dazu entschieden, mein Können zu testen. Es lief nicht schlecht. Ich habe zum ersten Mal vor einem solchen Auditorium gesprochen. Es war schön zu sehen, dass sich unter den Anwesenden auf unserem Fest auch viele junge Menschen befunden haben, die den Gedichten aufmerksam gelauscht haben. Ich hoffe, dass unsere Darbietungen sie für diese Art der Literatur und für die Kunst im allgemeinen begeistern konnten“, merkte die Seniorin und aktives Mitglied in der Gesellschaft der Deutschen, Jekaterina Nikolaenko mit Freude in ihrer Stimme an.

 

Dmitrij Schinkarenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Kinder aus der Stadt Arys erholten sich im Sommerlager „Karagajly“ und nahmen am Festival „Kasachstan“ teil

Nach der Tragödie von Arys hat sich das gesamte Volk Kasachstans zusammengeschlossen und den Opfern jede erdenkliche Hilfe geleistet. Danial Achmetov, der Akim des Gebietes Ostkasachstan, hat angeboten, Ferien in den Sommerlagern des Gebietes für Kinder aus der Stadt Arys zu organisieren.

Im Juli hat sich ein Teil der Kinder in dem Ferienlager „Karagajly“ in der Stadt Semej auf prophylaktischer Basis erholt, wo sie neben Freizeitaktivitäten und Exkursionen in die Stadt auch Gesundheitsbehandlungen erhielten. Das Haus der Freundschaft veranstaltete für die Kinder unter Mitwirkung der gesellschaftlichen Stiftung „Zentrum der Familie“, der Abaj-Bibliothek und der Verwaltung der Polizei das eintägige Festival „Kasachstan“.

Die kleinen Gäste lernten die seltensten Bücher aus dem Bibliotheksbestand kennen oder nahmen an Denkspielen teil, die von den Vertretern des „Zentrums der Familie“ organisiert wurden. Am Haus der Freundschaft wurden sie von Repräsentanten aller ethnokulturellen Vereinigungen in strahlenden Nationaltrachten empfangen, und die allerkleinsten Zöglinge der Tatarischen Schule der Kunst trugen ein Lied über ihre geliebte Stadt Semej auf kasachischer, russischer und tatarischer Sprache vor. Die Kinder besuchten das Museum des tatarischen Zentrums und nahmen an deutschen Volksspielen teil, die von den Jugendlichen der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ veranstaltet wurden. Und während des Konzert- und Unterhaltungsprogramms lernten sie die Kulturen aller nationaler Zentren der Stadt Semej kennen.

Während des Festivals bekamen die Jungs und Mädels Geschenke, die im Rahmen der Aktion „Auf dem Weg in die Schule“ gesammelt wurden. Die Mitglieder GSD „Wiedergeburt“ unter der Leitung von Lilija Gontscharuk, der Vorsitzenden der Gesellschaft, beteiligten sich an der Sammlung dieser Geschenke.

Den Jungs und Mädels hat diese Veranstaltung sehr gefallen, sie äußerten Dankesworte an die Organisatoren, die von aufrichtigen Lächeln und Applaus begleitet wurden.

Übersetzung: Philipp Dippl

Projektentwicklung. Fundraising. Anziehung von Investitionen.

Zum Lernen ist es nie zu spät! In der modernen Welt gibt es eine Vielzahl an Wegen, seine Kenntnisse in bestimmten Bereichen zu erweitern. Einer davon sind eintägige Seminare, in denen man Neuheiten zu einem für Sie interessanten Thema kennenlernen, sich mit Kollegen austauschen und sogar eigene Ideen verwirklichen kann.

 Lilija Gontscharuk, die Vorsitzende der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Semej und Jekaterina Popazowa, die Buchhalterin der Gesellschaft nahmen an dem Trainingsseminar „Projektentwicklung. Fundraising. Anziehung von Inivestitionen“ teil, welches von der gesellschaftlichen Vereinigung „Unabhängiges Soziologisches Zentrum“ (Stadt Semej) in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Gesellschaftsfonds „ZUBR“ (Stadt Ust-Kamenogorsk) organisiert wurde.

Die Moderatoren der Veranstaltung legten großen Wert auf das gegenseitige Kennenlernen der Zuhörer, um gegenseitig die starken Seiten zu identifizieren und zu erkennen, wer sich in welchem Bereich am besten auskennt. Während der praktischen Übungen konnten die Teilnehmer in Gruppen ihre Projekte vorbereiten, ihre Vor- und Nachteile untersuchen, entstandene Probleme lösen und herausfinden, was und wie sie am besten organisieren können.

Jekaterina Popazowa: „Wir haben die Regeln der Projektbeschreibung gemäß der neuen Anforderungen an Förderorganisationen kennengelernt: Gesellschaftliche Stiftungen, internationale und staatliche Unternehmen. Dank der Trainer Evgenija Schreiber und Julija Natarowa konnte ich viele Details aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachten. Beispielsweise beginnt bei ins in Kasachstan diese Arbeit mit der Suche nach Problemen, aber man muss zuerst die Bedürfnisse einer Gruppe von Menschen ermitteln und Wege zu ihrer Lösung vorschlagen. Während der Erstellung des Projektes muss man sich selbst an die Stelle des Menschen versetzen, der die Förderung gewährt, um seine Idee richtig vermitteln zu können. Und ebenso muss man versuchen, konkrete Ziele, Aufgaben und die genaue Zielgruppe, an der sich das Projekt orientiert, zu benennen“.

Lilija Gontscharuk: „An den Seminaren, die von dem Sozial- und Gesellschaftsfonds „ZUBR“ durchgeführt werden, nehme ich schon zum zweiten Mal teil und ich möchte die Arbeit der Trainer würdigen, die die Treffenm immer dynamisch und aufschlussreich durchführen. Um ein Projekt zu beschreiben, muss man auf jeden Fall von seinen Fähigkeiten überzeugt sein und ein Team haben, mit dem man die anstehenden Aufgaben erfüllen kann. Es war interessant, zu erfahren, dass es in dem sozialen Netzwerk „Facebook“ eine virtuelle Bibliothek für NGOs gibt, in der man verschiedene Möglichkeiten und Wege zum Erhalt von Förderungen finden kann. Es war interessant, neue Menschen, interessante Ideen und die Bedürfnisse der Zivilgesellschaft in der modernen Welt kennenzulernen.

Marija Gorbachewa

Übersetzung: Philipp Dippl

Mundschau Jakob

Jakob Mundschau sucht Verwandte und Freunde, die im Jahre 1941 aus dem Dorf Brabander im Kukkussker Kreis der ASSR der Wolgadeutschen nach Sibirien, Kasachstan und in andere Regionen der UdSSR deportiert wurden.#

 Mein Vater war zwischen 1939 und 1941 in der sowjetischen Armee. Aber in den Kriegszeiten wurden alle Bürger deutscher Nationalität ins Hinterland gebracht. Aus ihnen wurden die ersten Truppen von Arbeitssoldaten im Ural gebildet. Der Vater verlor die Verbindung zu seinen Verwandten und nahen Bekannten, von denen es in der Familie mehr als 70 gab.

Ich habe entsprechende Anfragen an Kreisarchive, an das Innenministerium und die Standesämter gestellt, aber ich habe keine Antwort erhalten. Ich hoffe, dass ich durch diese Zeitung, die von Deutschen in vielen Ländern gelesen wird, zumindest irgend eine Spur finden kann.

Möglicherweise hilft der Fakt, dass in verschiedenen Zeiten der Familienname in vier verschiedenen Varianten geschrieben wurde, diese sind: Munschau (Муншау), Munzhau (Мунжау), Mundschau (Мундшау), Mundzhau (Мунджау). Aller all dies ist ein und die selbe Familie.

Bitte schicken Sie ihre Informationen an folgende Adresse: Deutschland. Jakob Mundschau. Bergstrasse, 50 66539 Neunkirchen. Oder per E-Mail an: info@daz.asia mit dem Betreff „Ich suche“.

Übersetzung: Philipp Dippl

Die Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Pawlodar

Die gesellschaftliche Vereinigung „Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Pawlodar“ (Stadt Pawlodar, Astana-Straße 59, E-Mail: bzentrum.pavlodar@gmail.com) kündigt im Rahmen des Projektes „Lebensmittelhilfe“ eine Ausschreibung zum Kauf von Grundnahrungsmitteln im August 2019 für Tausende sozial benachteiligter Bewohner der Region an.

Wir bitten die Leiter von Firmen, die an der Lieferung von Lebensmitteln beteiligt sind und Interessenten, die an der Ausschreibung teilnehmen wollen, uns bis zum 9. August eine Einverständniserklärung mit den Kontaktdaten zu schicken.

Die Ausschreibungsunterlagen (Preisanfrage mit vollständiger Liste und Mengenangabe der zu kaufenden Lebensmittel, detaillierte Angaben zu den Lebensmitteln, Fragebogen des Lieferanten usw.) kann man vom 12. bis zum 14. August bei der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Pawlodar, Astana-Straße 59 erhalten.

Wettbewerbsanträge mit Preisangeboten in verschlossenen und unterschriebenen Umschlägen werden an der angegebenen Adresse bis zum 20. August, 12.00 Uhr angenommen.

Die Umschläge mit den Wettbewerbsanträgen werden am 20. August um 14. Uhr im Büro des stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft der Deutschen geöffnet.

Weiterführende Informationen können Sie unter der Telefonnummer: +7(7182)322482 erhalten.

Wir laden Sie zur Zusammenarbeit ein.

Übersetzung: Philipp Dippl

Achtung! Wettbewerb zur Vorbereitung eines Spezialkurses „Literatur der Deutschen Kasachstans“

Die gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ (Kunde), kündigt in Zusammenarbeit mit der Ualichanow-Universität Kokschetau einen Wettbewerb zur Erarbeitung und Lesung des Spezialkurses „Literatur der Deutschen Kasachstans“ an, der für Studenten des dritten Kurses in der Fachrichtung 5B011900 – „Fremdsprache: zwei Fremdsprachen (Deutsch als Hauptsprache, Englisch)“ auf Basis der Ualichanow-Universität Kokschetau bestimmt ist.

Der Spezialkurs (ein Wahlkurs des Studienplans mit Schwerpunkt auf der Entwicklung soziokultureller und soziolinguistischer Kompetenzen der Studierenden) umfasst 30 akademische Stunden (10 Vorlesungen und 20 Seminare), sowie Prüfungen. Unterrichtssprache des Spezialkurses ist Deutsch.

Qualifikationsanforderungen an die Teilnehmer:

  • Höhere Berufsausbildung.
  • Akademischer Grad des Doktors/ Doktoranden.
  • Verhandlungssicheres Deutsch.
  • Arbeitserfahrung im wissenschaftlich-pädagogischen Bereich nicht weniger als 5 Jahre.
  • Eigene Publikationen zur Literatur der Deutschen Kasachstans, Erfahrung in der Erarbeitung und Durchführung von Vorlesungen und Seminaren zur Literatur der Deutschen Kasachstans.

Verpflichtungen des Kandidaten:

  • Erarbeitung und Bereitstellung des entwickelten Spezialkurses in deutscher Sprache für den Kunden zum Thema „Literatur der Deutschen Kasachstans“, im Gesamtumfang von 30 akademischen Stunden (10 Vorlesungsstunden und 20 Seminarstunden), Zusatzmaterialien zum Selbstlernen, Prüfungsmaterialien, bis zum 15. September 2019. Die erarbeiteten und bereitgestellten Materialien können vom Kunden nach eigenem Ermessen für nichtkommerzielle Zwecke verwendet und veröffentlicht werden, das Urheberrecht bleibt beim Autor gewahrt.
  • Die Vorbereitung und Lesung des Spezialkurses „Literatur der Deutschen Kasachstans“ für Studierende des dritten Kurses in der Fachrichtung 5B011900 – „Fremdsprache: zwei Fremdsprachen (Deutsch als Hauptsprache, Englisch)“ an der Ualichanow-Universität Kokschetau, Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen. Umsetzungszeitraum: 22.09. – 06.10.2019.
  • Im Zeitraum vom 22.09. – 06.10.2019 Teilnahme an den Treffen mit der deutschen Bevölkerung der Stadt Kokschetau, die von der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Akmolinsk mit Präsentationen zur Literatur der Deutschen organisiert wurden.

Der Kandidat muss folgende Unterlagen vorlegen:

  1. Lebenslauf des Kandidaten
  2. Vorläufiger thematischer Plan des Spezialkurses mit Angabe der Ziele und Aufgaben, sowie der Anzahl der Stunden je Thema.
  3. Kostenvorstellungen für die Leistungen der Erarbeitung des Spezialkurses und der Vorbereitung, Lesung des Spezialkurses sowie die Durchführungen der Prüfungen. Die Ausgaben für Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung des Kandidaten in der Zeit der Durchführung des Spezialkurses werden von den Projektorganisatoren übernommen.

Die Unterlagen müssen an die E-Mail-Adresse der GS „Wiedergeburt“ stiftung.wiedergeburt@gmail.com geschickt werden. Die Dokumentation muss in deutscher Sprache eingereicht werden.

Übersetzung: Philipp Dippl

Heranführung an die deutsche Kultur durch das Erlernen der Sprache

Im Rahmen des Programms zur Unterstützung der deutschen Ethnie der Republik gibt es in der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ seit 1998 deutsche Sprachkurse und Konversationskreise für Erwachsene und Jugendliche, sowie Kindersprachkreise. Ihr Ziel ist die Bewahrung der deutschen Identität durch das Erlernen der Sprache, sowie die Formierung nationalen Selbstbewusstseins in der multikulturellen Gesellschaft Kasachstans.

Olga Litnewskaja, stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, erzählt: „ Das Projekt wird in Pawlodar, Ekibastuz und Aksu, sowie in den Dörfern und Siedlungen der Region Pawlodar (Rosowka, Lugansk, Nowotschernojarka, Uspenka, Olgino, Terenkol, Scharbakty, Zheleznika) umgesetzt. Die Unterrichtsstunden werden von erfahrenem Lehrpersonal durchgeführt, welches sich regelmäßig in verschiedenen Kursen und Seminaren fortbildet.

Seit einigen Jahren arbeiten in Pawlodar und Uspenka Sprachlernkreise für Erwachsene, welche von Mitgliedern der Gesangsgruppen „Nette Frauen“ und „Weidchen“ besucht werden; im Jahr 2018 wurde die Arbeit der Sprachlernkreise für Senioren in der Stadt Ekibastuz wiederaufgenommen. Jetzt hat die alte Generation die Möglichkeit, ihre Muttersprache zu erlernen, und sich an Lieder, Gedichte und Bräuche ihres Volkes zu erinnern. Die Teilnehmer an den Kursen und Kreisen nehmen aktiv an der Durchführung von Kulturveranstaltungen der Gesellschaft „Wiedergeburt“ teil.

Traditionell werden die Feiertage Weihnachten, Ostern, das Festival der deutschen Kultur und Veranstaltungen zu Gedenkterminen begangen. Das Interesse an der Kultur und der Muttersprache, das Streben, sie zu beherrschen, lässt nicht nach Und das macht uns glücklich“.

Auch freut sich Olga Wladimirowna über die Tatsache, dass der heranwachsende Nachwuchs mit großem Willen die Sprache ihrer Vorfahren lernt. In vielen Gruppen der Kurse sind alt und jung gemischt, was zur Kontinuität der Generationen beiträgt, für die Jugendlichen sind die Erinnerungen und Erfahrungen der Älteren wichtig, und diese wiederum interessieren sich dafür, wie die Jugend lebt.

Nadezhda Stepanowa, Kuratorin der deutschen Sprachkurse für Erwachsene, teilt mit: „Die Unterrichtsstunden in den Kursen für Erwachsene erfolgen nach dem Lehrbuch „Hallo Nachbarn“ Neu“, welches auf einer interaktiven Lehrmethode basiert. Seit den Jahr 2017 sind viele Gruppen zu den authentischen Lehrbüchern „Menschen“ gewechselt, die Jugendgruppen arbeiten mit dem Lehrbuch „Ideen“. Im Fragebogen zum Abschluss des Kurses verweisen die Teilnehmer auf deren hohes Niveau, die Professionalität der Lehrkräfte, die interessanten Materialien und die Verwendung neuer Lehrbücher.“

Die Methodikerin der Kindersprachkreise Natalja Kolotowa greift auf: „Bei uns gibt es eine größere Auswahl: die Lehrbücher „Planetino“, „Tamburin“, „Spielerisch Deutschlernen“, „Planet“, oder „Beste Freunde“. Neue Bildungskomplexe wenden interaktive Tafeln an, was zu einem interessanteren Unterricht auf einem Höheren Niveau beiträgt.

Die Kursteilnehmer, die die Ausbildung auf der Stufe A2 beendet haben, können auf Wunsch zu dem Format der Kreise wechseln. Die Thematik ergibt sich aus dem Hauptziel des Projektes: die Bewahrung der deutschen Identität durch das Erlernen der Sprache und der Kultur und folgt der Nachfrage der Teilnehmer. Kinder bevorzugen es, die deutsche Sprache aktiv durch den Einsatz spielerischer Momente zu erleben, sie lernen mit großer Freude Gedichte und singen Lieder, studieren die Geschichte, die Traditionen und die Bräuche der deutschen Ethnie.

Die technische Ausstattung in Pawlodar und in den Dörfern des Gebietes erlaubt es, im Unterricht das Internet zu nutzen und authentisches Material einzusetzen“.

An den Sprachprojekten nehmen 25 Lehrkräfte teil, von denen viele eine große Erfahrung besitzen: bei Tamara Petrowna Petschjulis, Mejramgul Abaewna Ramazanowa, Larisa Nikolaewna Nowikowa, Ajman Muchidenowna Aubakirowa, Nadezhda Michajlowna Stepanowa, Elena Anatoljewna Starodubzewa, Tatjana Alekseewna Tkatsch, Marija Gennadjewna Sereda und Julja Wladimirowna Wajgandt sind dies mehr als zehn Jahre.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Teilnehmer an den Sprachkursen und die Mitglieder des Jugendklubs „Lenz“ bereits zum vierten Mal die allrussische öffentliche Kampagne „Tolles Diktat“ unterstützen. In diesem Jahr haben an ihr 213 Erwachsene und 70 Kinder aus Pawlodar, Ekibastuz, Aksu und den Dörfern des Gebietes Pawlodar teilgenommen, sieben von ihnen machten keinen einzigen Fehler.

Im Juli und August sind für die Aktivsten zweitägige Intensivkurse geplant, welche in Pawlodar, Ekibastuz, Aksu, sowie in den Dörfern des Gebietes Pawlodar, Rozowka, Lugansk und Nowothscernoarka stattfinden werden.

Ljudmila Bewz

 Übersetzung: Philipp Dippl

Jeder bringt sich ein… die Deutschen aus Aktobe erhalten soziale Hilfe

In der Botschaft des Elbasy Nursultan Nasarbajew „Strategie 2050“: der neue politische Kurs des erfolgreichen Staates“ wird den Fragen  der Schaffung eines neues Staatsmodells große Aufmerksamkeit gewidmet.

Eine starke Sozialpolitik ist die Garantie für soziale Stabilität und Harmonie. In diesem Zusammenhang sind eine Reihe von Neuerungen geplant: die Verbesserung des Systems der medizinischen Ausbildung, die Modernisierung der Beschäftigungs- und Arbeitspolitik, die gezielte soziale Unterstützung und vieles andere.

Die Verwirklichung dieser Aufgaben ist nicht nur für die Regierung Kasachstans relevant, sondern auch für dessen ethnokulturelle Vereinigungen, einschließlich die Regionalgesellschaften der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, die im Laufe vieler Jahre eine Reihe sozial bedeutender Projekte erfolgreich verwirklicht haben.

Individueller Ansatz 

Praktisch jeden Tag kommen Menschen in die Regionalgesellschaft der Deutschen Aktobe „Wiedergeburt“, um um Hilfe zu bitten. Der eine hat eine kleine Rente, andere leben ausschließlich von staatlichen Leistungen. Verständlicherweise steht es nicht in der Kraft der Gesellschaft, allen zu helfen, aber sie kann auch den Problemen der ethnischen Deutschen nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Die Sozialabteilung des Verbandes der Gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans hat ihre Arbeit noch im Jahr 1994 aufgenommen. Seitdem haben tausende bedürftige Bürger Unterstützung von der Gesellschaft erhalten. Jetzt führt die Stiftung „Wiedergeburt“ diesen Kurs fort.

– Jedem Bedürftigen wenden wir uns persönlich zu. Wir leisten nicht nur materielle, sondern auch moralische Unterstützung. Die Deutschen sollen wissen, dass sie nicht im Stich gelassen werden, und sie spüren das. Wir hören nicht bei der Stadtbevölkerung auf, wir schließen auch die Dorfbewohner mit ein, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, – erzählt die Koordinatorin der Sozialarbeit der Gesellschaft Elena Schinarenko.

Elena ist Spezialistin mit 15 Jahren Erfahrung. Sie kennt praktisch jede bedürftige Familie. Im Moment sind bei ihnen mehr als 600 erfasst. Das sind rehabilitierte Pensionäre mit einer kleinen Rente, Invaliden, oder Arme. Es sind diejenigen, die Unterstützung benötigen. Eine Auswahl (Reis, Zucker, Butter, Nudeln, Gretschka, Tee) wird nur einmal im Jahr ausgegeben, aber auch darüber freuen sich die Dorfbewohner. Alleine im letzten Jahr haben 420 Menschen solche „Körbe“ erhalten.

– Heute glauben viele, dass Lebensmittel erschwinglich sind, und man kann sie einfach im Geschäft kaufen. Wir fahren ständig in die Regionen, zum Beispiel Alginskij, Chromtauskij, Kargalinskij, Murtukskij. Wir kennen die Situation von innen. Es kommt auch vor, dass wirklich nicht genug für Essen haben, deshalb ist das, was wir tun, so wichtig für sie, – meint Elena.

Ein weiterer wichtiger Bereich der Hilfeleistungen der Gesellschaft ist die Kompensation für erworbene lebenswichtige Medikamente. Alleine im Jahr 2018 wurde diese Art der Hilfe 40 Bewohnern des Gebietes Aktobe geleistet.

Zusammen mit dem Staat

Die Hilfe der deutschen Gesellschaft erwies sich als gute Unterstützung für den Staat, der mit aller Kraft versucht, ein würdiges Leben für die Bürger sicherzustellen. Ab diesem Jahr können tausende Kasachstaner die aktualisierte gezielte Sozialhilfe in Anspruch nehmen.

Die gezielte Sozialhilfe (ASP) ist ein staatlicher Zuschuss, welcher einkommensschwachen Bürgern ausgezahlt wird. Diese staatliche Begünstigung ersetzt drei Zahlungen: gezielte staatliche Mittel, Unterstützung für die Erziehung von heranwachsenden Kindern und Hilfe für Kinder von Großfamilien. Es lohnt sich, ASP zu erhalten, da die Summe etwas höher ist, als alle Einzelzahlungen. Die Auswahlkriterien sind simpel: es wird das monatliche Pro-Kopf-Einkommen herangezogen. Dieser Betrag basiert auf der Grundlage der allgemeinen finanziellen Möglichkeiten der Familie und wird auf jedes Familienmitglied aufgeteilt. Wenn die Finanzmittel unterhalb der Armutsgrenze liegt (weniger als 70 Prozent des Existenzminimums), hat der Bürger Anspruch auf Sozialhilfe.

Seit dem 1. April diesen Jahres ist es sehr viel einfacher, die Dokumente zu sammeln, um die ASP zu erhalten. Man muss nicht mehr so viele Auskünfte bereitstellen. Alles, was vorgelegt werden muss, ist eine Erklärung, ein Personalausweis, sowie die dauerhafte oder vorübergehende Registrierung am Wohnort.

Die Hilfeleistung finanzieller Art kann ledigen oder (und) alleine lebenden Menschen mit geringem Einkommen, mit beschränkten Möglichkeiten der Teilnahme an Beschäftigungsförderungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Erreichen des Rentenalters, mit einer Behinderung ersten oder zweiten Grades, oder bei Vorliegen einer Krankheit mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwei Monaten vorliegt, geleistet werden.

Eine solche Hilfeleistung können bedürftige Familien, beanspruchen, in denen alle erwerbsfähigen Mitglieder Behinderungen ersten oder zweiten Grades besitzen oder (und) eine Krankheit mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwei Monaten vorliegt, oder (und) sie ein Kind im Alter bis zu sieben Jahren, ein Kind mit Behinderung, einen Behinderten ersten oder zweiten Grades, einen Alten pflegen, oder Pflege und Hilfe von außen benötigen.

Bedingte finanzielle Hilfe kann Alleinstehenden oder (und) alleine lebenden, bedürftigen erwerbsfähigen Personen geleistet werden, sowie bedürftigen Familien mit (einem oder mehreren) erwerbsfähigen Mitgliedern, sofern sie an Arbeitsförderungsmaßnahmen oder an einer nötigen Sozialanpassung teilnehmen.

Konstantin Sergeew

 Übersetzung: Philipp Dippl

Wir suchen Interessierte für das Stipendium des Instituts für Auslandsbeziehungen!

Die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans“ „Wiedergeburt“, sucht Interessierte für ein Stipendium vom Institut für Auslandsbeziehungen!

Die GS Wiedergeburt freut sich ankündigen zu können, dass sie für dieses Jahr ein Stipendium für eine Kulturassistenz von ifa vergeben kann, das durch das Auswärtige Amt gefördert wird.

Als Gastinstitution im Programm dieses Jahr suchen wir für die Zeitspanne 15. August – 15. November eine(n) Kandidaten(in), die/der bis am Ende ihrer/seiner Stipendiumszeit uns bei der Organisierung des X. Internationalen Festivals der deutschen Kultur und des Projekts „Deutsch im Herzen“ unterstützt!

Einsatzort ist die Hauptstadt Nur-Sultan, Kasachstan.

Ziele der GS „Wiedergeburt“

Unsere Mission besteht darin, die gesellschaftliche Bewegung der Deutschen zu festigen und zu stärken, die deutsche Bevölkerung Kasachstans möglichst vollumfänglich mit den gesellschaftlichen Aktivitäten zu erfassen

 Beschreibung des Projektvorhabens

Im September 2019 findet das X. Internationale Festival der deutschen Kultur statt. In dem Festivalprogramm werden verschiedene kreative Nominierungen vorgestellt werden. Darüber hinaus werden verschiedene Meisterklassen organisiert, die sich mit der Kultur und den Traditionen der Deutschen in Kasachstan verbinden. Der/die Kulturassistent/-in fördert das Eintauchen in das sprachliche Umfeld und eine enge internationale Zusammenarbeit im Bereich der Kultur.

Im Oktober 2019 wird die Abschlussphase des Projekts „Deutsch im Herzen“ geplant. Projektziel: Entwicklung der Motivation für das Erlernen und die Nutzung der deutschen Sprache, Zusammenarbeit mit Methodisten und Lehrern, Teilnehmern aus Sprachkursen und Konversationszirkeln, Jugendgruppen, Familien usw.

Herbst 2019 (kein genaues Datum festgelegt) – Mitwirkung im Jugendprojekt: Entwicklung eines zweisprachigen Kurzfilmes über den Verband der deutschen Jugend Kasachstans –  Übersetzungstätigkeit, Erarbeitung und Implementierung einer SMM – Strategie, wahrscheinliche Vorbereitungsarbeit zum anstehenden Weihnachtsfest.

Aufgabenbeschreibung Kulturassistenz

  • Mit der Zielgruppe der Veranstaltung arbeiten: aktive Kommunikation auf Deutsch führen;
  • Betreuung vor Ort bei allen Veranstaltungen;
  • Unterstützung bei der Entwicklung eines Drehbuchs für das Galakonzert;
  • Medienberichterstattung über Veranstaltungen: DAZ; Moderation von einzelnen Abendveranstaltungen.
  • Alle leitenden Aufgaben zur erfolgreichen Abwicklung des Projekts umfassen
  • Koordinierung des Projektablaufs (teilweise)

Die Aufgabe der Assistenz wäre während des gesamten Aufenthaltes (15. August – 15. November) aktiv an allen Arbeitsprozessen teilzunehmen, sich mit den Besonderheiten der Projekttätigkeit in der ethnokulturellen Richtung befassen. Gemeinsam mit dem Koordinator der ethnokulturellen Projekte sowie mit der regionalen Gesellschaft Astana (Nur-Sultan) und dem Gebiet Akmolinsk, intensiv bei der Vorbereitung und Organisation des X. Republikanischen Festivals der deutschen Kultur „WIR SIND ZUSAMMEN – 2019“  zusammenzuarbeiten, das im Jahr des 30-jährigen Jubiläums der Selbstorganisation der Deutschen Kasachstans stattfindet und im Zeitraum vom 25. bis 29. September 2019 durchgeführt wird. An den Festivaltagen helfen und die Arbeit aller Workshops koordinieren, sich mit den Referenten und Teilnehmern integrieren. Unterstützung bei der Vorbereitung der Abschlussveranstaltung des Festivals (Gala-Konzert).

Nach Abschluss aller Veranstaltungen, eine ausführliche Reflexion der Ereignisse geben, den Gesamteindruck der Projektaktivitäten in der ethnokulturellen Richtung beschreiben (Verbesserungen, Empfehlungen etc.)

Veranstaltungskalender:

15 .08.- 25.08-Vorbereitung, Durchführung des Ferienprogramms zum 25-jährigen Jubiläum des Deutschen Hauses, Almaty;

26.08-20.09-Vorbereitung, Organisation des X. Republikanischen Festivals der deutschen Kultur „WIR SIND ZUSAMMEN-2019“;

25.09-29.09.- Durchführung des X. Republikanischen Festivals der deutschen Kultur „WIR SIND ZUSAMMEN-2019“ und aller damit verbundenen Veranstaltungen;

  1. 01.10-29.10 – Vorbereitung des Projekts „Deutsch im Herzen“

30.10-15.11. – Zusammenfassung, Reflexion.

Anforderungsprofil und Erwartungen an die Kulturassistenz

Zuallererst sollte es sich um eine Nachwuchskraft der Deutschen Minderheit oder aus deren Umfeld handeln, der/die die Besonderheiten der deutschen Kultur und Sitten kennt, einen kreativ aktiven jungen Menschen, der fließend Deutsch spricht. Die Stiftung erwartet eine aktive Beteiligung an allen kreativen Prozessen und Veranstaltungen während des Aufenthalts, die Verwendung neuer/eigener Lehrmethoden, aktiven Technologien bei der Organisation verschiedener Arten von Veranstaltungen, ebenso wie Hilfe bei der Bearbeitung des szenischen Verlaufs von Festivalveranstaltungen in deutscher Sprache. Er/sie sollte dazu fähig sein, Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen (Jugend, Menschen mittleren Alters, Senioren) während der Festivalveranstaltungen zu koordinieren.

* Sehr gute Deutschkenntnisse – C1

* Praktische Erfahrung in der Planung und Umsetzung von Jugend -, Kultur-oder Mediaprojekten

* Interesse an der Teilnahme an ähnlichen Programmen und Projekten (Motivationsschreiben).

Was kann die Kulturassistenz erwarten

Die Teilnahme wird nicht nur für die Selbstorganisation der Deutschen, sondern auch für den/die Assistenten/-in selbst von Nutzen sein. Man erhält aktuelle Informationen über die Deutschen in Kasachstan, über ihr Leben und ihre ursprünglichen Traditionen. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, aus den Erfahrungen der Selbstorganisation der Deutschen in Kasachstan zu lernen. Es wird die Bereitstellung eines organisierten Arbeitsplatzes und Kommunikationsmittel gewährleistet, ebenso wie auch eine Stipendienleistung, Teilnahme an einem Weiterbildungsseminar des ifa, Betreuung vor Ort durch eine Ansprechpartnerin und ein Abschlussgespräch. Während der Aufenthaltszeit in Kasachstan wird bei allen Prozessen betreut und geholfen.

Angaben zu Bewerbungsformalitäten

Ein Motivationsschreiben mit Lebenslauf und Zeugnissen sollte per E-Mail an folgende Adresse geschickt werden: stiftung.wiedergeburt@gmail.com und kultur@wiedegeburt.kz . Falls wir Ihr Interesse erweckt haben, schicken Sie uns Ihre Unterlagen bis zum 15. August

! Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Elina Baginskaya (stiftung.wiedergeburt@gmail.com)

Dialog zur Zusammenarbeit

Auf dem 70. Jubiläumskongress der FUEN, welcher in Bratislava stattgefunden hat, haben Delegierte von mehr als 40 Organisationen aus 32 Ländern Europas teilgenommen. Die kasachstanische Selbstorganisation wurde auf der Veranstaltung von Robert Gerlitz vorgestellt, Mitglied des Kuratoriums der GS „Vereinigung der Deutschen Kasachstans“.

Die Existenz der FUEN begann, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Völker Europas die besondere Notwendigkeit erkannten, die Fragen der interethnischen Zusammenwirkung, der Bewahrung des kulturellen Erbes und der nationalen Identität kleiner ethnischer Gruppen zu behandeln.

Mit der Verteidigung der Interessen ihrer Mitglieder stützt sich die FUEN auf die Normen des Völkerrechts, die Positionen von Konventionen und zwischenstaatlichen Abkommen. Verschiedene Empfehlungen und Resolutionen werden erarbeitet. Es hängt von dem Status der Strukturen in der internationalen Arena hängt es ab, inwieweit Staaten ihre Stimme hören. Die Autorität der FUEN nimmt in den Augen der Weltgemeinschaft stetig zu.

Zu den bedeutendsten Errungenschaften der föderalistischen Union in der letzten Zeit gehört die Registrierung der aktuellen Zivilinitiative „Rettungsweste für nationale und sprachliche Minderheiten in der Europäischen Union“ oder „Minority SafePack“. Mit Unterstützung der FUEN wurden zur Förderung dieses Projektes mehr als 1,2 Millionen Unterschriften gesammelt. Ebenfalls wurde auf dem Kongress ein neues Online-Werkzeug vorgestellt – das Internetportal „The Minority Monitor“, mit dessen Hilfe Minderheiten Erfahrungen austauschen und die Kommunikation verbessern können.

Für die gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ ist die Mitgliedschaft in der internationalen Organisation FUEN vor allem ein Imageträger. Davon abgesehen ermöglicht es die Zusammenarbeit, Probleme zu sehen, auf die auch die Selbstorganisationen der nationalen Minderheiten in anderen Ländern stoßen, und Methoden und Formen ihrer Lösung zu finden.

So hat der Delegierte der Deutschen Kasachstan Robert Gerlitz im Treffen mit Bahne Bahnsen, dem Leiter der norddeutschen Friesen von Formen der Bewahrung der Muttersprache erfahren, was auch in unserem Land ein sehr aktuelles Thema ist:

– Ich war schon immer fasziniert von der Geschichte der altgermanischen Stämme, von denen auch der Stamm der Friesen, einer der stärksten, abstammt. Es war interessant, herauszufinden, dass die Friesen auch heute noch ihre Sprache und die kulturelle Ursprünglichkeit auf dem Territorium Deutschlands bewahren.

In den Jahren der Arbeit bei der FUEN ist Herr Bahnsen zu dem Schluss gekommen, dass, je kleiner eine Ethnie ist, desto mehr Probleme hat sie. Ebenso merkte er an, dass die Deutschen aus Kasachstan und Russland, die in ihre historische Heimat umgesiedelt sind, sich sehr gut integriert haben und einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft des Landes leisten. Im Rahmen des Kongresses wurde Bahne Bahnsen zum Vizepräsidenten des FUEN gewählt. Es ist erfreulich, dass auf dem Kongress den Aspekten Sprache und Jugend besondere Aufmerksamkeit zukamen.

Insbesondere auf dem Treffen der Arbeitsgruppe der deutschen Minderheiten (AGDM) hat die Koordinatorin Renata Trischler betont, dass wenn nicht jetzt die nötige Aufmerksamkeit den Fragen der Bewahrung der Muttersprache und der Jugendarbeit gewidmet wird, dann wird es in 20 Jahren niemanden mehr geben, mit dem man noch arbeiten kann

Der Jubiläumskongress ermöglichte es den Vertretern verschiedener nationaler Minderheiten Europas, freundschaftliche Kontakte zu knüpfen, zu den Erfolgen zu gratulieren, sowie Erfahrungen auszutauschen. Nach der Präsentation der Gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ zeigten viele Kongressteilnehmer Interesse am Prozess der Entwicklung des Programms zur Entwicklung der deutschen Minderheit in Kasachstan, und zwar nicht nur an den Mechanismen, sondern auch an der Initiative selbst, sowie an den Spezialisten, welche die in die Diskussion des Dokumentes miteinbezogen wurden.

– Als Direktor der landesweiten „Deutschen Allgemeinen Zeitung“, war ich sehr erfreut darüber, zu sehen, das die Zeitung nicht nur in Kasachstan gelesen wird. Mit einigen Kongressteilnehmern aus Dänemark, Kroatien, Deutschland und Österreich habe ich mich über die Themen unserer neuesten Publikationen unterhalten.  Ich denke, dass das ein sehr gutes Zeichen für die Redaktion ist, – merkte Robert Gerlitz an.

Die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEN) wurde im Jahr 1949 gegrünet und vereint mehr als 100 Organisationen aus 35 Ländern. Seit 2006 ist Loránt Vincze von der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien Präsident der FUEN. Innerhalb der Union findet die aktive Arbeit der Jugendorganisation „Jugend Europäischer Volksgruppen, JEV, statt.

Seit dem Jahr 1991 ist die Arbeitsgruppe der deutschen Minderheiten (AGDM) fester Bestandteil der Föderalistischen Union, der mehr als 20 Selbstorganisationen aus den Ländern Europas und der GUS angehören. Der Leiter der Arbeitsgruppe ist Bernhard Gajda, Vorsitzender des VDG, des Verbandes der deutschen soziokulturellen Gesellschaften in Polen. Seit 1995 besitzt die Organisation einen Beraterstatus Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

Übersetzung: Philipp Dippl

Ein neues Treffen der Mitglieder des Business Clubs

Am letzten Freitag wurde im Restaurant „Yegorkino“ ein neues Treffen der Mitglieder des Business Clubs abgehalten, der im Rahmen des Gesellschaftlichen Stiftung gegründet wurde. Wie bereits bei vorangegangenen Treffen, war das Programm sehr reichhaltig: Alle zur Diskussion stehenden Fragen wurden von den Mitgliedern des Clubs im Voraus vorgeschlagen.

Einer der wichtigsten Punkte an der Tagesordnung war die Präsentation des Programms zur Entwicklung der deutschen Volksgruppe Kasachstans, dessen Entwurf gemäß dem Beschluss der Nationalen Delegiertenkonferenz am 17. Oktober 2017 entwickelt wurde. Das Programm ist ein strategisches Dokument, das alle Lebensbereiche der ethnischen Deutschen Kasachstans umfasst. Ziel ist es, neue Ansätze für die Arbeit der Selbstorganisation zu entwickeln.

Den Geschäftsleuten stellte der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums des Fonds, Evgeny Bolgert, den Block „Entwicklung des Unternehmertums unter Aussiedlern“ vor, der die Mitglieder des Klubs aufforderte, sich mit dem entsprechenden Abschnitt vertraut zu machen und Vorschläge zu bringen. Der Programmentwurf wird auf dem Internetportal der Deutschen Kasachstans www.wiedergeburt.kz hochgeladen.

Während des Treffens wurden auch zwei interessante Präsentationen abgehalten. Viktor Grents, Generaldirektor des Büros für Verschuldungsberatung, führte die Teilnehmer in die Tools und Methoden der Kredittechnologien in der Wirtschaft ein und stellte eine neue Dienstleistung seines Unternehmens vor – das Forderungsmanagement. Das Unternehmen stellte ihr ein Angebot sowohl für den Einzelhandel als auch für den Großhandel.

Evgenia Gizik, die Gründerin und Leiterin von ISC LLP, sprach in ihrer Präsentation über einfache Ideen zur Verbesserung des Unternehmensmarketings. Die vorgeschlagenen Praxisbeispiele zu Kontaktpunkten mit Kunden und Empfehlungen zur Nutzung von WOW-Effekten zur Optimierung des Marketings und des Geschäfts im Allgemeinen wurden vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen.

Das Treffen endete mit der Übergabe der Clubkarten, deren Design von einem der Mitglieder des Clubs, Sergey Amman, mit großer Sorgfalt entwickelt wurde.

Die erste Etappe des regionalen Festivals der deutschen Kultur ist beendet

Im Rahmen der Realisierung des Programms „Рухани жаңғыру“ findet eineinhalb Monate lang an den von Deutschen dicht besiedelten Orten im Gebiet Pawlodar ein Festival statt, dass dem 30-jährigen Jubiläum der deutschen gesellschaftlichen Bewegung „Wiedergeburt“ gewidmet ist. Die Veranstaltungen werden mit dem Ziel durchgeführt, die Kultur, den eigenen nationalen Kodex, die Wettbewerbsfähigkeit und die Offenheit zu bewahren. Von den Organisatoren wurden große Anstrengungen zur Modernisierung des gesellschaftlichen Bewusstseins unternommen.

Die stellvertretende Vorsitzende der ANK in der Region Pawlodar Ajnur Sarsenbaewa, der an dem Festival teilnahm, merkte an: „Drei Generationen präsentieren sich uns heute. Und all das dank des Vorsitzenden der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar, Wjatscheslaw Andrejewitsch Ruf, dem Führer, dem man nacheifern muss. Ganz Kasachstan kennt ihn als Unternehmer. An solchen Leitern, wie Wjatscheslaw Andreewitsch und Olga Wladimirowna, muss man sich ein Beispiel nehmen, und dann werden die Zentren aufblühen.

Und wirklich gibt es etwas vorzuzeigen: opulente Kostüme, die modernste Ausstattung und talentierte Gruppen. Es ist erfreulich, dass unsere Versammlung ihre Aktivitäten aktiv auf Wohltätigkeit in allen ihren Formen ausrichtet. Wir bilden neue Räte für öffentliche Zustimmung in den Regionen. Unser Vermittlungsbüro inst heute das beste in der ganzen Republik. Ich wünsche allen ethnokulturellen Vereinigungen in Pawlodar und dem Gebiet Pawlodar Frieden und Wohlstand“.

Im Konzertprogramm wurden musikalische und tanzchoreografische Inszenierungen, Gedichte deutscher Poeten im Original und in der Übersetzung auf Deutsch und Russisch, ein Spiel auf dem Klavier, Gitarre, Dombra, folkloristische Spiele, Kindermusikmärchen und noch vieles anderes wiedergegeben. Wie ein Staffelstab machte von Zweigstelle zu Zweigstelle das Lied „Rosamunde“ die Runde.

In einigen Fällen wurden die Zuschauer von ihrer positiven Energie und der talentierten Ausführung angesteckt (Scharbakty), in anderen (Ekibastuz) entflammte das Streben nach Erfolg (Roman Sacharow und Nikolaj Kulinitsch). Mit ihrer Gesangskunst erfreute die volkstümliche Gruppe „Wir“ mit ihren Solisten Marija Majbach, Anastasija Koren, Violetta Naklonnaja und Bogdan Nurkeew ihre Zuhörer.

Die Sänger „Nette Frau und ein Mann“ wurden bei ihren Nummern von einem Krachorchester begleitet, und Tamara Petschjulis eroberte die Anwesenden mit ihrer tadellosen deutschen Aussprache. Das Duett Irina Zwonarjowa und Ljudmila Bugaewa zeigte nicht nur wunderschöne sprachliche Fähigkeiten, sondern auch ein melodisches Spiel. Das reibungslose Zusammenwirken und die Genauigkeit der Bewegungen, die Feinheit der musikalischen Nummern ist das Resultat der hohen Professionalität der Leiter der Inszenierung Nadezhda Fedkowitsch und Nurlan Bekow.

Die musikalisch-dramatische Skizze „Deportation“ in der Aufführung des Jugendtheaters „Faden“ ließ den Saal zurückschrecken. Man muss der Leiterin der Theatergruppe Anna Schetinina Tribut zollen: die Ausführungen ihrer Zöglinge in der plastischen Pantomime nahm wortlos jede folgende Nummer des Festivals vorneweg und wurde vom Publikum in der richtigen Art und Weise verstanden.

Die jungen Zöglinge von Nadezhda Fedosowa präsentierten eine kecke Polka. Nicht nur ein Mal bemerkt man, wenn man ihre Tanzaufführungen sieht, das unbestrittene Talent der Leiterin. Den Künstlern sind die leichten tänzerischen Bewegungen eigen, sie strahlen Positivität und Selbstbewusstsein aus. Dass alle Gruppen der Gesellschaft „Wiedergeburt“ unermüdlich wachsen und sich handwerklich weiterentwickeln, zeigte die Nummer „Harlekin“. Wo an den Weihnachtsfeiertagen das Stück noch von zwei Solisten aufgeführt wurde, so hat es sich auf dem Festival bereits mit Künstlern der Jugendgruppen und Kindern vervollständigt.

Als Zeichen der Dankbarkeit an die kasachische Erde und dem kasachischen Volk von allen deportierten Deutschen wurden neben deutschen auch Werke auf kasachischer Sprache aufgeführt und die traditionelle Dombra erklang.

Die abschließende Etappe der regionalen Tournee fand in der Stadt Ekibastuz statt, welche zum ersten Mal an dem Festival teilnahm und die Lesung von Gedichten deutscher und russischer Klassiker und Elemente der modernen Tanzmusik inszenierte.

Natalja Nefjodowa, ehemalige Deutschlehrerin und jetzt Stellvertreterin des Akims der Stadt Ekibastuz, begrüßte die Anwesenden gleich auf drei Sprachen: „Ich freue mich sehr, dass die gute Tradition der Festivals fortgesetzt wird. Sie ist die Bestätigung der Einheit, der Eintracht und der Freundschaft, welche in unserem Staat seit vielen Jahren bewahrt wird.

Wir sind stolz darauf, dass Kasachstan der Welt nationale Einheit, Multiethnizität und friedliche Koexistenz beweisen und zeigen konnte. Und das ist das allerwichtigste. Echte sozioökonomische und politische Entwicklung kann es nicht in einem Staat geben, in dem es keine Eintracht gibt. Dabei zeichnet sich gerade die deutsche Diaspora durch Zusammenhalt, Pünktlichkeit und Kreativität aus. Es ist erfreulich, in ihren Reihen neue Gesichter zu sehen, insbesondere Kinder und Jugendliche. Dies bedeutet, es gibt eine Gegenwart und eine Zukunft in unserem Land“.

Die Jury, bestehend aus, Nina Masejkowa, Irina Zwonarjowa, Ljudmila Minz und Nadezhda Stepanowa unter der Leitung von Olga Litnewskaja, fand für jede Zweigstelle die richtigen Worte. Olga Wladimirowna betonte über das Festival: „Es ist immer schön, wenn Menschen die Zeit finden, zu uns kommen und uns unterstützen, sich mit unseren Angelegenheiten und Plänen befassen, wenn sie sich die Aufführungen der Künstler unseres Kreises und der Stadt anschauen.

Zu den Aufgaben der Jury gehört die Auswahl der besten Nummern auf regionaler Ebene des Festivals, welches im August in Pawlodar stattfindet, sowie dabei zu helfen, Passivität und Unsicherheit bei den Teilnehmern zu überwinden und ihre Stärken zu wecken. Es gibt auch im Dorf Talente, ihre Nummern sind häufig gut und durchdacht und das macht Hoffnung, dass die Menschen in die deutsche Gesellschaft kommen. Wir bringen auf jeden Fall eigene deutsche Künstlergruppen mit, was wie eine Art „Impfung“ in der Arbeit unserer regionalen Begegnungszentren wirkt.

Wir wählen nicht nur Nummern der Laienkunst aus, sondern zeichnen auf jeden Fall auch Lehrer aus, dank derer die deutsche Sprache und Kultur der Region bewahrt und gelernt wird und sich entwickelt. Ohne Sprache ist kein Ethos denkbar.

Ich möchte auf die Tatsache hinweisen, dass es solch aktive und talentierte Menschen gibt, dass sie, zum Beispiel, zu singen beginnen, wenn sie in eine Tanzgruppe kommen. So etwas kann man in fast allen Kreisklubs beobachten. Eines der Ziele unseres Festivals ist es, den Menschen Freude zu schenken, wenn sie mit der deutschen Kultur und der deutschen Sprache in Kontakt kommen“.

Es ist erwähnenswert, dass bei jeder Zwischenetappe auch Diplome und Dankesbriefe an die Teilnehmer der öffentlichen Kampagne „Tolles Diktat“ überreicht werden.

Ljudmila Bewz

 Übersetzung: Philipp Dippl

 

 

Die kreative Seele der Aktobinsker Jugend

Die neue Vorsitzende des Jugendflügel der deutschen Gesellschaft „Wiedergeburt“ in Aktobe Anna Geer träumt davon, für jeden Jugendlichen eine Beschäftigung nach Lust und Laune zu finden.

Energizer, Greenpeace oder Catwoman. So liebevoll wird Anna Geer genannt. Die junge Frau nimmt es ihren Freunden nicht übel, sie sagt, das ist alles wahr. Schon in der frühen Kindheit erkannten die Lehrer in ihr das Zeug zum Führer, und neuerdings nimmt dies auch auf dem Papier Gestalt an.

Bereits seit ein paar Wochen ist die 16-jährige Zehntklässlerin die neue Vorsitzende des Jugendflügels der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Aktobe.

Anna übt ihr Amt verantwortungsvoll aus: sie widmet ihre Ferien Plänen und Projekten. Natürlich konnte sie in den ersten Tagen ihre Aufregung nicht verbergen, denn eine Führungsposition hinterlässt deutliche Spuren im Leben eines jeden.

– Die Angehörigen unterstützen mich immer. Sie sagen, dass ich das schaffen werde. Ich möchte ich selbst bleiben. Ich hoffe, ich werde nicht zu sehr abheben, – scherzt Anna. – Um das zu verhindern, habe ich einen hervorragenden Stellvertreter, Egor Kirko, der immer die passenden Worte findet.

Kein Moment der Ruhe

Anna wird es niemals langweilig, sie findet immer irgend etwas zum tun. Die Lieblingsfächer in der Schule: Deutsch und exakte Wissenschaften. Eine solche Kombination ist selten, aber umso interessanter. In jungen Jahren ließ sich das kleine Mädchen von den Traditionen und der Kultur Deutschlands mitreißen. Zu dieser Zeit hat sich unbewusst der größte Traum entwickelt, die historische Heimat zu besuchen. – In der Freizeit lese ich über die deutsche Kultur, über den Lebensstil. Niemand zwingt mich dazu, es fliegt mir einfach zu. Selbsterziehung ist mir sehr wichtig. Ich versuche, auf Deutsch zu lesen. Es ist kompliziert, aber ich werde damit fertig, – erzählt meine Gesprächspartnerin.

Anna ist sehr gesellig und findet leicht eine gemeinsame Sprache nicht nur mit der Jugend, sondern auch mit der älteren Generation. Neben den Proben in der deutschen Theaterwerkstatt Aktobe kann man sie auf praktisch allen Veranstaltungen von „Wiedergeburt“ als Freiwillige erblicken. In mehr als einem Jahr dieser aktiven ehrenamtlichen Tätigkeit half der Schülerin, die Besonderheiten der örtlichen deutschen Gesellschaft besser kennenzulernen.

Über die Natur in strahlenden Farben

Manchmal fordert die zarte, künstlerische Seele Ruhe und Abgeschiedenheit ein. Dann helfen Papier, Farben und Pinsel. Vor zwei Jahren hat Anna Geer eine Kunstschule abgeschlossen. Ihre Arbeiten haben bislang noch keine größere Bekanntheit erlangt, aber das wird noch.

– Ich liebe es, Bilder aus dem Leben zu malen. Besonders gut gelingen mir Naturbilder. Jetzt beschäftige ich mich mit der Fotokunst. Das ist eine ganze Welt, die ich neu entdecke, – sagt die junge Leiterin entzückt.

Die Enkelin von Ajbolit

Eine weitere Leidenschaft von Anna sind Haustiere. Im Kreis nennt man sie für ihr großes Herz und ihres Einfühlungsvermögens Dr. Ajbolit: Sie rettete mehr als ein Dutzend verlassener Kätzchen und Welpen. Sie peppelt sie auf, geht mit ihnen nach draußen und gibt sie dann in gute Hände.

– Ich kann die Menschen nicht verstehen, die an unseren kleinen Brüdern, die in Not geraten sind, vorbeigehen. Es kommt auch vor, dass bereits erwachsenen Hunde und Katzen obdachlos werden. In irgend einem Moment sind sie ihren ehemaligen Besitzern unnütz geworden. Ich glaube, wenn du das Tier mit nach Hause genommen hast, dann sei gut zu ihm – trage die volle Verantwortung!

Ein Berg von Plänen

 Als sie die Zügel des Jugendflügels der Gesellschaft der Deutschen Aktobe in die Hände nahm, hat Anna als allererstes ein Team aufgestellt und dann Probleme und Aufgaben identifiziert.

– Jetzt sind wir etwas mehr als zwanzig Leute. Dies ist das Rückgrat, mit dem wir unsere Probleme lösen werden. Unser Nachteil liegt darin, dass es keinen Zusammenhalt gibt, jeder beschäftigt sich mit sich selbst. Ich möchte alle mit einer Interessanten Idee vereinen. Wir verstehen, dass wir mit der Zeit gehen müssen: Wir werden Vines aufnehmen und bloggen. Bei uns gibt es eine Menge sehr talentierter Jungs und Mädels, man muss sie nur dafür begeistern, – fasst Anna Geer zusammen.

Was die Pläne betrifft, so gibt es schon sehr bald in der Jugendstruktur diverse Kreise: Fitness-Tanz (eine Mischung aus Sport und Gesundheitsförderung), Deutschkurse, Journalistik-Wortkshops sowie Kochkurse.

Dmitrij Schinkarenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Bei „Wunderkind“ fand der Abschlussball statt!

In diesem Jahr hat das Zentrum der zusätzlichen Vorschulbildung „Wunderkind“ der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Nur-Sultan zum siebten Mal seine Zöglinge verabschiedet. Man kann kaum sagen,wie traurig es war, Abschied zu nehmen, viele der Jungen und Mädchen haben das Zentrum schließlich ganze drei Jahre lang besucht.

Eine fröhliche Zeit vor dem Abschied zu verbringen und sich an alles Gute zu erinnern, die Absolventen auf eine neue Reise schicken – das ist eine mühsame Aufgabe. Man muss sich im Vorfeld das Szenarium ausdenken, rechtzeitig die Aufführungen einstudieren, Gedichte und Lieder auf Deutsch auswendig lernen, und natürlich die festliche Dekoration und die Kostüme nicht vergessen. Das Motto der Abschlussfeier war der Besuch von Hanshase aus Deutschland. Hanshase ist eine Handpuppe aus einem Lehrbuch für die Früherziehung in deutscher Sprache, welches vom Goethe-Institut speziell für Vorschulkinder entwickelt wurde. Im Zentrum „Wunderkind“ basierte die Spracharbeit des gesamten Schuljahres auf diesem Lehrbuch. Deshalb freuten sich die Jungen und Mädchen mit den traditionellen Schultüten in der Hand sehr über das unerwartete Erscheinen ihres Mentors!

Der „Gast aus Deutschland“ teilte mit den Absolventen von „Wunderkind“ Geschichten aus seinem Schulleben, fragte, ob die Kinder für die Schule bereit sind, überprüfte die Deutschkenntnisse, spielte mit den Eltern und brachte natürlich Geschenke mit! Im Gegenzug demonstrierten die Jungen und Mädchen alles das, was sie das ganze Jahr über so fleißig gelernt hatten: Gedichte, lustige Tanzflashmobs und rührende Lieder über den Abschied vom Vorschulleben. Auch die Pädagogen des Zentrums „Wunderkind“ blieben nicht im Schatten.

Abschiedsworte sowohl von den Leitern als auch von dem geliebten Mentor, fanden einen Platz im Herzen jedes Absolventen und bleiben ohne Zweifel ein Leben lang in Erinnerung. Eine unerwartete Überraschung für alle Jungen und Mädchen war ein ihnen vertrautes herzliches Lied , das ihnen von den Lehrern gewidmet wurde.

Am Ende des Festes stand die Errichtung eines traditionellen Baumes. Jedes Kind hinterließ einen Fingerabdruck auf der prächtigen Baumkrone, der in einem Holzrahmen eingefasst ist und bereits den siebten (!) Ehrenplatz in der „Allee der Absolventen“ einnimmt. Die Überreichung der Zeugnisse, die überreichte Schultüte, das Fotoshooting und feierliche rote Bänder, alles dies machte den Festtag strahlend und unvergesslich.

Einen nicht weniger gewichtigen Beitrag zur Schaffung einer solch feierlichen Atmosphäre dieser Abschiedsveranstaltung leisteten unsere hochgeehrten Eltern. Die freundschaftliche Familie „Wunderkind“ wächst und erneuert sich von Jahr zu Jahr, denn alle die, die einmal durch den Willen des Schicksals unter das Dach unserer freundschaftlichen Gesellschaft der Deutschen und des Zentrums für Kinderentwicklung gelangt sind, werden ganz gewiss mit ganzem Herzen daran festhalten und für lange Zeit bleiben.

Elvira Minor

Übersetzung: Philipp Dippl

Die regionalen Tage der deutschen Kultur in Semej

In der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ der Stadt Semej fanden die regionalen Tage der deutschen Kultur statt, die dem 30. Jubiläum der Gründung der Gesellschaft gewidmet waren. Drei Tage lang haben die Bewohner der Stadt sowie der nahegelegenen Kreise die Kultur, die Traditionen und die verschiedenen Arten der Aktivitäten der deutschen Ethnie des Gebietes Ostkasachstan kennengelernt.

Der erste Tag war der Vorstellung der Arbeit der Gesellschaft und der deutschen Kultur gewidmet. Das Kollektiv „Wiedergeburt“ begrüßte alle Mitarbeiter und Gäste des Hauses der Freundschaft mit lebhafter Volksmusik und lud sie zu aromatischem Café und kulinarischen Köstlichkeiten ein. Die Mitglieder des Vereins der deutschen Jugend „Glück“ boten eine Führung an und erzählten von der Geschichte der Gründung und den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“ in der Stadt Semej. In den Workshops konnten die Gäste die deutsche Umgangssprache üben, lernen, wie am eine Polka tanzt, die Bräche des Pfingstfestes kennenlernen, Tauben, das Symbol dieses Feiertages, als Erinnerung basteln und kulinarische Delikatessen der deutschen Küche probieren.

Auf dem Festival der deutschen Kultur erklangen Lieder auf Deutsch, aufgeführt von der Vokalgruppe „Einheit“. Die Zöglinge des Zentrums für zusätzliche Vorschulbildung „Wunderkind“ führten das Märchen „Das Tierhaus“ auf, mit dem Stück „Guten Morgen“ nahm das Krachorchester teil.Die Tanzgruppe „Einheit“ zeigte den Berliner Walzer.

Der zweite Tag der deutschen Kultur brachte den Teilnehmern interessante Fakten aus dem Leben der russischen Deutschen und die moderne Theaterkunst näher.

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Alle antworteten mit Freude auf die Fragen, die von dem Geschichtslehrer der KGU „SOSch Nr. 35“ Aleksej Radionow vorbereitet wurden. Elena Melzer: „Ich habe schon lange nicht mehr an einem solchen Rätsel teilgenommen, es war sehr aufschlussreich und interessant. Wir haben mit den Jungs und Mädels im Team gearbeitet und uns an lange vergessene Informationen erinnert“.

Das Theaterstück „Koma“ regte die Jugendlichen und auch deren Eltern dazu an, über das Leben moderner Heranwachsender nachzudenken. Dies ist Gemeinschaftsprojekt der Theaterwerkstatt „Die vierte Wand“ und das Jugendtheater „Glück“, die Regisseurin ist Inna Semenenko.

Die Premiere fand in Nur-Sultan auf dem ersten landesweiten Theaterfestival „Theater. Deutsch. Jugend“ statt, welches dem Jahr der Jugend und dem 30. Jubiläum der deutschen Bewegung in Kasachstan gewidmet war. Den Stoff für das Bühnenstück „Koma“ lieferte eine Reihe von Massenmorden, welche in den USA und Deutschland stattfanden. Schmidt und Staudacher schildern die Vorgeschichte der Gewalttaten im schulischen Umfeld und werfen in dem Stück die aktuelle Frage auf: Wie und warum kann so etwas passieren?

Walentina Ineschina, Schauspielerin am russischen dramatischen Dostojewskij-Theater: „Es ist ein gewagtes Theaterstück. Bravo dem Regisseur und den Schauspielern. Das Thema stammt mitten aus dem Leben, professionell gespielt, es regt dazu an, über vieles nachzudenken“.

Der dritte Tag führte die Gäste auf eine echte deutsche Hochzeit. Inna Semenenko, die Leiterin der Theaterwerkstatt, studierte das Material „Hochzeitstraditionen und Bräuche der russischen Deutschen“, welches von der Methodistin Olga Beder erarbeitet wurde, und präsentierte zusammen mit den Jugendlichen alle Besonderheiten einer Hochzeit in einer Theaterproduktion.

Es wurden die Besonderheiten bei der Einladung der Gäste, die Auslöse der Braut, die Trauung, das Hochzeitsmenü, sowie die Feierlichkeiten, die mit Tänzen, Liedern und Rituale für eine starke Verbindung der jungen Leute angefüllt waren, gezeigt.

Wladimir Frez: „Vielen Dank für diese interessante Aufführung. Ich bin in Syktyvkar geboren, und in meiner Kindheit besuchte ich zufällig die Hochzeit eines Onkels. Diese Aufführung holte mich zurück auf dieses lustige, fröhliche Ereignis“.

Am Ende der Veranstaltung stand der runde Tisch: „Die Deutschen Kasachstans: gestern, heute, morgen“.

Aleksandr Konowalow: „Die regionalen Tage der deutschen Kultur waren sehr lehrreich für unsere Mitmenschen. Sie haben mit praktischen Erfahrungen die beständige Struktur der deutschen Gesellschaft bereichert, viel wichtiges für sich selbst haben auch die anderen ethnokulturellen Zentren mitgenommen, die im Haus der Freundschaft angesiedelt sind. Diese drei Tage führten uns in das gute alte Deutschland“.

Gulzhichan Zhumbekowa, die Leiterin des kasachischen ehtnokulturellen Zentrums „Achau-Semej“: „Ich bin seit mehr als einem Jahr mit dem deutschen Kulturzentrum befreundet. Es erfreut ich, dass sie sich in verschiedene Richtungen entwickeln. Ich versuche, mich mit Lilija Gontscharuk in verschiedenen Fragen zu beraten und nehme immer mit Freude an allen interessanten Veranstaltungen teil“.

An der Veranstaltung nahmen auch Gäste aus der Filiale der Gesellschaft in Borodulinsk teil.

Aleksandra Schpilkina: „Ich freue mich, dass unter den Teilnehmern viele junge Menschen sind, ich wünsche mir, dass sich mit der Zeit in allen ethnokulturellen Zentren diese Tendenz verbreitet. Ich wünsche Ihnen Wohlstand, das Erreichen aller Ziele und unerschöpfliches kreatives Potential“.

Marija Gorbatschjowa

Übersetzung: Philipp Dippl

Mit dem Konzert ins Dorf

Im Rahmen der Festlichkeiten des 30. Jubiläums der Tätigkeit der Gesellschaft der Deutschen im Gebiet Zhambyl wurden eine Reihe von Veranstaltungen in den den von der deutschen Bevölkerung dicht besiedelten Kreisen durchgeführt.

So besuchte die Initiativgruppe im Rahmen des Projekts „Treffen mit der Bevölkerung“ das Dorf Momyschuly im Kreis Zhualynsk, in dem es bis zum heutigen Tag bereits 34 neue Mitglieder der Gesellschaft der Deutschen gibt.

Im Verlauf der regionalen Tage der Kultur wurde den Bewohnern der Stadt Karatau (Kreis Talassk), dem Dorf Kulan (Kreis Ryskulowsk) und dem Dorf Sarykemer (Kreis Bajsaksk) ein Konzertprogramm präsentiert. Daran nahmen die Gesangsgruppe „Singende Herzen“ und „Juwel“ (Stadt Taraz), sowie die Choreografiegruppe „Brausewind“ (Dorf Kulan) teil, Handwerksmeister aus der Stadt Karatau und aus dem Dorf Sarykemer teilten ihre Handwerkskünste. Organisch in das Programm eingeflochten war die örtliche Tanzgruppe „Zappeln“ aus dem Dorf Kulan unter der Leitung von Fatima Goguewa und der Vorsitzenden des Kreiszentrums der Deutschen Kultur Elisaweta Schapirowa. In nur einem halben Jahr haben die Mitglieder der Gruppe  große Resultate in den choreografischen Aktivitäten erzielt. Die Kinder sind bereits Preisträger des jährlichen Festivalwettbewerbs der deutschen Kultur „Freundeskreis“, das von der Regionalgesellschaft der Deutschen in der Stadt Taraz veranstaltet wird.

Wie ein roter Faden zogen sich die Auftritte der Gesangsgruppe „Singende Herzen“ durch das ganze Konzert. Sie boten Volkslieder und Popsongs auf deutscher Sprache dar. Viele Mitglieder der Gruppe singen seit dem Jahr 2010. Das sind zum Beispiel Wladimir Wajtzel und Tatjana Osipowa. Und Aldina Schulz und Anna Prentschenko, Pensionäre mit Erfahrung, singen erst seit einem Jahr. Alle sie vereint die Liebe zur Musik, zur deutschen Kultur und zur deutschen Sprache. Das Kollektiv nahm in der Zeit seiner kurzen Existenz bereits an landesweiten deutschen Kulturfestivals in Karaganda (2011), Kostanaj (2013) und Astana (2017) teil.

Die Jugendgesangsgruppe „Juwel“ hat die Zuschauer ebenfalls mit einem abwechslungsreichen Repertoire beglückt, in dem Programm erklangen ein klassischer Kanon, Popsongs auf Deutsch und eine englische Vokal- und Instrumentenkomposition. Die jüngste Sängerin, die 9-jährige Jekaterina Schtschelkowa, ist eine unschätzbare Teilnehmerin an allen Veranstaltungen der Gesellschaft der Deutschen.

Am Ende des konzertanten Zusammentreffens stand das Lied „Der sonnige Kreis“, welches in drei Sprachen (Deutsch, Russisch und Kasachisch) mit aktiver Unterstützung des Publikums vorgetragen wurde.

Alle Teilnehmer des Konzertes sind kreative, leidenschaftliche Menschen. Wir haben großes Glück mit unserer Leiterin Vera Alekseewna Filippowa, die seit zehn Jahren die musikalischen Gruppen der Gesellschaft leitet. Sie findet immer interessante Lieder, die sowohl uns als auch den Zuhörern gefallen. Wir denken nicht daran, mit dem Erreichten aufzuhören, uns steht das 10. landesweite Festival der deutschen Kultur in der Stadt Nur-Sultan bevor, auf welchem wir in jedem Fall eine neue Komposition präsentieren werden!

Ebenso wurden während der Besuche Gespräche mit den Bewohnern der Kreise zu Fragen der Aktivitäten der gesellschaftlichen Stiftung und der Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ des Gebietes Zhambyl geführt.

Der Artikel wurde von Tatjana Iwanowa Osipowa (Kammer), Mitglied in der Gesellschaft der Deutschen, im Rat der Mütter der Volksversammlung Kasachstans im Gebiet Zhambyl und Mitglied in der Gesangsgruppe „Singende Herzen“ erstellt.

Fotografien von Julija Kim und Aleksandra Sereda, aktive Mitglieder des KNM „Juwel“, Stadt Taraz.

Übersetzung: Philipp Dippl

Lehreraustausch

Im Juni startete das neue Gemeinschaftsprojekt der gesellschaftlichen Stiftung „Wiedergeburt“ und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Lehreraustausch, an welchem die Deutschlehrer A. Krejmer (Stadt Uralsk), E. Fast (Stadt Esil), O. Beder (Stadt Semej), N. Kolotowa (Stadt Pawlodar) und A. Zhikeewa (Stadt Kokschetau) teilnahmen. Die Pädagogen bekamen nicht nur die Möglichkeit, in das Leben des Thomas-Mann-Gymnasiums einzutauchen und an einer Reihe nützlicher Geschäftstreffen teilzunehmen, sondern auch die Sehenswürdigkeiten Berlins zu bewundern.

Natalja Kolotowa: „Das Ziel des Projektes war es, an Unterrichtsstunden an einer deutschen Schule teilzunehmen. Wir waren so glücklich, als wir erfuhren, dass es ein bekanntes Gymnasium in Berlin mit seinen hochqualifizierten Pädagogen und talentierten und kreativen Schülern sein würde. Vor uns lag die Aufgabe, das Schulsystem Deutschlands, die Arbeitsformen und -methoden der deutschen Kollegen zu studieren und Erfahrungen auszutauschen. Für uns wurde der Unterrichtsbesuch in den Fächern Deutsch, Geografie, Geschichte und sogar Spanisch organisiert. Wir haben sogar an einem runden Tisch teilgenommen, in dessen Rahmen die Vor- und Nachteile, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des deutschen und des kasachischen Bildungssystems diskutiert wurden. Eine riesige pädagogische Erfahrung haben wir in einem Seminar gewonnen, welches auf Grundlage des Gymnasialsystems organisiert wurde und in dem uns neue, moderne Formen, Methoden und Verfahren für die Arbeit im Deutschunterricht gezeigt wurden. Neben der Teilnahme am Lernprozess haben wir einen Rundgang durch die Schule gemacht, es war sehr interessant zu sehen, wie sie von innen aussieht. Dort gibt es große, bequeme Lehrsäle mit einer Vielzahl von visuellen Hilfsmitteln und kreativ gestalteten Infotafeln, die echte Freude hervorrufen“.

Anastasija Krejmer: „Der Hauptinhalt unseres Programms war der Unterricht am Thomas-Mann-Gymnasium, das Kennenlernen des Bildungssystems von Deutschland, der inneren Struktur des Schulsystems, der Methodik der Themenlehre und der außerschulischen Arbeit. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und der ganzen Belegschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums für die Zusammenarbeit, für die Bereitschaft, das Beste zu teilen und zu zeigen, für die qualitativ hochwertigen Unterrichtsstunden und für die Gastfreundschaft meinen Dank aussprechen. Nicht weniger wichtig waren für uns Deutschlehrer die Unterrichtseinheiten in Landeskunde. Unvergesslich waren für uns das Beisein in einer Parlamentssitzung und die Führung durch den Reichstag. Ein Traum ging für mich in Erfüllung: der Besuch in der Berliner Kunstgalerie, in der ich die Werke der großen Künstler betrachtete, von denen ich den Kindern in meinem Unterricht erzähle. Die Besichtigung der Architekturensembles der Stadt und der bedeutenden historischen und kulturellen Orte war zweifellos ein großer Beitrag zu unserem pädagogischen Verständnis. Sie werden zustimmen, ein Lehrer, der von dem Land der Sprache, die unterrichtet wird, durch die Bilder im Lehrbuch erzählt, ist eine Sache, aber ein Lehrer, der aus sich den inneren Rhythmus und die visuelle Ordnung der Hauptstadt herauslässt, das ist eine völlig andere Sache“.

Ajgul Zhikeewa: „Das Seminar war umfangreich, interessant und methodisch hilfreich. Wir hatten die Möglichkeit, Erfahrungen mit den Kollegen aus Deutschland in den Fragen der Einteilung der Arbeitszeit und den Voraussetzungen der Unterrichtsdurchführung, der Organisation der selbstständigen Arbeit der Schüler oder der Methodik des Deutschunterrichts auszutauschen. Klar strukturierte Informationen, Arbeitsblätter und die Möglichkeit zur Diskussion von Problemen machten die Veranstaltung maximal nützlich für jedermann.

Große Aufmerksamkeit wurde auf den landeskundlichen Aspekt und die Fragen der Beziehungen zwischen der deutschen Literatursprache und den Dialekten, den Problemen mit den Sprachnormen auf der Ebene der Hörempfindung in verschiedenen Regionen Deutschlands und in den deutschsprachigen Ländern gelegt. So kann man beispielsweise in Essen „Julei“ (Juli) und „Juno“ (Juni) hören, in Berlin „jetze“ (jetzt), und in Österreich „die Flaschen mit“ (nimm die Flasche mit!)“.

Elena Fast: „Wir hatten die großartige Möglichkeit, den Reichstag zu besuchen, in die Geschichte einzutauchen und einen verblüffenden Mix aus alten und neuen Technologien kennenzulernen. Das Herz des Reichstagsgebäudes ist der Plenarsaal, in dem der Bundestag arbeitet. Interessierte können bei dessen Sitzungen anwesend sein“.

Olga Beder: „Mich hat der Besuch Jobbörse „Vocatium“ überrascht. Es ist erstaunlich, mit welcher Aufmerksamkeit Firmen mit Weltruf auf ihre potentiellen Arbeitnehmer, Studenten und Schüler, zugehen.

Alle Lehrer sind sich einig, dass die Teilnahme an dem Projekt neue Nuancen in ihren Unterricht gebracht, die Erfahrung bereichert und den Horizont erweitert hat. Es wäre toll, einer Gruppe erfolgreicher Schüler von Gymnasien und Schulen Kasachstans die Möglichkeit zu geben, ein paar Tage als Schüler in einem deutschen Gymnasium zu verbringen. Wir hoffen daher, dass dieses Projekt erst der Anfang einer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit ist.

Übersetzung: Philipp Dippl

Theater. Deutsch. Faden.

Der Verein der deutschen Jugend „LENZ“ präsentierte den Zuschauern aus Pawlodar das Theaterstück „Das Letzte Band“ von Samuel Beckett in der Inszenierung der Theaterwerkstatt „Faden“ (Leitung Anna Schtschetinina, Schauspielerin des Tschechow-Theaters Pawlodar). Obwohl das Theaterstück in deutscher Sprache aufgeführt wurde, war der Zuschauersaal voll besetzt.

„Samuel Beckett ist ein englischer Dramatiker, aber die Jungs und Mädels haben eine russische Übersetzung dieses Stücks gefunden. Als ich gefragt wurde, es auf Deutsch zu übersetzen, habe ich versucht, eine fertige deutsche Übersetzung zu finden, da die Übersetzung eines künstlerischen Textes nicht einfach ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich hatte mit der Suche keinen Erfolg: Im Internet fand sich nur die deutsche Übersetzung der ersten zwei Seiten des Werks. Ich musste also selbst an die Arbeit, ich wollte den Jungs und Mädels helfen, sie brannten ja darauf, an dem landesweiten Theaterfestival teilzunehmen. Obwohl das Stück aus den 1950er Jahren stammt, ist es aktuell. Es lässt uns über unser Leben nachdenken, darüber, wie wir jeden einzelnen Augenblick verbringen, wie wir unsere Beziehungen aufbauen, um im Alter nicht einsam zu sein“, – sagte Nadezhda Stepanowa, Methodistin und Kuratorin der deutschen Sprache der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar.

Die Nominierung „Beste Regie“ auf dem landesweiten Theaterfestival „Theater. Deutsch. Jugend“, welches in Nur-Sultan stattfand, war wohlverdient. Das Theaterstück, dass für einen Bühnenschauspieler ausgelegt ist, hat Anna Schtschetinina auf gleich sieben verschiedene Helden umgeschrieben. Die Stimmungen sind vielfältig: die vernünftig bis erhabene Lyrik seiner Helden nebst der technischen Umsetzung des Bühnenstücks – es zog die Blicke auf sich und ließ den Zuschauer nicht für eine Minute los. Die Logik und die Originalität der Entscheidungen der Regisseurin fesselten zogen die Zuschauer wie ein Magnet in ihren Bann und vermittelten gelegentlich ein intuitives Gefühl für die thematischen Handlungsstränge. Die Aufführung zeichnete sich durch die Klarheit und Originalität der Grundidee aus, welche die Schauspieler des Jugendtheaters ohne Ausnahme verkörperten.

„Das Letzte Band“ ist in der Interpretation von Anna Schtschetinina zweifellos der Erfolg sowohl der Regisseurin als auch der Truppe. Das romantische Temperament und die Aufrichtigkeit der Gefühle konnten die Zuschauer in dem Spiel von Jaroslawa Grebjonkina (Bjanka) beobachten. Ihre sanft-lyrische Art in der Darstellung unerschöpflicher Liebesfreude überzeugte. Die Hauptfigur, der alte Krepp, war nach der Idee der Regisseurin: der alte Krepp, der betagte Krepp, der junge Krepp. Und noch etwas überraschte. Wie harmonisch Walerij Woronin, Artjom Kitschutkin und Maksim Karpenko in diese Ebenbilder passten. Ohne auch nur im geringsten das Bild von Krepp zu verwässern, der seine Tage in der „Bärenhöhle“ in völliger Einsamkeit verlebte, gelang es ihnen, zusammen die Gedanken und Gefühle des Helden zusammenzufügen und seinen Geist mit einer Stimmung aus Schwermut und leichter Traurigkeit zu füllen, Empathie für einen Menschen zu erzeugen, der erkennt, dass das Leben vergangen ist und er die Finsternis in der Seele und die innere Armut (das „dunkle Innere“) nicht überwinden konnte.

„Anna Schtschetinina schloss sich der Truppe in einer schwierigen Phase an. Es blieben buchstäblich noch zwei Wochen vor dem Theaterfestival, und es gab noch kein fertiges Stück.Wir haben „Faden“ nur zur Teilnahme dorthin geschickt, um zu zeigen, dass die Truppe existiert. Natürlich haben wir geglaubt, dass bei den Jungs und Mädels alles gut klappen würde, sie waren ja selbst voll des Optimismus, aber das Ergebnis hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Die Truppe hat sich super geschlagen. Natürlich gab es einige Wünsche von den Mitgliedern der Jury, aber sie schätzten das Theaterstück sehr. Und vielen Dank an Anna, dass gerade sie in der schwierigen Phase unseren Schauspielern zur Seite stand. Ich bin froh, dass unser Theater eine Zukunft hat“, – teilte Olga Wladimirowna Litnjewskaja mit, die stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“.

Anna Schtschetinina selbst teilte ihre Eindrücke über die Arbeit mit dem Jugendtheater „Faden“ auf dem landesweiten Wettbewerb und sagte: „Wir sind nicht für Auszeichnungen hier her gekommen, sondern um zu zeigen, dass es uns gibt, und das ist alles (die Arbeit fand unter schwierigen Voraussetzungen und in sehr kurzer Zeit statt). Aber die Jungs und Mädels haben es geschafft, sich so zusammenzufinden, dass sie wie in einem Atemzug spielten, genauso wie beim letzten Mal. Eine große Rolle spielte auch die Atmosphäre in dem benötigten Schwarz-Beige, meine Lieblingsfarben auf der Bühne, auf der es nichts überflüssiges gab: ein paar Stühle und ein Tisch. Natürlich machte ich mir große Sorgen, aber Beruhigung kam auf, als wir sahen, dass die Zuschauer im Saal weinten. Das bedeutet, dass die Künstler es schafften, die Hauptidee der Seelen der Menschen nahezubringen, und das ist das allerwichtigste im Theater.“

Auf die Frage, warum gerade Samuel Beckett, antwortete Anna, die außerdem Studentin am Theaterinstitut Jekaterinburg (Spezialisierung „Schauspielerin für dramatisches Theater und Kino“) ist: „Ich brauchte ein Thema, welches ich verstehe und sehe. Am Institut haben wir die Literatur des 20. Jahrhunderts studiert, und ich habe schon vor langer Zeit einmal das Theaterstück für einen Schauspieler „Das Letzte Band“ gesehen. Ich musste viele surrealistische Werke lesen, jedoch auf russisch. Als ich verstand, dass nur ein absurdes Stück die Situation retten könnte, blieben wir bei dieser Inszenierung. Diese Regieentscheidung kam von ganz alleine, zufällig“. Nachdem es gelungen war, die Theatertruppe mit ihrer Zuversicht und ihrer Vision des einheitlichen Bildes zu begeistern, führte die Leiterin die Jungs und Mädels an sich heran. Die zuständige landesweite Jury, die den hypnotischen Effekt und das intellektuelle Rätsel des Stückes erkannte, vergab eine eine sehr gute Wertung an die Regisseurin des Theaterstücks „Das Letzte Band“.

Man muss anmerken, dass diese Arbeit der Theaterwerkstatt die erste von Anna Schtschetinina und bereits eine sehr erfolgreiche ist. Neue Entdeckungen, brillante Aufführungen und ein überzeugendes Spiel wünschen wir der Gruppe „Faden“.

 

Ljudmila Bewz

Übersetzung: Philipp Dippl

Die Prioritäten wurden gesetzt

Die öffentliche erweiterte Versammlung der primären Parteiorganisation „Dostyk“ der Filiale der Partei „Nur-Otan“ der Stadt Pawlodar unter der Leitung  ihrer Vorsitzenden, der stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ Pawlodar Olga Litnewskaja fand im KGU „Коғамдық келісім“ der Stadt Pawlodar statt.

Es wurde über die wichtigen Dinge gesprochen: Die Amtseinführung des Präsidenten, über die Kontinuität der Macht, über die zehn priorisierten Arbeitsbereiche, die in der Antrittsrede von Kasym-Zhomart Tokaew angesprochen wurden, und die Rolle der Jugend im künftigen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben des Landes.

Ihre Eindrücke von den Ergebnissen der Wahlen teilten Asima, Zhakubaldina, die stellvertretende Vorsitzende der städtischen Filiale der Partei und Bevollmächtigte des Präsidenten,  Aurika Djak, Deputierte der städtischen Maslichat, Olga Nikolaschina, Leiterin des Vermittlungszentrums des Gebietes, sowie Ramil Smailow, Vorsitzender des Jugendflügels der Volksversammlung Kasachstans in der Region Pawlodar.

Die Moderatorin der Versammlung Olga Litnewskaja stellte fest, dass die Wahl des neuen Präsidenten in der Person von Kasym-Zhomart Tokaew mit einer Mehrheit von mehr als 9 Millionen Stimmen ein weiteres Mal das Bekenntnis unseres Volkes für Stabilität, Kontinuität und die Politik des ersten Präsidenten Nursultan Abischewitsch Nazarbajew bekräftigte.

Das politische Leben unseres Landes ist so aufgebaut, dass es buchstäblich jeden Menschen betrifft.Deshalb ist es Aufgabe jedes Mitgliedes des ANK der Partei „Nur-Otan“, die Ideen des neu gewählten Präsidenten der Republik Kasachstan zu fördern, um Stabilität, Wohlstand, Frieden und Eintracht zu erlangen.

Ljudmila Bewz

Übersetzung: Philipp Dippl

Auf den Spuren von Humboldt

Im Heimatmuseum der Stadt Ridder fand ein Treffen mit den Teilnehmern einer russisch-deutschen wissenschaftlichen Expedition zum 190. Jubiläum der Reise von Alexander von Humboldt durch Zentralasien statt.

Humboldt gilt als der Begründer der modernen Geographie. Seine Reise durch die Becken der Wolga, des Irtysch und der kaspischen Senke im Jahr 1829 erschloss den zentralasiatischen Teil Eurasiens für die Wissenschaftswelt dieser Zeit. Bis Humboldt basierte die Vorstellung von Zentralasien auf chinesischen Handschriften und den Tagebüchern des mittelalterlichen Gelehrten Marco Polo.

Die Expedition der Bergbauuniversität Sankt Petersburg und der Akademie für Bergbau Freiburg mit 15 Teilnehmern hatte sich zum Ziel gesetzt, entlang der Route von Humboldt durch Tjumen, Omsk, Ust-Kamenogorsk und Ridder zu reisen. Von deutscher Seite aus leitete die Gruppe der Direktor des Institutes für allgemeine und angewandte Mineralogie der Akademie für Bergbau in Freiburg, der Professor Gerhard Heide, von russischer Seite der Mineraloge Professor Jurij Wojtechowskij. Die Expedition bestand aus Doktoren und Doktoranden der Wissenschaften Geologie, Geochemie, Paläontologie, Geophysik, Zoologie und Geografie.

In Ridder wurden die Reisenden vom Sekretär des städtischen Maslichat Igor Pantschenko begrüßt. Auf dem Treffen im Museum, bei dem wissenschaftliche Mitarbeiter des staatlichen Naturparks Westaltaj und dem botanischen Garten Altaj anwesend waren, hat der selbstständige Wissenschaftler und Geologe Wiktor Kuznetzow seine Hypothese vom „Schambala“ Altaj dargelegt.

Die Forscher lernten mit Interesse die Exposition des Heimatmuseums Ridder kennen gingen anschließend ins deutsche Kulturzentrum, wo die ihnen die Mitarbeiter der Regionalgesellschaft „Wiedergeburt“ einen warmen Empfang bereiteten. Die Leiterin Ljubow Ignatjewa erzählte von den Hauptaktivitäten der Gesellschaft „Wiedergeburt“ in Bezug auf die Erhaltung und Wiederbelebung des historischen und kulturellen Erbes, der Traditionen, Bräuche, der deutschen Sprache, die soziale Unterstützung der Arbeitssoldaten, der Verfolgten und bedürftigen Bürger, sowie der Bildung und Unterstützung der Jugend.

Die Arbeit „draußen im Feld“ wurde vom Hauptgeologen der TOO Kazlink Wiktor Mamin geleitet. So wie schon Humboldt vor 190 Jahren besuchten die Gäste die Minen von Ridder, darunter Ridder-Sokolnyj mit ihrer Aussichtsplattform, und hinterließen am Ende begeisterte Einträge im Gästebuch des Museums:

„Sie haben uns auf herrliche Weise ihren einzigartigen Kreis vorgestellt“ (Doktor F. Damusch, Berlin), „Vielen Dank für die informative Exkursion durch das wunderbare Museum“ (Professor Ju. L. Wojtechowskij), „Begeistert von der Gastfreundschaft des deutschen Zentrums und des Museums“ (Ehrenvorsitzender des Vorstandes der SpbSU L. Borkin).

Andrej Kratenko

Übersetzung: Philipp Dippl

Die deutsche Sprache – die Sprache der großen Literatur, der Wissenschaft und der Philosophie

Auf Basis der „Verbundes Schule-Kindergarten“ des Dorfes Schaschubaj im Gebiet Karaganda wurden dank dem Goethe-Institut und dem Deutschzentrum Karaganda außerschulische Sprachkurse eingerichtet, zu denen nicht nur deutsche Kinder, sondern auch Jungs und Mädels anderer Nationalitäten kommen.

Die Leiterin Dametken Tasbilatowa bildet jedes Jahr eine Gruppe aus fünfzehn Teilnehmern, die sich für die deutsche Kultur und die Sprache interessieren. Der Unterrichtsraum ist mit technischem Equipment ausgestattet, so dass zusammen mit den Lehrbüchern „Deutsch als Fremdsprache. Kursbuch 1“, und „Ideen“ der Unterricht mit interaktiven Lehrmethoden auf entsprechendem Niveau durchgeführt werden kann.

Es werden besonders zusätzliche Literatur, Zeitungen und Journale eingesetzt. Die Teilnehmer des Kurses haben die Möglichkeit, an kulturellen Veranstaltungen und Wettbewerben teilzunehmen, welche vom Goethe-Institut angeboten werden.

Jedes Jahr finden für die Deutschlehrer Seminare in Almaty und Bischkek zur Verbesserung der Qualifikationen in Methodik und Didaktik im Unterricht statt. Die Schullehrer nehmen daran regelmäßig teil, tauschen ihre Erfahrungen aus und lernen neue Technologien kennen.

Übersetzung: Philipp Dippl

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