Theater „Diamant“: Deutscher Brilliant auf der Bühne in Almaty

 Das Theater „Diamant“ in Astana wurde 2010 unter der kreativen Leitung von Regisseur Igor Liskow gegründet. Im kommenden Jahr 2025 feiert „Diamant“ ein kleines Jubiläum, die lang ersehnten 15 Jahre. Während seines Bestehens hat das Ensemble an sechs Theaterfestivals teilgenommen, bei zwei davon Preise gewonnen und 2016 eine Reise nach Deutschland gewonnen. Das Theater ist berühmt für sein akut soziales Genre: die Richtung der Aufführungen lässt niemanden, der es besucht, gleichgültig.

Weiter lesen „Theater „Diamant“: Deutscher Brilliant auf der Bühne in Almaty“

Dieses Jahr werde ich ein Betreuer sein

In der Region Moskau fand ein Weiterbildungsprogramm zum Thema „Methodik der pädagogischen Arbeit eines Betreuers bei der Organisation von ethnokulturellen Sprachbegegnungen und -stätten“ statt. Daran nahmen Sofia Nikitina (Jugendclub Diamant, Astana) und Danil Zoi (Koordinator der Jugendarbeit des Jugendclubs „Junge Sterne“, Aqtöbe), Aktivisten des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstan, teil. Die beiden berichteten über den Verlauf des Projekts und teilten ihre Emotionen und Eindrücke mit.

Weiter lesen „Dieses Jahr werde ich ein Betreuer sein“

Eröffnung des deutschen Hauses in Lissakowsk

In der Stadt Lissakowsk in der Region Kostanai fand eine feierliche Eröffnung des Deutschen Hauses unter Beteiligung von Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, MdB, und Abai Ibrajew, Akim der Stadt, statt. Das für die Deutschen der Region wichtige Ereignis wurde dank der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für Innern und für Heimat und des stellvertretenden Sprechers der Mäschilis des Parlaments Albert Rau ermöglicht.

Weiter lesen „Eröffnung des deutschen Hauses in Lissakowsk“

Kasachisch-Deutsche Regierungskommission: Maßnahmen zur Unterstützung der Deutschstämmigen

Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Roman Wassilenko, stellvertretender Außenminister der Republik Kasachstan, und Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, MdB, fand in Astana die 20. zwischenstaatliche Kommission für die Angelegenheiten der in Kasachstan lebenden Deutschen statt.

Weiter lesen „Kasachisch-Deutsche Regierungskommission: Maßnahmen zur Unterstützung der Deutschstämmigen“

Sitzung des Aufsichtsrates im Kasachisch-Deutschen Zentrum

Die reguläre Sitzung des Aufsichtsrates der Gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“ unter dem Vorsitz des Abgeordneten des Senats des Parlaments der Republik Kasachstan Yevgeniy Bolgert fand in einem gemischten Format im Kasachisch-Deutschen Zentrum statt. Neben den Mitgliedern des Aufsichtsrates nahmen auch Robert Gerlitz, Direktor der „DAZ-Asia“ GmbH, Kristina Larina, Vorsitzende des VDJK sowie Mitarbeiter des Exekutivbüros der Stiftung teil.

Weiter lesen „Sitzung des Aufsichtsrates im Kasachisch-Deutschen Zentrum“

Tag des Buches in Kokschetau

Es ist bereits zu einer guten Tradition geworden, dass die Regionalgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Kokschetau eine Bücherspendenaktion unter den Studenten-Aktivisten organisiert. Initiiert wurde sie von Anna Schudel, Lehrerin für Deutschkurse für junge Menschen, Koordinatorin und Methodikerin des Projekts „Unterstützung der Spracharbeit in den Regionen“.

Weiter lesen „Tag des Buches in Kokschetau“

Olympiade der deutschen Sprache

In der Eurasischen Nationalen Gulmijew-Universität fand die Eröffnungszeremonie der Republikanischen Olympiade in deutscher Sprache unter den Studenten statt, die Deutsch an Hochschulen in Kasachstan studieren. Studenten von zehn Hochschulen des Landes nehmen daran teil. An der Veranstaltung nahmen Mitarbeiter des Exekutivbüros der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und der regionalen Gesellschaft von Astana teil. Olga Stein und Elvira Minor hielten eine Begrüßungsrede, sprachen über die Aktivitäten der Stiftung und der Gesellschaft und betonten die Bedeutung des Deutschlernens und die Möglichkeiten, die es in der beruflichen Tätigkeit bietet.

Übersetzung: Annabel Rosin

Ru: https://daz.asia/ru/olimpiada-po-nemetskomu-yazyku-5/

Fisch mit Beilage von Albert Niederer

Jugendliche aus dem Kurs der „Deutschen Küche“ von Kostanai, Mitglieder des örtlichen Jugendclubs, haben unter der Leitung der erfahrenen Köchin E. Anferowa gleich zwei Gerichte zubereitet. Der gebackene Fisch ist das Ergebnis eines einseitigen Studiums von „Die besten kulinarischen Rezepte der Deutschen in Kasachstan“, und die Beilage stammt aus der Vorratskammer der Rezepte meines Großvaters Albert Niederer.

Weiter lesen „Fisch mit Beilage von Albert Niederer“

Olga Litnewskaja – „Für Verdienste um die Region“

Olga Litnewskaja, stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar, wurde mit einer hohen staatlichen Auszeichnung „Für Verdienste um die Region“ geehrt

Die Gesellschaftliche Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und die Deutsche Allgemeine Zeitung gratulieren Olga Litnewskaja zu der verdienten Auszeichnung und wünschen ihr neue Erfolge und Anerkennung zum Wohle der Menschen in unserer Republik.

In der nach A. Puschkin benannten Regionalbibliothek in Ust-Kamenogorsk fand ein Treffen mit einem Journalisten und Schriftsteller aus Deutschland statt

Der kreative Abend versammelte Literaturliebhaber, darunter auch Teilnehmerinnen des städtischen Frauenclubs des Zentrums „Wiedergeburt“ und junge Journalisten.

Weiter lesen „In der nach A. Puschkin benannten Regionalbibliothek in Ust-Kamenogorsk fand ein Treffen mit einem Journalisten und Schriftsteller aus Deutschland statt“

Botschafterin Monika Iwersen besucht die Gesellschaft der Deutschen Dschambul

Die deutsche Botschafterin in Kasachstan, Monika Iwersen, unternahm zusammen mit Wirtschaftsvertretern eine Geschäftsreise nach Schymkent und Taras. Trotz eines vollen Terminkalenders fand die Botschafterin Zeit, die Gesellschaft der Deutschen zu besuchen und sich mit den Mitarbeitern des Büros zu treffen.

Weiter lesen „Botschafterin Monika Iwersen besucht die Gesellschaft der Deutschen Dschambul“

Wassili Bartold – ein Kenner des Orients

Die regelmäßige Sitzung des Clubs „Ein Blick in die Geschichte“ fand in den Räumen des Museums für Heimatkunde der Region Dschambul statt und stand unter dem Thema: Wassili Bartold – ein leidenschaftlicher Forscher des Ostens. Der Akademiker der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften hat viele Jahre lang die Geschichte, Religion und Kultur unserer Region erforscht.

Weiter lesen „Wassili Bartold – ein Kenner des Orients“

Am vergangenen Samstag fand ein Business-Brunch für die Mitglieder des Kasachisch-Deutschen Businessclubs statt

Bei der Veranstaltung mit dem Ehrengast – dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Außenhandelskammer Kasachstans, Murat Karimsakow – wurden Pläne für die Entwicklung des Investitionsbereichs vorgestellt. Herr Karimsakow informierte über die bevorstehende Einführung der Investitionskarte Kasachstans und über Maßnahmen zur Unterstützung von Investoren, die auf eine Vereinfachung der Prozesse durch das Prinzip des „einen Fensters“ abzielen. Die Teilnehmer des Treffens diskutierten auch aktuelle Probleme und Perspektiven der Zusammenarbeit mit der Außenhandelskammer der Republik Kasachstan.

Eines der Hauptthemen war die Besprechung des für den 16. Mai dieses Jahres im Kasachisch-Deutschen Zentrum geplanten Runden Tisches für Investitionen unter Beteiligung einer Wirtschaftsdelegation aus Deutschland. Die Teilnehmer erörterten, welche Investitionsprojekte im Namen des Clubs vorgestellt werden können.

Darüber hinaus besprachen die Teilnehmer des Treffens die nächsten Aktivitäten für 2024.

Für die Unterstützung danken wir dem Restauramt „Asther Chef’s Place“.

Auf den Ruf des Herzens: Die Deutschen aus Pawlodar helfen den Opfern

Mitglieder der regionalen Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar leisten humanitäre Hilfe für die Opfer der Naturkatastrophe – warme Kleidung, Bettzeug, Medikamente, Lebensmittel, Trinkwasser in Flaschen und andere lebensnotwendige Dinge werden für die Obdachlosen gesammelt.

Weiter lesen „Auf den Ruf des Herzens: Die Deutschen aus Pawlodar helfen den Opfern“

Das Kennenlernen der VDJK-Theaterstudios

Lasst uns mit einer philosophischen Frage beginnen: Wird man als Schauspieler oder Schauspielerin geboren und wird man im Verlaufe des Lebens dazu ausgebildet? Ich denke letzteres, denn hinter jeder Aufführung steckt große Arbeit, die sich mit den Jahren in wahrhaftige Meisterhaftigkeit entwickelt. Und am Beispiel des Kennenlernens mit den Theaterstudios des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans bemühen wir uns, das zu demonstrieren.

Weiter lesen „Das Kennenlernen der VDJK-Theaterstudios“

Olga Stein: „An den Anfängen der Wiedergeburt standen mutige und willensstarke Menschen“

Die Allunionsgesellschaft der Sowjetdeutschen „Wiedergeburt“ existierte nur vier Jahre, aber sie gab der Wiederbelebung der einheimischen Kultur und der deutschen Sprache im gesamten postsowjetischen Raum einen starken Impuls. Was war Ihrer Meinung nach der Grund für eine solch kolossale Aktivität der deutschen Bevölkerung zu dieser Zeit? Es ist klar, dass die Deportation und das Verbot von allem, was deutsch ist, eine Rolle spielten, aber waren auch andere ethnische Gruppen von der Vertreibung betroffen?

Ja, viele Volksgruppen wurden deportiert, aber die Tragödie des Schicksals der Deutschen ist besonders. Der Zweite Weltkrieg hat viel Unglück gebracht. Und unser Deutscher, der vom Staat und in den Köpfen vieler einfacher Menschen mit dem Aggressor identifiziert wurde, hat in vollem Umfang erfahren, was es heißt, ein Feind im eigenen Land zu sein, wie man es nennt, ohne Schuld. Allein durch die Tatsache, als Deutscher geboren zu sein.

Die totalen Restriktionen führten zum allmählichen Verlust der einheimischen Sprache, Kultur, Traditionen, Geschichte, Literatur, der Unmöglichkeit, Bildung zu erhalten – alles, was für eine Nation von Bedeutung ist, was sie als Ethnie definiert und bewahrt. Und eine unausweichliche Sehnsucht nach der Heimat, nach dem kleinen Vaterland. Ein ganzes Volk lebte jahrzehntelang ohne seine Wurzeln, hegte aber die Hoffnung, eines Tages zurückzukehren, seine Heimat wiederzufinden, seine Muttersprache frei sprechen zu können, ohne zurückzuschauen, seine Kinder in den ursprünglichen Traditionen zu erziehen, das weiterzugeben, was jahrhundertelang den genetischen Code des Volkes ausmachte.

Jahrzehntelange Einschränkungen und Verfolgungen haben ihre Spuren hinterlassen, den Geist des Volkes bewahrt, aber nicht gebrochen, und nun ist er frei geworden. Die Gründung der Allunionsgesellschaft war etwas, das Hoffnung für die Zukunft gab, dass sich alles noch ändern kann, dass wir nicht untergehen werden. Diese einzigartige Bewegung, die ohne einen Befehl von oben, sondern, wie man so schön sagt, von unten geboren wurde, hat an Kraft und Stärke zugenommen, basierend auf der erstaunlichen Kraft von Hunderttausenden von Menschen in verschiedenen Städten und Dörfern und ihrem großen Wunsch, sich selbst zu erhalten.

Was hat Sie an der deutschen Gemeinschaftsorganisation gereizt und angezogen? Und was motiviert die Jugend von heute?

Ich bin durch die deutsche Sprache gekommen. Ich wollte mich in der deutschen Gesellschaft durch meine Muttersprache verwirklichen. Ich wollte sie unbedingt bewahren und weiterentwickeln und mein Wissen nutzen. Ich habe viel bei Übersetzungen geholfen, sowohl mündlich als auch schriftlich, bei der Herstellung von Kontakten mit Deutschland in verschiedenen Bereichen, habe einen Kurs über Landeskunde geleitet und Deutsch unterrichtet. Damals war das alles noch unentgeltlich. Und dann habe ich mich nach und nach immer mehr eingebracht; wir haben angefangen, junge Menschen aktiv zu organisieren, und für mich wurde es ein fester Bestandteil meines Lebens, so sehr, dass es dieses Jahr schon 30 Jahre sind, seit ich zur Selbstorganisation gekommen bin.

Wie man die Jugend von heute motiviert? Heranwachsende und junge Menschen kommen in Kontakt mit Gleichaltrigen, was die Attraktivität ihrer Aktivitäten und Interessen bestimmt. Die Aufgabe unserer Strukturen ist es, ihnen Angebote zu machen, damit sie durch die Kommunikation miteinander ihre ethnische Gruppe kennen lernen, die Sprache lernen, ein Gefühl der Einheit und Gemeinschaft bekommen, wachsen, sich entwickeln und Verantwortung übernehmen.

Welche Projekte sind Ihrer Meinung nach der beste Weg, um die nationale Identität der Deutschen zu bewahren? Und vielleicht legen manche Menschen im Zeitalter der Globalisierung keinen großen Wert mehr darauf?

Wissen Sie, für mich war so ein ideales Projekt die echte deutsche Hochzeit zweier junger Leute Ende letzten Jahres, bei der traditionelle Elemente einer wolgadeutschen Hochzeit überwogen. Es war kein sorgfältig geplantes Ereignis, das in den Projektplan für das Jahr aufgenommen wurde. Sie wurde zu jenem wunderbaren Effekt, den man gemeinhin mit dem wunderbaren Wort „Nachhaltigkeit“bezeichnet. Zwei junge Leute, Eva und Anton (Namen mit Genehmigung genannt), die in verschiedenen Städten lebten, lernten sich bei einem der Jugendprojekte vom VDJK kennen. Das System der Projekte – sei es Jugend-, ethnokulturelle oder Sprachfeldprojekte – half ihnen, den Wunsch zu entwickeln, dass ihre Hochzeit nur so und nicht anders aussehen würde – nach den Traditionen ihrer Vorfahren.

Die Hochzeit fand während des VDJK-Rates außerhalb des klar geplanten Programms statt, mit jungen Menschen aus verschiedenen Städten des Landes als Gästen des feierlichen Ereignisses, die in alle Phasen der Vorbereitung und Durchführung eingebunden waren. Das heißt, es ist eine lebendige Demonstration, dass „die deutsche Minderheit ihre Identität vertritt und lebt“. Natürlich ist dies nicht allein möglich, sondern es muss eine Kette, ein System von miteinander verbundenen Projekten, Aktionen, Bemühungen vorausgehen. Ein einzelnes Projekt wird nicht in der Lage sein, eine solche Wirkung zu erzielen. Nachhaltigkeit ist notwendig. Das ist genau das, woran gearbeitet werden muss.

Die Kontinuität der Generationen ist eine der vorrangigen Aufgaben der Selbstorganisation der Deutschen in Kasachstan. Sagen Sie uns, wie sie gewährleistet wird? Auch in der Familie… Ihre Tochter Sofia versucht sich heute bereits als Koordinatorin eines nationalen Projekts. Was raten Sie Eltern, die daran interessiert sind, dass sich ihre Kinder an ihre Wurzeln erinnern…?

Meine Tochter hatte nicht wirklich eine Wahl. Seit sie ein kleines Mädchen war, ist sie Mitglied der deutschen Gemeinschaft. Zuerst auf Festen, in Vereinen; mit vier Jahren stand sie bereits in der Tanzgruppe der Volksquelle auf der Bühne, und jetzt ist sie auch in der Jugendbewegung aktiv und beginnt allmählich, Verantwortung für verschiedene Aufgaben und Prozesse zu übernehmen. Das kam von selbst, obwohl ich mir vor 30 Jahren, als wir unsere Jugendorganisation gründeten, nicht hätte vorstellen können, dass das alles so tief in meinem persönlichen Schicksal verwurzelt sein würde.

Mir scheint, dass unter Bedingungen, in denen die ethnische Identität aus objektiven Gründen zunehmend verloren geht, unser System der Selbstorganisation in den Vordergrund tritt und manchmal die einzige Möglichkeit bietet, vor allem Kindern und Jugendlichen zu helfen, Verständnis und Bewusstsein für ihre Zugehörigkeit zu unserer Ethnie zu entwickeln, mehr über Geschichte, Traditionen und Kultur zu erfahren. Zu verstehen, wer wir sind und woher wir kommen.

Deshalb empfehle ich, dass Eltern mit ihren Kindern öfter in deutsche Gesellschaften kommen, nicht nur um an den vorgeschlagenen Projekten teilzunehmen, sondern auch um zu initiieren, aktiv zu sein, Vorschläge zu machen, Interesse zu zeigen, einen eigenen Beitrag zu leisten, sich in die Prozesse der Selbstverwaltung und der sozialen Aktivitäten einzubringen. Nicht umsonst heißt es Selbstorganisation, d.h. wir organisieren uns selbst, wir bestimmen unseren eigenen Weg, unsere eigenen Ziele, wohin wir gehen, was wir wollen und was wir letztlich sein wollen, ob wir uns als einzigartiges Ethnos erhalten wollen und was jeder von uns persönlich dafür zu tun bereit ist.

Wir haben jemanden, zu dem wir aufschauen können. An den Ursprüngen der „Wiedergeburt“-Bewegung, standen, so pathetisch das in der heutigen Realität auch klingen mag, mutige und willensstarke Menschen, die sich nicht vor möglichen Konsequenzen fürchteten – und glauben Sie mir, die gab es durchaus, und oft haben diese Konsequenzen sie nicht warten lassen. Aber sie übernahmen die Verantwortung für ihr Leben, ja für das Schicksal eines ganzen Volkes, und erwarteten nicht, dass irgendjemand etwas für sie tun würde. Dieses Jahr wäre der 90. Geburtstag von Herold Karlowitch Belger, einer der am Ursprung der Wiedergeburt stand, gewesen.

Wenn ich über unser System der Selbstorganisation nachdenke, komme ich oft auf seine Worte zurück: „Wenn jeder eine Hütte am Rande hat, wer wird dann in der Mitte sein?“. Niemand wird uns als Ethnos bewahren, außer wir selbst. Jeder mag dabei seine eigene Rolle haben, sie mag unterschiedlich sein, aber das macht sie nicht weniger wichtig. Und wenn wir uns bemühen, diese Rolle zu übernehmen, haben wir eine gute Chance, uns weiterzuentwickeln und uns als Ethnos zu bewahren.

Interview: Olesja Klimenko

Übersetzung: Annabel Rosin

„Mennonitische Kirchenmusik und ihre digitale Notation“

Besonderheiten der mennonitischen Musik, Traditionen, Gattungen, Kompositionen. Digitale Notation: Überblick über Technologien und Methoden der digitalen Notation, Vorteile der digitalen Notation bei der Bewahrung und Weitergabe des musikalischen Erbes. Entschlüsselung von digital aufgenommenen Noten: praktische Tipps für die Umwandlung von digitalen Aufnahmen in herkömmliche Noten, Beispiele für die Entschlüsselung von Kompositionen. Die Materialien für die Arbeit wurden während der Teilnahme am Projekt „Praktikum kasachstanischer Jugendlicher in Deutschland“ mit Unterstützung der Partnerorganisation Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. (JSDR e.V.) vom 23.10 bis 03.11.2023 im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte (Detmold, Deutschland) gewonnen.

Weiter lesen „„Mennonitische Kirchenmusik und ihre digitale Notation““

Zum 90. Geburtstag von Herold Karlowitsch Belger

Am vergangenen Sonntag fand in den Räumen des Kasachisch-Deutschen Zentrums eine Veranstaltung zum 90. Geburtstag von Herold Belger statt. Der berühmte kasachstanische Schriftsteller, Übersetzer, Publizist, Mitglied des kasachischen Schriftstellerverbandes und Träger des Präsidentenpreises für Frieden und geistige Harmonie verstarb am 7. Februar 2015. Jedes Jahr zum Tag des Gedenkens an den berühmten Landsmann organisiert die Hauptstadtgesellschaft verschiedene Veranstaltungen. In den Kreisen des Netzwerks der Begegnungszentren wurden Themenkurse und Quizspiele über die Biografie und die Werke des Autors abgehalten, in den „Basteln“-Kursen wurden Lesezeichen angefertigt und den Kindern Bücher von H. Belger aus der Bibliothek der Gesellschaft vorgestellt.

Weiter lesen „Zum 90. Geburtstag von Herold Karlowitsch Belger“

DAAD-Lektor zu Besuch im Kasachisch-Deutschen Zentrum

Florian Küchler, Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Nasarbajew-Universität, besuchte das Kasachisch-Deutsche Zentrum in Astana.

Herr Küchler hat seinen Dienst im Januar dieses Jahres angetreten und sofort seine Bereitschaft bekundet, Kontakte zur Selbstorganisation der Deutschen in der Republik aufzunehmen. Während des Besuchs führte Olga Stein, stellvertretende Exekutivdirektorin der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, durch das Kasachisch-Deutsche Zentrum und stellte die Aktivitäten der Selbstorganisation der Deutschen vor.

Das Ergebnis der Diskussion war die Planung einer Reihe von gemeinsamen Aktivitäten. Insbesondere Informationstreffen zur Vorstellung von Stipendien des DAAD, Filmabende, Webinare zur interkulturellen Kommunikation und vieles mehr. Die Stiftung freut sich über die neuen Impulse der Zusammenarbeit, die sich positiv auf die Aktivitäten beider Strukturen auswirken werden.

Übersetzung: Annabel Rosin

Herold-Belger-Studienraum an der Ualichanow-Universität eröffnet

In der Ualichanow-Universität in Kokschetau fand die Eröffnungszeremonie des deutschsprachigen Unterrichtsraums statt, der dem bekannten kasachstanischen Publizisten, Romancier, Literaturkritiker und Übersetzer Herold Belger gewidmet ist. Wichtige Gäste der Veranstaltung waren die Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafterin Deutschlands in Kasachstan Monika Iwersen, sowie der Vorsitzende des Aufsichtsrates der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und Mitglied des Senats des Parlaments Yevgeniy Bolgert. An der Veranstaltung nahmen auch die Universitätsverwaltung, Lehrer und Studenten teil.

Weiter lesen „Herold-Belger-Studienraum an der Ualichanow-Universität eröffnet“

Boos‘ Nachkommen wurde ein Teller des Wettbewerbs „Avantgarde der Deutschen Kasachstans 2023“ überreicht

Heute besuchte Eduard Boos, Sohn des am 11. Februar 2017 verstorbenen berühmten kasachischen Wissenschaftlers, Doktors der physikalischen und mathematischen Wissenschaften, Akademiker der Nationalen Akademie der Wissenschaften Kasachstans Ernst Boos, die Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung.

Weiter lesen „Boos‘ Nachkommen wurde ein Teller des Wettbewerbs „Avantgarde der Deutschen Kasachstans 2023“ überreicht“

Top 5 Fragen zum Vorschulkinderzentrum „Wunderkind“

Hallo liebe Freunde! Die Eltern möchten immer, dass sich ihr Kind entwickelt, Fremdsprachen lernt, in guter körperlicher Form ist und problemlos mit anderen Kindern kommunizieren kann. Natürlich haben die Eltern bei der Auswahl eines Vorschulkinderentwicklungszentrums viele Fragen und das ist sehr gut. Während der Arbeit unseres Zentrums gibt es bereits Top-5-Fragen und in dieser Veröffentlichung möchten wir sie erläutern.

Weiter lesen „Top 5 Fragen zum Vorschulkinderzentrum „Wunderkind““

Eine Einführung in das Werk und das Leben von Herold Belger

In diesem Jahr feiert Herold Belger, ein berühmter kasachstanischer Übersetzer, Prosaschriftsteller, Publizist und Literaturkritiker, seinen 90. Geburtstag. Zu Ehren dieses Ereignisses wird der Club der deutschen Jugend „Glück“ der Stadt Semei eine Reihe von Veranstaltungen und Treffen abhalten. Die ersten von ihnen fanden in der Schule Nr. 28 und im Gymnasium Nr. 6 von Semei statt. Ilnara Wachitowa ist eine Aktivistin des Clubs und Koordinatorin der Jugendarbeit der gesellschaftlichen Vereinigung der Deutschen „Wiedergeburt“.

Weiter lesen „Eine Einführung in das Werk und das Leben von Herold Belger“

Der Kalender berühmter Deutscher aus Kasachstan wurde in Schesqasghan präsentiert

In der Deutschen Gesellschaft Schesqasghan begann das neue Jahr 2024 mit der Präsentation einer Weihnachtsbeilage und eines Kalenders über berühmte Landsleute, die einen besonderen Beitrag zur Entstehung der nationalen Bewegung der Deutschen „Wiedergeburt“ geleistet haben.

Weiter lesen „Der Kalender berühmter Deutscher aus Kasachstan wurde in Schesqasghan präsentiert“

Taras in der Vorweihnachtszeit

„Es weihnachtet schon.
Am Kranze die Lichter,
Die leuchten so fein,
Sie geben der Heimat
Einen hellichten Schein.“

Am Vorabend des Festes geschehen in unserer deutschen Gesellschaft verschiedene Wunder: Der Nikolaus hat alle dazu gebracht, ihre Stiefel zu putzen, die kleinen Wunderkinder haben das ganze Büro mit dem Duft der Weihnachtsbäckerei erfüllt, die Klassenzimmer sind mit Kränzen geschmückt, die Lehrer unterrichten als Sagengestalten verkleidet, kurzum, die Zeit der Wunder ist da! Und das Sprachcafe „Weihnachten“ ist bereits ein obligatorischer Bestandteil des Weihnachtsmärchens!

Vom 15. bis 18. Dezember tauchten die Teilnehmer unseres Weihnachtsprojekts in intensives Deutschlernen, Weihnachtslieder und Basteln ein. Sie kreierten, studierten, lernten, entdeckten, überraschten… Und jeden Tag bei der Abendveranstaltung zeigten sie die Wunder des Witzes, multipliziert mit Wissen und Teamwork.

Fragen wir die Teilnehmer, was ihnen an unserem Sprachcafe besonders gefallen hat?

Katja Schtschelkowa: „Mir hat absolut alles an diesem Projekt gefallen: die ganze Atmosphäre des Projekts, die Art und Weise, wie die Lehrer an den Unterricht herangegangen sind und alles auf eine so interessante und fesselnde Weise durchgeführt haben, dass ich alles wiederholen möchte. Daria Sergejewna weiß wie immer zu überraschen, ihr Deutschunterricht ist immer der beste. Evelina Polikarpowna hat sich ungewöhnliche Basteleien ausgedacht, die uns viel Freude bereitet haben. Ich mochte es, einen Ballon mit ‚Schnee‘ zu basteln, diese Attrappe wird Menschen jeden Alters interessieren. Vera Aleksejewna ging den Unterricht auf die gleiche coole Art und Weise an, sie dachte sich einen Tanz am Ende der Akademie aus, Liederbücher, die alle gerne mitmachten. Ich möchte mich bei Eugenia Wladislawowna, Olga Valentinowna und Irina Alexandrowna bedanken. Ohne sie gäbe es die besondere Atmosphäre des Festes und überhaupt der Akademie nicht. Olga Valentinowna verblüffte alle, indem sie im Kostüm eines Weihnachtsmannes erschien, was sehr angenehm war und alle Jugendlichen überraschte. Irina Alexandrowna leitete intellektuelle Spiele, bei denen wir mit unserem Verstand arbeiteten und eine unvorstellbare Aufregung herrschte. Und natürlich Eugenia Wladislawowna, ohne die wir kein leckeres Mittagessen bekommen hätten. Das Projekt hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!“

Viktoria Abyschewa: „Ich möchte mich bei allen bedanken: bei den Lehrern und den Teilnehmern. Jeder hat seinen Teil beigetragen und etwas von sich selbst in das Projekt eingebracht. Dies ist meine erste Erfahrung, mein erstes Sprachcafe. Dank dieses wunderbaren Ortes habe ich neue wunderbare Menschen und Freunde gefunden. Irina Alexandrowna, Daria Sergejewna, Vera Aleksejewna, Eugenia Vladislawowna, Evelina Polikarpowna und Olga Valentinowna, vielen Dank, dass ihr euch so viel Mühe gegeben habt!

Mein besonderer Dank gilt Irina Alexandrowna, die in mir von Anfang an die Liebe und das Interesse am Deutschlernen geweckt hat. Ihr habe ich es zu verdanken, dass ich zu diesem Projekt gekommen bin und die besten Tage des ganzen Kurses hatte.“

Alex Medwedew: „Herzlichen Dank für das Projekt! In vier spannenden Tagen konnten wir nicht nur unser Wissen über Weihnachtstraditionen und -geschichte festigen, sondern auch viel Neues und Nützliches lernen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir das Musiklabor mit dem Musikvideodreh und natürlich die Teamspiele. Alles war auf höchstem Niveau organisiert. Ich hoffe aufrichtig, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt wird.“

Tatjana Nowikowa: „Ich bin sehr froh, dass meine beiden älteren Kinder dieses Mal an dem Projekt teilgenommen haben. Wie schwierig ist es heutzutage, Jugendliche für eine Sprache zu interessieren, sie zu motivieren, eine Sprache zu lernen, ihnen die Möglichkeiten eines zusammenhängenden Teams zu eröffnen, eine große Anzahl von Werkzeugen zu nutzen, um nicht nur Kommunikationsfähigkeiten und eine allseitige Entwicklung zu meistern, sondern auch einen gesunden Wettbewerb und Konkurrenzkampf zu zeigen. Sie haben dies auf die bestmögliche Weise getan. Ich bin sehr froh, dass die Kinder an solchen Veranstaltungen teilnehmen, die schönsten Gefühle mitnehmen und neue Freunde finden. Ein herzliches Dankeschön von unserer großen Familie!“

Das Projekt ist zu Ende, wir müssen die Ergebnisse zusammenfassen und die Berichte abgeben, aber die Emotionen sind immer noch da: wir sammeln Ordner, und vor unseren Augen sehen wir Diana, die sich mit Thomas streitet, oder Viktoria, die versucht, ihr Team für die Schreibmaschine zusammenzustellen… Ein wenig traurig, wollen wir weitermachen, dieses Abenteuer verlängern….. Vielleicht sollte man aus dem Sprachcafe „Weihnachten“ ein Weihnachtscamp machen?

Irina Gilinskaja

Übersetzung: Annabel Rosin

Adventstreffen in Astana

Am vergangenen Sonntag wurde in der gesamten westlichen christlichen Welt der erste Advent gefeiert. Dies ist ein vorweihnachtlicher Feiertag, der für die katholischen und protestantischen Kirchen den Beginn des liturgischen Jahres markiert. Die „Wiedergeburt“-Gesellschaft der Deutschen in der Hauptstadt organisierte zusammen mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche einen herzlichen Empfang für alle. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung begannen schon lange vorher, es gab kreative Darbietungen, eine Theatermatinee für Kinder, und es wurden traditionelle Plätzchen gebacken.

Weiter lesen „Adventstreffen in Astana“

Yevgeniy Bolgert: „Die Erziehung künftiger Männer ist heute ein äußerst aktuelles Thema“

Yevgeniy Bolgert, Mitglied des Senats des Parlaments der Republik Kasachstan, Vorsitzender des Aufsichtsrates der gesellschaftlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ nahm am VIII. republikanischen Forum der Väter Zentralasiens teil. Die Veranstaltung fand in Astana unter dem Motto „Die aufgezogene Generation – die Zukunft der Nation“ statt. Die Hauptthemen der Diskussion waren Familienwerte, die Erziehung der jungen Generation und die Rolle der Väter in diesem wichtigen Prozess.

Weiter lesen „Yevgeniy Bolgert: „Die Erziehung künftiger Männer ist heute ein äußerst aktuelles Thema““

Ein neues deutsches Haus, ein Meer von Motivation und eine echte Hochzeit – womit hat der VDJK- überrascht?

Anfang November fand in Pawlodar ein bedeutendes und traditionelles Ereignis statt – der Rat des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans. 35 Aktivisten aus verschiedenen Teilen des Landes, die deutsche Jugendclubs vertraten, nahmen an diesem Projekt teil. Übrigens gibt es heute 16 regionale Jugendclubs und 12 Bezirksverbände in Kasachstan, was die Bedeutung des soziokulturellen Einflusses der deutschen Jugend in den Regionen unterstreicht.

Weiter lesen „Ein neues deutsches Haus, ein Meer von Motivation und eine echte Hochzeit – womit hat der VDJK- überrascht?“

Anatoli Wiese: „Unser wichtigstes Gut ist die Einheit des Volkes“

Anatoli Wiese, ein Veteran der deutschen Bewegung, leitete viele Jahre lang die „Wiedergeburt“ Gesellschaft Ostkasachstans in Semei. Die schillernde Persönlichkeit des öffentlichen Lebens kam 1989 auf der Welle der Demokratie zur „Wiedergeburt“. Er war Delegierter von vier Gesamtkonferenzen und zwei Kongressen, wurde zum Mitglied des Rates der Deutschen der UdSSR gewählt und beteiligte sich aktiv an der Erarbeitung wichtiger Dokumente. Als Führungspersönlichkeit setzte er sich für die Wiederbelebung der nationalen Identität der Deutschen und für den Abbau von Migrationsgedanken ein. Er studierte das verabschiedete Gesetz „Über die Rehabilitierung von Opfern politischer Massenrepressionen“ sorgfältig. In dieser Zeit half er Zehntausenden von Menschen dabei, Archivdokumente aus Lagern und statistischen Einrichtungen des Innenministeriums aus fast der gesamten Sowjetunion zurückzuholen und ihre Rehabilitierung zu formalisieren. Besondere Aufmerksamkeit widmete Anatoli Rudolfowitsch dem Folkloreensemble „Einheit“, das verdientermaßen den Titel „Volks-“ erhielt. Der Ehrenbürger des Bezirks Zharma erhielt zwei Urkunden des Obersten Sowjets der Kasachstan, den Orden des II. Grades von Dostyk und die Ehrenurkunde des Präsidenten für seinen Beitrag zur Stärkung der Einheit der Völker Kasachstans.

Am 22. September 2023 feierte der Veteran der deutschen Bewegung Anatoli Wiese seinen 90. Geburtstag. Viele Jahre lang leitete er die „Wiedergeburt“ Gesellschaft Ostkasachstans in Semei, wohin er 1989 auf der Welle der Demokratie kam. Zu dieser Zeit waren die Aktivisten der Gesellschaft A. Schutz, K. Strauss, K. Kerber, E. Mut, die für die vollständige Rehabilitierung der Sowjetdeutschen und die Wiederherstellung der Republik an der Wolga zuständig waren. Die Frage der Organisation von Baubrigaden zum Bau von Wohnungen auf Rotationsbasis in den Regionen Saratow und Wolgograd wurde regelmäßig diskutiert. Der Aktivist Anatoli Rudolfowitsch Wiese lehnte diese Idee mit dem Argument ab, dass der deutsche Bevölkerungsanteil dort nicht mehr als 1,5 Prozent betrage und es unwahrscheinlich sei, dass die Führer dieser Regionen dies unterstützen würden. Wie das Leben zeigte, unternahm die Regierung der UdSSR nie wirkliche Schritte zur Wiederherstellung der Republik. So wurde Anatoli Rudolfowitsch einen Monat nach der Gründung der „Wiedergeburt“ zum Leiter der Organisation und leitete sie mehr als 17 Jahre lang ohne Unterbrechung.

Es gab keine festen Mitarbeiter und keine eigenen Räumlichkeiten. Sie trafen sich wöchentlich im Atelier des Designers des städtischen Kulturhauses, Josef Wassiliewitsch Bauer. Sie schlossen sich organisch der deutschen Organisation der Republik an, waren Delegierte von vier Allunionskonferenzen und zwei Kongressen; und Anatoli Wiese wurde zum Mitglied des Rates der Deutschen der UdSSR gewählt und nahm aktiv an der Ausarbeitung wichtiger Dokumente teil.

In dieser Zeit leistete die Gesellschaft der Deutschen viel Arbeit, um die nationale Identität wiederzubeleben, das Vertrauen der Menschen in die Zukunft zu stärken und die Migrationsbereitschaft zu verringern. Das verabschiedete Gesetz „Über die Rehabilitierung von Opfern politischer Massenrepressionen“ spielte dabei eine positive Rolle.

Es war die „Wiedergeburt“-Gesellschaft, die Zehntausenden von Menschen dabei half, Archivdokumente aus Lagern und statistischen Einrichtungen des Innenministeriums aus praktisch der gesamten Sowjetunion zu erhalten und ihre Rehabilitierung bei der regionalen Staatsanwaltschaft zu formalisieren.

Als die Volksversammlung von Kasachstan gegründet wurde, war Anatoli Rudolfowitsch mit Begeisterung an diesem Prozess beteiligt. Nationale Zentren beteiligten sich aktiv an der Diskussion von Projekten über die Versammlung, über Nichtregierungsorganisationen, und machten ihre Vorschläge.

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Vorsitzende der Gesellschaft dem Folkloreensemble „Einheit“, das verdientermaßen den Titel „Volk-“ erhielt. Es war die einzige Gruppe, die 1994 bei der Eröffnung des Deutschen Hauses in Almaty, an der prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Kasachstan und Deutschland teilnahmen, ein kulturelles Programm darbot. „Einheit“ ist der Gewinner aller deutschen Festivals in der Republik, auch an der Wolga und in Moskau.

Anatoli Rudolfowitsch Wiese hat einen steinigen Weg hinter sich, wurde Mitglied der Volksversammlung von Kasachstan und Ehrenbürger des Bezirks Zharma. Viele Jahre lang leitete er die regionale Gesellschaft der Deutschen und setzte sich für das Wohl seines Volkes ein. Er erhielt zwei Diplome des Obersten Sowjets der Kasachischen SSR, den Orden der Oktoberrevolution und das Ehrenabzeichen, Medaillen – 100. Jahrestag der Geburt Lenins, für die Erschließung von Ur- und Brachland, „Wiedergeburt“ für besondere Verdienste um das Volk, den Orden der Stufe Dostyk II sowie die Ehrenurkunde des Präsidenten für seinen Beitrag zur Stärkung der Einheit der Völker Kasachstans, des Friedens und der Eintracht.

Eduard Airich – die Farbe der Nation

Das Leben von Eduard Airich ist untrennbar mit dem Schicksal seines Volkes verbunden. Viele kennen ihn als legendären Feldhockeytrainer, und wie viel hat er für die Wiederherstellung der Rechte der Werktätigen getan! Er ist Delegierter auf allen Konferenzen der Allunionsgesellschaft „Wiedergeburt“, Mitglied des Koordinationszentrums und der Kongresse der Deutschen der UdSSR. Airich hat nie versucht, ein Anführer zu sein, hat sich nie als Aushängeschild aufgespielt, sondern ist unermüdlich für die Wiederbelebung seiner Volksgruppe eingetreten. Dafür wurde er oft als die Ehre und das Gewissen der deutschen Bewegung bezeichnet. Sein wichtigster Beitrag aber war die Rehabilitierung der Arbeitsmigranten. Mit Schmerz und Hoffnung sprach er immer wieder über deren Probleme. Er kämpfte für die Wahrheit über die Arbeitsarmee und stieß dabei oft auf Unverständnis und Widerstand bei den Behörden. Er, der die Hölle der Arbeitslager durchlebt hatte, musste zu Ämtern gehen und beweisen, dass die Arbeitslager keine Holzfäller- oder Baubrigaden waren…. Er wurde zu einem der Initiatoren des Internationalen Fonds zur Rehabilitierung und Unterstützung von Opfern des Stalinismus. So wurde durch gemeinsame Anstrengungen die Verabschiedung eines Gesetzes über die Arbeiter in den Arbeitslagern vorangetrieben. Heute gibt es in Kasachstan noch mehr als zwanzig von ihnen, aber sie alle erinnern sich an die Verdienste von Eduard Airich.

Eduard Airich – viele Menschen kennen ihn als legendären Feldhockeytrainer. Und wie viel er für die Wiederherstellung der Rechte der Werktätigen getan hat! Er ist Delegierter auf allen Konferenzen der Allunionsgesellschaft „Wiedergeburt“, Mitglied des Koordinationszentrums und der Kongresse der Deutschen der UdSSR. Airich hat nie versucht, ein Anführer zu sein, hat sich nie als Aushängeschild aufgespielt, sondern ist unermüdlich für die Wiederbelebung seiner Volksgruppe eingetreten. Dafür wurde er oft als die Ehre und das Gewissen der deutschen Bewegung bezeichnet.

Die leidenschaftlichen Reden Eduard Ferdinandowitschs fanden überall Gehör. Sein Wort war gewichtig und gerecht. Und Airichs öffentliche Reden wurden mit Beifall bedacht. Die Menschen waren fasziniert von seiner strahlenden Persönlichkeit und natürlich von der Tatsache, dass er immer sehr klar, überzeugend und mit großem Interesse über die wichtigsten Themen sprach, die seine Zuhörer beschäftigten. Überraschenderweise konnte er sich bis an sein Lebensende nicht von seiner Loyalität gegenüber den kommunistischen Ideen lösen. Er hoffte, dass die Partei und die Regierung die Probleme der Russlanddeutschen lösen und seine geliebte Republik wiederherstellen würden.

Auf dem ersten Kongress der Deutschen der UdSSR wurde Airich zu einem der zehn außerordentlichen Bevollmächtigten gewählt, die damit betraut waren, die Interessen der Russlanddeutschen im Namen des Volkes zu vertreten. Er prüfte alle Vorschläge und äußerte sich konstruktiv und sachlich. Sie waren allesamt ausgewogen und realistisch.

Sein wichtigster Beitrag aber war die Rehabilitierung der Arbeitsmigranten. Mit Schmerz und Hoffnung sprach er immer wieder über deren Probleme. Er kämpfte für die Wahrheit über die Arbeitsarmee und stieß dabei oft auf Unverständnis und Widerstand bei den Behörden. Er, der die Hölle der Arbeitslager durchlebt hatte, musste durch die Ämter gehen und beweisen, dass die Arbeitslager keine Holzfäller- oder Baubrigaden waren, er erklärte den Beamten, dass die Sondersiedlung eher einem Exil glich….

Bis an sein Lebensende vergaß Airich nie die Entbehrungen und Misshandlungen, die die Arbeitslagerinsassen erlebten. Er war einer der Initiatoren der Gründung des Rates für die Rehabilitierung der Werktätigen, auf dessen Grundlage der Internationale Fonds für die Rehabilitierung und Unterstützung der Opfer des Stalinismus eingerichtet wurde. Eduard Ferdinandowitsch bat darum, vom Vorsitz des Fonds zurückzutreten und wurde sein Stellvertreter. Die kasachstanische Niederlassung dieses Fonds wurde nach Airich benannt. So gelang es durch gemeinsame Anstrengungen, die Verabschiedung des Gesetzes über Arbeitssoldaten voranzutreiben. Heute gibt es in Kasachstan noch mehr als zwanzig von ihnen, aber sie alle erinnern sich an die Verdienste von Eduard Airich.

Wladimir Auman: „Ich bin glücklich und stolz, Deutscher zu sein“

Wladimir Auman war zeitlebens in verantwortungsvollen Positionen tätig – Referent im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kasachstans, Berater für interethnische Beziehungen im Stab des Zentralkomitees in Moskau. Und wo immer er arbeitete, war er stets an den Problemen seines Volkes, der Entwicklung seiner Sprache und Kultur interessiert. Dazu gehörte auch die Frage der Wiederherstellung der deutschen Autonomie an der Wolga, die in den frühen 90er Jahren die Gemüter bewegte. Nach dem Zusammenbruch leitete er das Programm „Russlanddeutsche“ und das Informations- und Bildungszentrum BIZ in Mamontowka. Hier erhielten die Mitarbeiter und Aktivisten der deutschen Selbstorganisation „Wiedergeburt“ ihre Ausbildung. Aumann ist Autor von Dutzenden von Publikationen, Büchern und Filmen über das Leben und die Probleme der Deutschen. Von besonderem Wert ist das zweibändige Buch „Die Geschichte der Russlanddeutschen in Dokumenten“, das gemeinsam mit Valentina Tschebotarewa herausgegeben wurde, und natürlich die Buchreihe „Berühmte Deutsche Kasachstans“, in der Wladimir Andrejewitsch drei Bände verfasst hat – über den berühmten Schriftsteller Herold Belger; über den verdienten Trainer der UdSSR Eduard Airich und über den sowjetischen Agrarwissenschaftler Erwin Gossen.

Wladimir Andrejewitsch Auman wurde am 10. Juni 1938 in der Ukraine, im Dorf Alexandrheim, Gebiet Dnepropetrowsk, geboren. Einst in der Schwarzmeerregion, in der lutherischen Kolonie der Deutschen, kam sein Großvater Michael Auman als Hufschmied an. In den schrecklichen 41er Jahren wurde der dreijährige Wolodja zusammen mit seiner Mutter Maria Iosifowna Burger und seiner Schwester Walja, die bald darauf starb, nach Kasachstan deportiert und in dem Dorf Bannowka bei Kostanai untergebracht.

Nach der Schule absolvierte er die Fakultät für Geschichte und Philologie des Pädagogischen Instituts von Kostanai, arbeitete als Geschichtslehrer und ab seinem 26. Lebensjahr als Schuldirektor.

Er nahm ein Postgraduiertenstudium an der Moskauer Akademie für Sozialwissenschaften auf. Im Jahr 1971 verteidigte er seine Doktorarbeit zum Thema „Der Platz und die Rolle der DDR in der europäischen Außenpolitik“. Er kehrte nach Kostanai zurück, wo er an der ideologischen Front arbeitete. Kollegen, die als Referenten beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kasachstans in Alma-Ata tätig waren, erinnern sich noch heute an ihn als einen sehr aufmerksamen und verantwortungsbewussten Menschen, einen kompetenten Fachmann. Hier erhielt er den Titel „Verdienter Arbeiter der Kultur der Republik Kasachstan“.

Ende der 80er Jahre zog Wladimir Andrejewitsch auf Einladung der obersten Parteiführung des Landes nach Moskau, wo er im Apparat des Zentralkomitees als Dozent und Berater für interethnische Beziehungen arbeitete.

Wo auch immer er lebte, welche Positionen er auch bekleidete, er entfernte sich nie von seinem Volk. Seit Anfang der 90er Jahre beschäftigte er sich intensiv mit den Problemen der Russlanddeutschen, mit der Entwicklung ihrer Sprache und Kultur. Es war die Zeit des Tauwetters von Gorbatschow gegenüber dem zu Unrecht beschuldigten Volk. Die Hoffnung auf die Wiederherstellung der deutschen Autonomie an der Wolga flammte wieder auf. Und er unternahm wichtige reale Schritte zur Lösung der „deutschen Frage“.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde er Direktor des Programms für Russlanddeutsche an der Russisch-Amerikanischen Universität. Es ist kein Zufall, dass Auman das vom Bundesinnenministerium geförderte Informations- und Bildungszentrum BIZ in Mamontowka bei Moskau leitete. Hier wurden alle Voraussetzungen für Ausbildung, Weiterbildung, Bildung und Erholung nicht nur für ethnische Deutsche, sondern auch für diejenigen geschaffen, die durch ihren Beruf mit der deutschen Sprache und Kultur verbunden waren.

Alle seine Reden auf verschiedenen öffentlichen und wissenschaftlichen Foren in Kasachstan, Russland und Deutschland sind durchdrungen von aufrichtigem Schmerz um sein Heimatvolk und dem brennenden Wunsch, dessen Geist und guten Namen wiederzubeleben. Er ist Autor von Dutzenden von Zeitungsartikeln, Zeitschriftenpublikationen, Büchern und Filmen über das Leben und die Probleme der Russlanddeutschen.

Von besonderem Wert ist das gemeinsam mit Valentina Tschebotarewa herausgegebene zweibändige Werk „Die Geschichte der Russlanddeutschen in Dokumenten“ (1763-1992), das seltene historische Zeugnisse enthält, die das Leben der deutschen Kolonien, die nationale Staatlichkeit, die Tragödie der Repressionen und den schmerzhaften Weg zur Rehabilitierung widerspiegeln.
Mehr als einmal äußerte er von den höchsten Tribünen aus warmen Worten der Dankbarkeit und Liebe für seine zweite Heimat. Jeder seiner Besuche in Kasachstan ist mit den Aktivitäten des Deutschen Hauses Almaty verbunden: wissenschaftliche Konferenzen, Vorträge und Treffen mit Vertretern der deutschen Diaspora.

Sie haben auch nicht aufgegeben, als die Hoffnung auf die Schaffung einer deutschen Autonomie endgültig scheiterte. Der damalige Vorsitzende der Assoziation der öffentlichen Verbände der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ Alexander Dederer hatte die Idee, ein Projekt „Berühmte Deutsche Kasachstans“ zu schaffen, das vom deutschen Innenministerium genehmigt wurde. Albert Rau, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Vereinigung der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, unterstützte die Umsetzung mit Rat und Tat. Ziel des Projekts ist es, den Prozess der Assimilierung zu stoppen, über herausragende Menschen und ihre Leistungen zu berichten. Um zu wissen und sich zu erinnern. Zeitgenossen und künftige Generationen.

Wladimir Auman unterstützte diese Initiative mit Begeisterung und übernahm die wissenschaftliche Gesamtleitung der Publikation. Der Wissenschaftler und Historiker wurde auch zum Autor der ersten drei Bücher über berühmte Einwohner Kasachstans: „Ein solcher Weg fiel aus…“ – über den berühmten Schriftsteller und Publizisten Herold Belger; „General des Rasenhockeys“ – über den verdienten Trainer der UdSSR Eduard Airich; „Schicksal und Berufung“ – über den sowjetischen Agrarwissenschaftler Erwin Gossen.

x